Wittmann Battenfeld und Buzek Plastic

Sauber! Polen stellen PVAL-Waschmittelbehälter per Spritzgießmaschine her

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Fruchtbare Überzeugungsarbeit

„Klar wurde mir das erst nach den ersten Plastifizierversuchen. Denn, was dabei heraus kam, erinnerte stark an Tapetenkleister. Entsprechend klebte das Material im Werkzeug. Nicht umsonst findet man Polyvinylalkohol in jedem Papierklebstoff. Nun wusste ich, dass der Weg in die Serie lang sein würde“, so Huber. Andererseits ahnte er aber auch, dass, wenn man es schaffen sollte, dass das Produkt großes Potenzial haben würde. Es freue ihn heute sehr, dass er den Geschäftspartner Günter Buzek und auch die Battenfeld-Geschäftsleitung davon überzeugen konnte, diesen Weg zu begehen. Deren grünes Licht bedeutete, dass man gemeinsam mit der systematischen Entwicklung einer geeigneten Anwendungstechnik beginnen konnte, so Huber.

Schnelles Einspritzen bei geregeltem Druck

Nach einigen Vorversuchen, kristallisierte sich als Ausgangsbasis für ein spritzgießfähiges Material eine niedrigviskose PVAL-Type heraus, die ursprünglich für die Papierindustrie entwickelt worden war, heißt es. Diese bildete die Basis, von der aus in einem iterativen Versuchsprogramm, der durch den Zustatz von Additiven, ein verarbeitungsfähiges Material-Compound entwickelt wurde. Nachdem das gelungen war, konnte man den rund 30 mm × 40 mm × 15 mm großen Dünnwandbehälter tatsächlich fertigen. Zuerst, wie es weiter heißt, mit einem 1-fach, dann einem 4-fach, schließlich einem 12-fach-Werkzeug. Versuche im Battenfeld-Technikum auf elektrischen Spritzgießmaschinen der Typen BA 1000/500 CDK-SE und EM 1600/350 zeigten, dass dazu ein schnelles Einspritzen und eine präzise Einspritzdruckregelung den Durchbruch bringen würden – auch wenn nach wie vor durch batchbedingte Schwankungen Ausschussraten von rund 15 bis 20 % akzeptiert werden mussten.

Von der Idee zum Selbstläufer

Im Laufe der Versuche wurde offensichtlich, dass die PVAL-Verarbeitung doch deutlich mehr Know-how erforderte, als es von einem Neueinsteiger in die Spritzgieß-Produktion, wie es der anfragende Chemiekonzern war, zu erwarten war. Deshalb sich entschloss sich Andreas Huber zusammen mit einem weiteren ehemaligen Battenfeld-Kollegen, namens Günter Buzek, der seit 1999 mit einem eigenen Spritzgießbetrieb aktiv war, dem Chemiekonzern das Angebot vorzulegen, die Produktion als Sublieferant zu übernehmen.

Sie blieben auch dabei, als es in den Verhandlungen nicht mehr um die Zulieferung von Österreich aus ging, sondern um die Errichtung einer „In-house-Produktion“ in dessen polnischen Abfüllbetrieb und gründete im Mai 2005 die Buzek Plastic Poland Sp.z.o.o.. Mit drei hydraulischen Battenfeld HM-Maschinen vom Typ HM 270/1330 mit Einspritz-Akku wagte man den Sprung vom 12-fach-Probewerkzeug zu 32-fach-Heißkanalwerkzeugen und startete die Serienproduktion. Trotz mancher „Ausreißer“ bei den Materialdaten und entsprechend hohen Ausschussraten kam die Produktion ins Laufen. Der Schlüssel dazu war eine situationsbezogene Produktionsweise, die aus laufender Beobachtung des Materialverhaltens mit manueller Nachführung der Einstellwerte bestand und die visuelle 100-Prozent-Kontrolle der Fertigteile an jeder Maschine durch Bedienpersonal einschloss.

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