Schaeffler konnte im erste Halbjahr 2026 einen ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr erzielen. Die Sparte Bearings & Industrial Solutions verbesserte ihr operatives Ergebnis deutlich – vor allem wegen einer besseren Performance, in die investiert worden ist.
Klaus Rosenfeld: „Als integrierter Technologiekonzern sind wir in der Lage, flexibel auf dynamische Marktentwicklungen zu reagieren und deren Effekte in unserem Portfolio weitgehend auszugleichen.“
(Bild: Schaeffler)
Die Schaeffler AG hat ihren Zwischenbericht für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld wurde mit 11.667 Millionen Euro ein Umsatz auf Vorjahresniveau erzielt (Vorjahr: 11.845 Millionen Euro). Währungsbereinigt wuchsen die Umsatzerlöse um 0,4 Prozent. Aufgrund der diversifizierten Aufstellung der Schaeffler Gruppe mit vier produktorientierten Sparten konnten rückläufige Markttrends in einzelnen Segmenten durch Wachstum in anderen Bereichen ausgeglichen werden.
„Im Berichtszeitraum haben wir vor allem in den Bereichen Humanoide Robotik und Verteidigung weiter gute Fortschritte erzielt. Als integrierter Technologiekonzern sind wir in der Lage, flexibel auf dynamische Marktentwicklungen zu reagieren und deren Effekte in unserem Portfolio weitgehend auszugleichen. Wir bestätigen unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2026“, sagt Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG.
Auf Gruppenebene konnte der Umsatz in den Regionen Americas (0,9 Prozent) sowie Asien/Pazifik (7,1 Prozent) im Berichtszeitraum währungsbereinigt gesteigert werden. In den Regionen Europa (minus 0,5 Prozent) und Greater China (minus 3,7 Prozent) lagen die Umsätze währungsbereinigt unter den Vorjahreswerten.
Kennzahlen der Schaeffler Gruppe für das erste Halbjahr:
[in Mio Euro]
2026
2025
Umsatzerlöse
11.667
11.845
EBIT vor Sondereffekten
549
482
Free Cash Flow (vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten)
-300
-128
Mitarbeitende
108.912
110.753
Die Entwicklung der einzelnen Schaeffler-Sparten im ersten Halbjahr 2026
E-Mobility: Im Berichtszeitraum stiegen die Umsätze der Sparte E-Mobility um währungsbereinigt 7,7 Prozent auf 2.578 Millionen Euro (Vorjahr: 2.405 Millionen Euro). Grund dafür waren vor allem Produkthochläufe in den Regionen Asien/Pazifik und Europa. Das EBIT vor Sondereffekten in den ersten sechs Monaten des Jahres belief sich auf minus 402 Millionen Euro, was einer auf minus 15,6 Prozent (Vorjahr: minus 19,3 Prozent) verbesserten EBIT-Marge vor Sondereffekten entspricht. Die positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurde vor allem von Volumeneffekten in Verbindung mit einer verbesserten operativen Performance in den Produktionswerken getragen.
Powertrain & Chassis: Die Umsätze gingen im Berichtszeitraum maßgeblich aufgrund der Effekte aus der strategischen Bereinigung des Portfolios währungsbereinigt um 3,4 Prozent zurück, auf 4.247 Millionen Euro (Vorjahr: 4.501 Millionen Euro). Zu dieser Entwicklung beigetragen hat zudem das anhaltend schwache Marktumfeld bei den Verbrennern, besonders in den Regionen Greater China und Europa. In den ersten sechs Monaten des Jahres erzielte die Sparte ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 473 Millionen Euro (Vorjahr: 520 Millionen Euro). Durch Volumeneffekten lag die EBIT-Marge vor Sondereffekten mit 11,1 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres.
Vehicle Lifetime Solutions: Die Umsatzerlöse lagen im ersten Halbjahr 2026 mit 1.601 Millionen Euro währungsbereinigt in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 1.621 Millionen Euro). Positive Preiseffekte wirkten dem Volumeneffekt entgegen. Das EBIT vor Sondereffekten lag bei 248 Millionen Euro (Vorjahr: 239 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 15,5 Prozent (Vorjahr: 14,7 Prozent) entspricht. Die Verbesserung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 war vor allem auf Preiseffekte zurückzuführen.
Bearings & Industrial Solutions: In einem herausfordernden Marktumfeld konnte die Sparte ihre Umsätze im Jahresvergleich währungsbereinigt um 1,0 Prozent auf 3.181 Millionen Euro (Vorjahr: 3.237 Millionen Euro) steigern. Positive Wachstumsimpulse kamen unter anderem aus den Unternehmensbereichen Aerospace und Industrial Bearings. Das EBIT vor Sondereffekten lag im Berichtszeitraum bei 286 Millionen Euro (Vorjahr: 251 Millionen Euro). Der Anstieg war vor allem auf die verbesserte operative Performance zurückzuführen, vor allem in den Produktionswerken. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag bei 9,0 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent).
Investitionen zur Steigerung der Performance
Nach sechs Monaten lag der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten der Schaeffler Gruppe bei minus 300 Millionen Euro (Vorjahr: minus 128 Millionen Euro), belastet durch geplante Auszahlungen für Restrukturierungen und Integration in Höhe von insgesamt 236 Millionen Euro. Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) lagen im Berichtszeitraum bei 432 Millionen Euro (Vorjahr: 455 Millionen Euro).
Stand: 08.12.2025
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„Unser konsequenter Fokus auf die Verbesserung der operativen Performance im ersten Halbjahr zeigt insbesondere in den Sparten E-Mobility und Bearings & Industrial Solutions Wirkung. Bei Powertrain & Chassis sowie Vehicle Lifetime Solutions tragen die starken Ergebnisbeiträge zur soliden Profitabilität der Schaeffler Gruppe bei. Unsere Investitionen richten wir klar auf unsere Zukunftsfelder aus. Gleichzeitig werden wir unser Bestandsmanagement weiter optimieren, um unseren Free Cash Flow im weiteren Jahresverlauf nachhaltig zu verbessern“, sagt Christophe Hannequin, Vorstand Finanzen und IT der Schaeffler AG.
Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zurechenbare Konzernergebnis belief sich auf 93 Millionen Euro (Vorjahr: 43 Millionen Euro) und war durch Sondereffekte in Höhe von 56 Millionen Euro belastet. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,10 Euro (Vorjahr: 0,05 Euro). Die Netto-Finanzschulden der Schaeffler Gruppe beliefen sich zum Stichtag 30. Juni 2026 auf 5.545 Millionen Euro (31. Dezember 2025: 4.915 Millionen Euro).
Die Schaeffler Gruppe erwartet für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin Umsatzerlöse in einer Bandbreite von rund 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von minus 4,3 bis 4,3 Prozent. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, im Geschäftsjahr 2026 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 3,5 und 5,5 Prozent zu erzielen. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten wird in Höhe von 100 bis 300 Millionen Euro erwartet.