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Karrieremanagement

Schluss mit der Vogel-Strauß-Taktik

| Autor / Redakteur: Thomas Landwehr / Melanie Krauß

Wer in der digitalen Arbeitswelt Karriere machen will, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken. Werden Sie stattdessen aktiv!
Wer in der digitalen Arbeitswelt Karriere machen will, sollte den Kopf nicht in den Sand stecken. Werden Sie stattdessen aktiv! (Bild: © rangizzz - AdobeStock.com)

Viele Fach- und Führungskräfte – insbesondere diejenigen, die keine „Digital Natives“ sind – stecken angesichts der digitalen Transformation immer noch ihren Kopf in den Sand. Doch nur wer die Komfortzone verlässt und seine Karriere aktiv managt, wird auch morgen noch erfolgreich sein.

Die deutschen Maschinenbauer blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurück und auch die Entwicklungen in 2018 sind gut. Kein Grund also, sich Sorgen um die eigene Karriere zu machen? Stünde da nicht die fortschreitende Digitalisierung im Raum. Die Lufthansa kündigte unlängst an, mehrere Tausend Mitarbeiter durch Branchenfremde in Sachen Digitalisierung zu ersetzen. Und der Luftfahrtkonzern ist bei Weitem kein Einzelfall: 2017 gab Microsoft den Abbau von Tausenden Stellen bekannt. Die Vertriebsorganisation soll auf die digitale Transformation ausgerichtet werden.

Welche Folgen die digitale Transformation für den Arbeitsmarkt haben wird, weiß niemand. Befürchtungen vor einem massiven Stellenabbau entgegnen Experten momentan sehr schnell, dass ja auch neue Jobs entstünden. So erklärte Carl Martin Welcker, seit 2016 Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), durch die Digitalisierung würden „mehr Stellen entstehen als verloren gehen“. Die Geschichte zeigt, dass jede bisherige Stufe der Industrialisierung viele Jobs kostete. Die gute Nachricht ist: Sie schuf dafür aber auch neue Arbeitsplätze. Bestenfalls verschwindet die Arbeit also nicht, sondern wird neu definiert.

Maschinen werden 2025 mehr Arbeit erledigen als Menschen

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Raus aus der Komfortzone

Insbesondere Fach- und Führungskräfte müssen sich aktiv darauf einstellen, dass sich die Digitalisierung auch auf ihre Arbeitsinhalte auswirken wird. Nach wie vor trifft man aber auf Führungskräfte und Mitarbeiter aller Hierarchieebenen, die darauf beharren, dass die Digitalisierung in ihrem eigenen Berufsleben gerade nicht relevant ist. Vor allem die Manager, die in der Old Economy groß geworden sind, tun sich mit der Entwicklung schwer. Industrie 4.0 wird aber nicht funktionieren ohne Mitarbeiter, die das Thema auch umsetzen können. Wer heute in der bisherigen Komfortzone erlernter Verhaltensmuster verharrt, wird morgen möglicherweise ohne Job dastehen. Es gilt, schleunigst die Komfortzone zu verlassen.

Unerlässlich ist, sich laufend auf die sich verändernden fachlichen Anforderungen einzustellen und vorzubereiten. Eine Studie der Universität Hohenheim im Auftrag des VDMA aus dem Jahr 2016 ergab, dass profunde Kenntnisse über das Internet der Dinge, Robotik, 3D-Druck und mobile Geräte wie Tablet und Wearables in wenigen Jahren vorausgesetzt werden, weil sie zur Bewältigung des Arbeitslebens in den Konstruktionsbüros oder Fabrikhallen dazugehören werden. Dazu gesellt sich der Umgang mit Big Data, also der Analyse von Maschinendaten, und das Bewusstsein von Datenschutz. Viele Firmen unterstützen ihre Mitarbeiter dabei bereits und bieten Schulungen an. Mitarbeiter sollten diese Weiterbildungsangebote aktiv einfordern und nutzen.

Knapp sechs von zehn Unternehmen investieren in digitale Kompetenzen

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Um den sich ständig wandelnden Anforderungen gerecht zu werden, müssen Fach- und Führungskräfte vor allem ein agiles Mindset entwickeln. Dazu gehört zuerst die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen: im Job, für die Weiterentwicklung der fachlichen Fähigkeiten, aber auch für die Entwicklung der Persönlichkeit. Es ist die Bereitschaft erforderlich, Neues auszuprobieren, Risiken einzugehen und Fehler zu machen. Den Führungskräften kommt hier eine Vorbildrolle zu. Manager müssen diese Haltung vorleben und die Entwicklung vor- und mitmachen – als Initiator, Vorbild und Treiber des Wandels. Gemeint ist damit nicht allein das Vorhandensein von technischem Wissen, sondern vielmehr ein agiles Mindset, das geprägt ist von Veränderungsbereitschaft und Veränderungskompetenz, der Bereitschaft Zusammenarbeit, Führung und Lernen neu zu leben. Schließlich strahlt das Vorbild auf das Engagement jedes Einzelnen ab. In Zeiten digitaler Transformation wird „Engaging People“ zur Schlüsselqualifikation von Managern und Führungskräften.

Klassische Karrieren mit einem geradlinigen Aufstieg und kontinuierlichen Gehaltserhöhungen werden zukünftig zunehmend abgelöst von Patchwork- oder Mosaik- sowie Projekt- und Fachkarrieren.
Klassische Karrieren mit einem geradlinigen Aufstieg und kontinuierlichen Gehaltserhöhungen werden zukünftig zunehmend abgelöst von Patchwork- oder Mosaik- sowie Projekt- und Fachkarrieren. (Bild: © Przemyslaw Koch - AdobeStock.com)

Die bisherige Vorstellung von einer Karriere zu verändern, ist ebenfalls wichtig. Eine Karriere, die sich an vorgefertigten Schablonen wie einem geradlinigen Aufstieg nach oben mit kontinuierlichem Gehaltsanstieg orientiert, hat in der volatilen und digitalen Arbeitswelt von heute ausgedient. Derzeit wird diese sogenannte Kaminkarriere mehr und mehr abgelöst zugunsten von Patchwork- oder Mosaik- sowie Projekt- und Fachkarrieren.

Forscher prognostizieren, dass jeder Arbeitnehmer künftig in seinem Berufsleben fünfmal seinen Beruf und 22-mal seinen Job wechseln wird. Einstieg, Ausstieg und Umstieg im fließenden Übergang werden mehr und mehr zur Normalität werden. Nur wer diese beruflichen Übergänge aktiv organisiert und managt, wird auch weiterhin erfolgreich sein. Jobsicherheit heute heißt die Fähigkeit, sich den Job von morgen selbst zu sichern.

Auf einen Blick Tipps, wie Sie Ihre Karriere im Zeitalter der digitalen Transformation aktiv managen können:
  • die Komfortzone verlassen,
  • fachliche Kompetenzen weiterentwickeln,
  • ein agiles Mindset entwickeln,
  • die Vorstellung von Karriere verändern
  • und eine Karrierestrategie entwickeln.
  • Eine Karrierestrategie entwickeln

    Dazu müssen Fach- und Führungskräfte eine Karrierestrategie entwickeln: Welche Kompetenzen, welches Wissen und welche Eigenschaften besitze ich und welche muss ich entwickeln, um für potenzielle Arbeitgeber wertvoll zu sein? Was genau ist mein Nutzenangebot an das Unternehmen? Warum sollte man mir auch noch in drei oder fünf Jahren einen Job anbieten? Welchen Marktwert besitze ich heute und welchen morgen? Hilfreich ist, hier die Perspektive potenzieller Arbeitgeber einzunehmen. Erfolgreich agieren kann, wer sein spezielles Nutzenangebot auf dem Arbeitsmarkt kennt, verständlich aufbereitet und sich zielgruppenorientiert vermarktet.

    Langfristig erfolgreich werden künftig nur diejenigen sein, die sich vom Dasein als Unternehmensbewohner verabschieden und ihre berufliche Laufbahn proaktiv und eigenverantwortlich planen – also zum Unternehmer in eigener Sache werden. Gelingt es, das Mindset an die Erfordernisse der Zukunft anzupassen, und gelingt der persönliche Paradigmenwechsel, dann wird auch die Karriere im Zeitalter digitaler Transformation funktionieren.

    Entscheidungen richtig treffen

    Führung

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    21.09.18 - Jeden Tag treffen wir eine Menge an Entscheidungen. Es gibt große, leichte, wichtige, unpopuläre und schwere Entscheidungen. Manche Entscheidungen sind nicht so leicht zu treffen, aber es gibt Möglichkeiten, sich die Entscheidungsfindung zu erleichtern. lesen

    * Thomas Landwehr ist Coach, Karriereberater und Autor in 22087 Hamburg, Tel. (0 40) 22 94 96 62, landwehr@daskarrieresystem.de, www.daskarrieresystem.de

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