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23.10.2026

Schneider Electric, NVIDIA und HPE geben strategische Zusammenarbeit bekannt, um Physical AI für die Prozessindustrie voranzutreiben

Vorstellung der branchenweit ersten Industrial AI Agents at the Edge, die einen praktischen Weg hin zu Physical AI aufzeigen. Auf Basis von HPE Private Cloud AI arbeiten autonome KI-Agenten direkt in industriellen Umgebungen und überwachen, analysieren und optimieren Betriebsabläufe kontinuierlich in Echtzeit. Die Lösung adressiert drei zentrale Hürden beim großflächigen Einsatz industrieller KI: Datensouveränität, Cybersicherheit und Kosten der KI-Nutzung.

Schneider Electric gibt eine strategische Zusammenarbeit mit NVIDIA und HPE bekannt, um den Einsatz von Physical AI in der Prozess- und Schwerindustrie voranzutreiben.

Während sich die aktuelle Diskussion über Physical AI vor allem auf Robotik, humanoide Roboter und autonome Maschinen konzentriert, stellen sich in der Prozessindustrie andere Herausforderungen. Betreiber müssen komplexe, kontinuierlich laufende Prozesse steuern, bei denen Zuverlässigkeit, Sicherheit, Cybersicherheit und Energieeffizienz entscheidende Faktoren für einen zuverlässigen und effizienten Betrieb sind. Bislang fehlte jedoch ein klarer Ansatz dafür, wie Physical AI in solchen komplexen industriellen Umgebungen konkret eingesetzt werden kann.

Schneider Electric, NVIDIA und HPE verfolgen gemeinsam das Ziel, KI näher an den industriellen Betrieb zu bringen und direkt dort einzusetzen, wo Entscheidungen getroffen und Mehrwert geschaffen werden. Als ersten Schritt stellen die Unternehmen nun Industrial AI Agents at the Edge vor.

Die Lösung kombiniert HPE Private Cloud AI, die gemeinsam mit NVIDIA im Rahmen des HPE AI Factory with NVIDIA Portfolios entwickelt wurde, mit der umfassenden Operational-Technology-Expertise von Schneider Electric. Damit können Unternehmen KI-Anwendungen sicher am Edge bereitstellen und skalieren und Informationen in Echtzeit direkt dort verarbeiten, wo sie für kritische Anwendungen benötigt werden, während sie gleichzeitig die Kontrolle über sensible Daten, Sicherheit und Kosten behalten.

Viele Industrieunternehmen stehen weiterhin vor Herausforderungen, wenn sie KI über ihre Betriebsumgebungen hinweg skalieren möchten. Anforderungen an Data Governance, Cybersicherheit, betriebliche Leistungsfähigkeit und die Implementierung von KI können einer breiteren Nutzung im Weg stehen. Der Einsatz am Edge setzt bei drei zentralen Hürden an, die den großflächigen Einsatz industrieller KI weiterhin begrenzen:

  • Datensouveränität: Kritische Betriebsdaten sind häufig zu wertvoll, sensibel oder stark reguliert, um außerhalb der eigenen Betriebsumgebung verarbeitet zu werden. HPE Private Cloud AI bietet eine sichere Grundlage für Industrial AI Agents at the Edge und ermöglicht es Unternehmen, KI nah am Betriebsgeschehen einzusetzen und dabei Kontrolle, Sicherheit und Compliance zu gewährleisten.

  • Cybersicherheit: Eine zunehmende Vernetzung kann zusätzliche Risiken für Industrieumgebungen und kritische Infrastrukturen mit sich bringen. HPE Private Cloud AI reduziert die Angriffsfläche, indem Daten nah an ihrer Quelle gespeichert und verarbeitet werden.

  • Kosten der KI-Nutzung: Mit dem zunehmenden Einsatz von KI können Kosten für cloudbasierte Inferenz, Datenübertragung und Token-Nutzung steigen. Dies kann Unternehmen vor Herausforderungen stellen, wenn sie KI standort- und anlagenübergreifend skalieren möchten. Der Einsatz von KI am Edge mit HPE Private Cloud AI kann dazu beitragen, diese Kosten teilweise zu reduzieren und gleichzeitig mehr Kontrolle darüber zu ermöglichen, wo und wie KI-Workloads ausgeführt werden.

Über die EcoStruxure Industrial Insights Apps von Schneider Electric können Kunden mehrere Industrial AI Agents über eine zentrale Umgebung bereitstellen, verwalten und steuern. Dies vereinfacht das Lifecycle-Management und die Sicherheitsüberwachung und ermöglicht gleichzeitig die vollständige Kontrolle über kritische Systeme und Infrastrukturen.

Die ersten Industrial AI Agents konzentrieren sich auf die Überwachung von Operational Technology, Cybersicherheit und Energieoptimierung. Wie die dafür erforderliche Technologie bereits heute in industriellen Umgebungen eingesetzt wird, zeigt das Beispiel CMPC Chile.

Überwachung von Operational Technology im laufenden Betrieb: CMPC

Die Grundlage für diesen nächsten Schritt ist bei CMPC Chile bereits im Einsatz. Das Unternehmen ist Teil der Empresas CMPC S.A., einem der größten Zellstoff-, Papier- und Verpackungshersteller Lateinamerikas. Seit drei Jahren setzt CMPC Chile das OTMS von Schneider Electric in der Produktion ein, um den Zustand und die Verfügbarkeit der Steuerungssysteme in seinen kontinuierlich laufenden Zellstoff- und Papierprozessen zu überwachen.

OTMS bietet den Teams von CMPC einen einheitlichen Überblick über Steuerungssysteme, Server, Workstations und Switches. Dadurch können Fachkräfte sich abzeichnende Probleme früher erkennen, Störungen schneller diagnostizieren und Wartungsmaßnahmen klarer priorisieren. Dieser bewährte Einsatz verdeutlicht den Nutzen von OTMS als Monitoring-Lösung für Steuerungssysteme und schafft eine solide operative Basis für die künftige Einführung von Industrial AI Agents. Diese haben das Potenzial, Analysen und Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, während die Kontrolle über kritische Maßnahmen weiterhin beim Menschen bleibt.

Die ersten drei Industrial AI Agents at the Edge:

  • OT-Monitoring-Agenten: Sie kombinieren Echtzeit-Betriebsdaten, Anlagenkonfigurationen, Prozesstopologien, Alarme, Wartungshistorien und technische Kontextinformationen, um den physischen Zustand industrieller Anlagen und Prozesse zu erfassen. Die Agenten erkennen sich abzeichnende Probleme, analysieren mögliche Auswirkungen auf den Betrieb, empfehlen oder initiieren Korrekturmaßnahmen und überprüfen, ob diese die erwartete Wirkung erzielen.

  • Cybersicherheits-Agenten: Sie verknüpfen Netzwerkaktivitäten, das Verhalten von Steuerungssystemen, Anlagenkonfigurationen, Betriebsereignisse und Prozessinformationen, um ungewöhnliche Zustände zu erkennen. Die Agenten bewerten mögliche Auswirkungen auf den industriellen Betrieb, empfehlen oder leiten Gegenmaßnahmen ein und überprüfen, ob die Systeme wieder einen sicheren und stabilen Zustand erreicht haben. 

  • Energieoptimierungs-Agenten: Sie kombinieren Prozessdaten, Energieverbrauchsmuster, Anlagenleistung, Betriebsbedingungen und Produktionsanforderungen, um den Energieeinsatz im Industriebetrieb zu analysieren. Die Agenten identifizieren Optimierungspotenziale, empfehlen oder nehmen Anpassungen vor und überprüfen deren Auswirkungen auf Energieeffizienz, betriebliche Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

„Die nächste Generation industrieller Innovationen wird durch Intelligenz vorangetrieben, die direkt in industrielle Betriebsabläufe integriert ist“, sagt Gwenaelle Huet, Executive Vice President Industrial Automation bei Schneider Electric. „Während der Fokus heute vielfach auf autonomen Maschinen liegt, sehen wir großes Potenzial darin, Physical AI in den industriellen Systemen einzusetzen, die für die weltweit wichtigsten Industriezweige von zentraler Bedeutung sind. Gemeinsam mit NVIDIA und HPE bündeln wir unsere Expertise in den Bereichen Automatisierung, KI und Edge Computing, um Kunden dabei zu unterstützen, Betriebsdaten in konkrete Maßnahmen zu überführen. So lassen sich Resilienz, Effizienz, Cybersicherheit und Nachhaltigkeit verbessern und gleichzeitig die Grundlage für zunehmend autonome industrielle Betriebsabläufe schaffen.“

„Industrielle Prozesse erzeugen enorme Datenmengen, doch diese Daten in konkrete Maßnahmen zu überführen, zählt weiterhin zu den größten Herausforderungen der Industrie. Durch die Kombination der offenen NVIDIA Nemotron™ KI-Modelle und HPE Private Cloud AI, einer schlüsselfertigen AI-Factory-Lösung, mit der Industrieexpertise von Schneider Electric und der OTMS-Plattform können Industrial AI Agents Betriebsabläufe in Echtzeit überwachen, analysieren und optimieren und damit den Weg zu Physical AI in der Prozessindustrie beschleunigen“, sagt Sri Kodali, Global Head of Developer Relations – Energy and Utilities bei NVIDIA.

„Industrieunternehmen sehen großes Potenzial im Einsatz von KI und möchten gleichzeitig sicherstellen, dass ihre sensiblen Daten und kritischen Systeme geschützt bleiben. Durch unsere Zusammenarbeit mit NVIDIA und Schneider Electric unterstützen wir Kunden dabei, mit HPE Private Cloud AI KI näher an den Ort zu bringen, an dem Daten entstehen und Entscheidungen getroffen werden. Damit können Kunden den Einsatz von KI an ihren Standorten ausweiten und gleichzeitig die Sicherheit, den Datenschutz und die Kontrolle gewährleisten, die sie für ihren Geschäftsbetrieb benötigen“, sagt Alexia Clements, SVP, Hybrid Cloud Solution Sales bei HPE.

Gemeinsam schaffen Schneider Electric, NVIDIA und HPE die Grundlage für die nächste Generation der industriellen Produktion, in der intelligente Systeme die Leistung kontinuierlich überwachen, analysieren und optimieren können. Im Laufe der Zeit werden diese Fähigkeiten dazu beitragen, die Automatisierung selbst weiter zu automatisieren und damit mehr Sicherheit, Effizienz sowie einen zunehmend autonomen Betrieb in der Prozessindustrie zu ermöglichen.