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Schritt für Schritt in Richtung Digitalisierung

| Autor / Redakteur: Alexander Schenk / Robert Horn

Weg von der Insel, hin zur Gesamtlösung: Diesen Schritt ging das Fertigungstechnikunternehmen Esmatec bei der Digitalisierung seiner Geschäftsprozesse. Das Ziel: eine durchgängige Unternehmenssoftware und das Ende der Zettelwirtschaft.

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Im Portfolio von Esmatec finden sich neben stationären Kantenfräsen auch handgeführte Kantenfräsen. Die Produktionssteuerung erfolgt inzwischen papierlos mit einer ERP/PPS-Gesamtlösung.
Im Portfolio von Esmatec finden sich neben stationären Kantenfräsen auch handgeführte Kantenfräsen. Die Produktionssteuerung erfolgt inzwischen papierlos mit einer ERP/PPS-Gesamtlösung.
(Bild: Esmatec)

Schon mit der Gründung der Esmatec GmbH im Jahr 1989 setzte der damalige Jungunternehmer Markus Esterle auf den Einsatz von kaufmännischer Software. Über mehrere Programme wie „GS Auftrag“ und „Sage“ führte der Weg im Jahr 2013 zu Evo Informationssysteme, einem spezialisierten Hersteller von Industriesoftware mit einem ganzheitlichen Lösungsspektrum für die Metallverarbeitung und den Maschinenbau. „Eine Software, in die über Jahre viele Daten eingegeben wurden, wechselt man nicht ohne triftigen Grund aus. Ausschlaggebend war letztendlich, dass wir Liefertermine nicht mehr einhalten konnten, weil Aufträge durch die Zettelwirtschaft in der Produktion untergegangen sind“, erläutert Markus Esterle. „Die Kunden, die am lautesten geschrien haben, wurden zuerst beliefert.“

Gewachsene Anforderungen

Die Firma Esmatec ist vom Einmannbetrieb auf mittlerweile vierzig Mitarbeiter gewachsen. Auch die beiden Söhne sind im Betrieb operativ integriert und begrüßen die Digitalisierung der Prozesse mit Evo-Software. Mit der durchgängigen ERP/PPS-Gesamtlösung Evocompetition und dem integrierten Produktdaten- und Produktionsdatenmanagement Camback hat jeder den vollen Überblick. Es werden Aufträge für Einzelteile bis Großserien an rund 25 CNC-Maschinen in zwei Schichten bearbeitet. Auch Kantenfräsmaschinen werden als Eigenprodukt im Haus entwickelt, konstruiert und produziert.

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„Die übersichtliche Reihenfolgeplanung von Aufträgen an Maschinen erfolgt digital über die grafische Plantafel. Sie zeigt uns heute frühzeitig, wann welcher Auftrag bearbeitet werden muss und fertig werden kann.“ In seinem Büro zieht Markus Esterle mit der Maus per Drag-and-drop alle neuen Aufträge in den Auftragsvorrat seiner Maschinen. Die digitale Plantafel erlaubt es ihm, mit der integrierten Betriebsdaten­erfassung in der Produktion den Fertigungsfortschritt der Aufträge genau zu beobachten. Über sein grafisches Produktionscockpit kann er die Auslastung aller Maschinen auf einen Blick erkennen. Mit der papierlosen Produktionssteuerung wissen die Mitarbeiter schon im Voraus was als nächstes zu tun ist, so dass sich die Durchlaufzeiten um 10 bis 20% verringert haben.

Alle Abläufe vernetzt

„Nur eine Gesamtlösung“, so Markus Esterle, „bringt den maximalen Nutzwert.“ Keine Insellösungen, sondern ein Komplettsystem, das alle Unternehmensbereiche und Prozesse vernetzt und digitalisiert, bringt den Fortschritt und schnellere Abläufe. Papierkrieg auf den Schreibtischen und Zettelwirtschaft mit Listen gibt es nicht mehr. Alles ist digitalisiert und sofort am Arbeitsplatz aufrufbar. Ein richtiges Wissensmanagement ist entstanden. „Wir legen zum Beispiel CAD-Daten aus Solidcam oder auch NC-Programme produktspezifisch ab und können jederzeit von überall auf die Dokumente zurückgreifen“, beschreibt Markus Esterle die praktische Anwendung. „Absolut nicht mit der früheren Ablage in Windows-Ordnern zu vergleichen.“

Wenn er heute kurzfristig ein Dokument braucht, sucht er nicht mehr in Zettelbergen oder Win­dows-Ordnern. Er nutzt die schnelle Suche im PDM-System Camback. „Für mich ist die Versionierung der Dateien unter einem Dateinamen eine Riesenerleichterung. Sie bringt die nötige Rückverfolgbarkeit einzelner Versionsstände.“ Alte Zeichnungsstände und frühere Datenstände von CAD-Daten können immer noch abgerufen werden. „Nichts geht verloren“, so Markus Esterle.

In Richtung Maschinenintegration und Maschinenvernetzung sieht Markus Esterle noch Verbesserungspotenzial. „Zukünftig werden wir noch die automatisierte CNC-Programmarchivierung mit der Maschinenanbindung realisieren.“ Die Investition in die Informationstechnologie sei für die Unternehmens­entwicklung sehr hilfreich gewesen. „Dank des flexiblen Evo-Baukastenprinzips, das einzelne Module auch nachträglich integriert, ist das leicht und einfach möglich“, ergänzt er.

Überall wo das alte Warenwirtschaftssystem seine Schwächen hatte – Esterle listet auf: „komplizierte Stammdatenanlage, keinen Überblick, keine vernünftige Auftragsplanung“ –, überzeugte die durchgängige Standardsoftware von Evo. „Auch gegenüber allen anderen Anbietern, die wir uns angeschaut haben.“ Wenn er darüber spricht, merkt man ihm an, dass es für ihn auf jeden Fall die richtige Entscheidung war, auf die Lösungen von Evo umzustellen. „Durchgängigkeit, einfache Bedienung und die vielseitigen Möglichkeiten in der Praxis: Das sind die Punkte, die Evo absolut auszeichnen. Mit der Vielfalt an Erweiterungsmöglichkeiten ist Evo unter der großen Vielfalt an Anbietern eine Klasse für sich.“

Die Entscheidung zu einem Wechsel hat sich aus verschiedensten Gründen mehrfach verschoben. Markus Esterle hatte Evo schon seit vielen Jahren immer im Hinterkopf. „Wir haben uns damals bei einem meiner Geschäftspartner kennengelernt.“ Der Kontakt zwischen Evo und Markus Esterle riss seither nicht wieder ab. „Evo hat uns regelmäßig kontaktiert. Eine gewisse Hartnäckigkeit, die sich für alle gelohnt hat.“

Markus Esterle meint – typisch schwäbisch –, er lobe selten, „aber auch die abschließende Softwareinstallation und die Datenübernahme wurde absolut zufriedenstellend und wirklich schnell erledigt“. Alle Kunden- und Lieferantendaten konnten aus dem alten System einfach übernommen werden.

Artikel, Arbeitspläne und Stücklisten haben die Mitarbeiter am PC nach und nach mit neuen Aufträgen angelegt. „Um Datenleichen auszumerzen.“ Vier Wochen später sind die Installation und die Übernahme des alten Datenbestandes in das ERP/PPS-System erledigt und Esmatec im Livebetrieb. MM

* Alexander Schenk ist zuständig für Marketing und Kommunikation bei der Evo Informationssysteme GmbH, 73568 Durlangen, a.schenk@evo-solutions.com, Tel. (0 71 76) 45 29-0

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