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Partnerland Hannover Messe 2019

Schweden ist Wunschpartner für die Digitalisierung

| Autor: Stéphane Itasse

Schweden bringt den traditionellen Maschinenbau und die Digitalisierung gut zusammen.
Schweden bringt den traditionellen Maschinenbau und die Digitalisierung gut zusammen. (Bild: Atlas Copco/Bart Vercammen)

Die Hannover Messe hat ihr Partnerland für die Ausgabe 2019 ganz bewusst ausgewählt. Nicht nur die Deutsche Messe AG sieht Schweden als Vorreiter bei der Digitalisierung innerhalb Europas, sondern auch namhafte Industrievertreter.

Die Regierung und Industrie Schwedens treiben die digitale Transformation voran“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe AG. Damit steht er nicht allein: Der VDMA etwa sieht in Schweden sowohl einen wichtigen Handelspartner für die Maschinenbauer in Deutschland als auch einen Vorreiter in der digitalen Umgestaltung der Wirtschaft. Es sei ein technisch führendes Hochlohnland mit einer Affinität für Industrie-4.0-Anwendungen und Automatisierung. Hinzu kommt eine überdurchschnittliche Forschungsquote von 3,3 % des Bruttoinlandsprodukts, die dem Land den Spitzenplatz in der EU sichert. Zum Vergleich: Deutschland kommt mit einer Forschungsquote von gut 3 % des BIP mittlerweile nur noch auf Rang 4, wie Eurostat berichtet.

„Die Automatisierung hat in Schweden Priorität, um international wettbewerbsfähig bleiben zu können“, erläutert Ulrich Ackermann, Leiter VDMA-Außenwirtschaft. „Darüber hinaus ist Schweden auch ein wichtiger Partner im globalen Kampf für den freien Handel und gegen Protektionismus“, sagt er.

Schweden ist wichtiger Exportmarkt für deutschen Maschinenbau

In der Rangliste der wichtigsten Absatzmärkte des deutschen Maschinenbaus belegte Schweden 2018 (Januar bis einschließlich November) Platz 14 mit einem Ausfuhrvolumen von 3,2 Mrd. Euro. Das war ein Plus von 3,5 % zum Vorjahr. Im gleichen Zeitraum importierte Deutschland von dort Maschinen im Wert von 1,8 Mrd. Euro (plus 1,1 %). Damit lag das nordeuropäische Land auf Platz 13 der Importrangliste. Für 2019 erwartet der VDMA einen Rückgang der Investitionszuwächse in Schweden, was sich auch im Export niederschlagen könnte. Allerdings wird in den Folgejahren wieder mit mehr Investitionen der lokalen Industrie gerechnet.

Deutschland ist seit Jahren der mit Abstand größte Maschinenlieferant in das nordeuropäische Land: 26,9 % aller Maschinenimporte kamen 2017 aus der Bundesrepublik. Dahinter folgte mit weitem Abstand Italien (7,7 %). Die schwedische Industrie mit ihren insgesamt 1,2 Mio. Unternehmen ist geprägt von starken Großkonzernen sowie einer Vielzahl von kleineren Firmen. Mittelständler gibt es dagegen im Vergleich mit Deutschland nur wenige.

Industrie in Schweden setzt Trends bei neuer Technik

Schwedische Produzenten und Kunden sieht der VDMA oft als Trendsetter im Einsatz neuer Technik, etwa von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Auch beim Einsatz von Robotern in der Industrie wird Schweden in Europa nur von Deutschland übertroffen. Kamen in der Bundesrepublik im Jahr 2017 auf 10.000 Industriearbeitsplätze 322 Industrieroboter, waren es in Schweden 240. Produktionsgeschwindigkeit, Produktivität und eine flexible Automatisierung spielen daher für den VDMA eine entscheidende Rolle, um in Schweden erfolgreich zu sein.

Auch die deutsche Elektroindustrie freut sich über die Wahl des Partnerlandes zur Hannover Messe 2019. Schweden verfolgt nach Ansicht des ZVEI ambitionierte Ziele bei der digitalen Umgestaltung. Die Schwerpunkte liegen unter anderem bei E-Health, E-Government sowie der Digitalisierung des Schul- und Finanzsystems. „Die Schweden stehen dem technischen Fortschritt sehr positiv gegenüber“, erläutert ZVEI-Volkswirt Jochen Schäfer. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Robotern erfolge selbstverständlicher als in vielen anderen EU-Ländern. Gemeinsam mit den anderen nordischen Ländern will es, aufbauend auf die Telekomkompetenz skandinavischer Unternehmen, ein länderübergreifendes 5G-Netz schaffen, um Handel und Produktion schnell zu digitalisieren.

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