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Bitkom Scrum ist der König unter den agilen Methoden

| Redakteur: Melanie Krauß

Agile Methoden und insbesondere die Technik Scrum gewinnen im Projektmanagement immer mehr an Bedeutung. So planen laut Bitkom 84 % der Industrieunternehmen den Einsatz der Methode oder nutzen sie sogar bereits.

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Agiles Management bietet verschiedene Vorteile. Der wichtigste ist für die Unternehmen, dass sie durch die Projektmanagement-Methode qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.
Agiles Management bietet verschiedene Vorteile. Der wichtigste ist für die Unternehmen, dass sie durch die Projektmanagement-Methode qualitativ bessere Ergebnisse erzielen.
(Bild: gemeinfrei (Pixabay, geralt) / CC0)

Der Einsatz agiler Methoden im Projektmanagement nimmt Jahr für Jahr zu. Und das aus gutem Grund: Die Mehrheit der deutschen Unternehmen (65 %) hält Projekte, die agil durchgeführt werden, für erfolgreicher. Sie erlauben demnach eine einfachere Zusammenarbeit mit freiberuflichen Spezialisten, die heute bereits rund ein Viertel des gesamten Arbeitsvolumens in IT-Projekten übernehmen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung von mehr als 300 Unternehmen ab 500 Mitarbeitern hervor, die von Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo (Deutschland) AG durchgeführt wurde.

Auch in der Industrie ist Scrum dominant. 84 % der Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern wenden die agile Methode im Projektmanagement an oder planen sie anzuwenden.
Auch in der Industrie ist Scrum dominant. 84 % der Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitern wenden die agile Methode im Projektmanagement an oder planen sie anzuwenden.
(Bild: Bitkom Research GmbH)

Entsprechend weit ist agiles Projektmanagement in der Praxis verbreitet: Jedes zweite Unternehmen (50 %) ist im IT-Bereich bereits auf agiles Projektmanagement umgestiegen. Bei den Unternehmen mit 2000 Beschäftigten und mehr sind es bereits 56 %. Weitere 15 % aller Unternehmen planen den Einsatz in den kommenden 12 Monaten, 18 % diskutieren ihn. Lediglich für knapp jedes siebte Unternehmen (14 %) sind agile Methoden im Projektmanagement derzeit kein Thema. Im direkten Vergleich der agilen Methoden zeigt sich: Der König unter den Methoden des agilen Projektmanagements ist Scrum. Insgesamt nutzen acht von zehn Unternehmen (79 %), die agile Methoden einsetzen oder dies konkret planen, Scrum.

Unternehmen, die agile Methoden bereits anwenden, sehen mehrere Vorteile bei dieser Form des Projektmanagements:

  • qualitativ bessere Projektergebnisse (72 %)
  • einfachere Zusammenarbeit mit IT-Freelancern (53 %)
  • schnellere Umsetzung von Projekten (50 %)
  • schnelleres Erkennen und Reagieren auf auftretende Probleme (47 %)
  • höhere Flexibilität im Projekt (41 %)
  • steigende Mitarbeitermotivation durch mehr Verantwortung und selbstständiges Arbeiten (38 %) der Unternehmen

Für den reibungslosen Ablauf und die effiziente Umsetzung von IT-Projekten kommt es nicht nur auf das richtige Projektmanagement an, es braucht auch die richtige Manpower. Heute sind dafür häufig nicht mehr nur festangestellte Mitarbeiter gefragt, sondern auch eine Vielzahl externer Wissensträger – oftmals Freelancer. Die aktuelle Befragung zeigt, dass IT-Freelancer für Unternehmen immer wichtiger werden. Sechs von zehn Unternehmen (63 %) sagen, dass die Bedeutung der Freiberufler in den kommenden sechs Monaten weiter zunehmen wird. Jedes fünfte Unternehmen (21 %) schätzt gar, dass die Bedeutung der Freelancer für die eigene Firma sehr stark zunehmen wird, 23 % gehen davon aus, dass die Bedeutung stark zunehmen wird. 19 % sagen, sie wird eher zunehmen.

„In Deutschland wird es immer schwieriger, die dringend benötigten IT-Spezialisten zu finden. Experten werden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. „Auch die wachsende Bedeutung von IT-Sicherheit treibt die Nachfrage nach IT-Freelancern. Unternehmen werden deshalb auch nach eigener Einschätzung in Zukunft immer häufiger auf IT-Freelancer zurückgreifen.“

Auch heute schon stehen IT-Freelancer hoch im Kurs. Knapp sieben von zehn Unternehmen (69 %) messen ihnen eine große Bedeutung bei. So leisteten Freiberufler in den vergangenen sechs Monaten bereits mehr als jede fünfte Arbeitsstunde (23 %) bei IT-Projekten im Unternehmen. Bei großen Unternehmen mit 2000 Beschäftigten und mehr war es bereits jede vierte Stunde (25 %). In mehr als jedem zehnten Unternehmen (13 %) werden bereits 40 % und mehr an IT-Projekten von Freelancern erledigt.

Laut den Befragten wird auch dieser Wert innerhalb des nächsten halben Jahres weiter zunehmen. So schätzen die Unternehmen, dass dann 29 % der Arbeitsstunden von IT-Freelancern geleistet werden. Das ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorhalbjahr. In mehr als jedem vierten Unternehmen (26 %) werden IT-Freiberufler dann bereits 40 % oder mehr des IT-Arbeitsvolumens übernehmen. „Die Nachfrage im IT-Bereich ist momentan sehr hoch, denn die Digitalisierung tangiert nahezu alle Bereiche und Branchen und erstreckt sich natürlich auch auf das private Umfeld. Die Freiberuflichkeit hat sich für IT-Spezialisten längst zu einer sehr interessanten Karriereoption entwickelt“, betont Nikolaus Reuter, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Etengo.

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