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Servicerobotik Serviceroboter legen um 39 % zu

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Der Umsatz mit Servicerobotern für den professionellen Einsatz ist auf 6,6 Mrd. US-Dollar gestiegen. Die Gesamtzahl der verkauften Einheiten stieg in diesem Segment um 85 % (2017).

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Serviceroboter entwickeln sich sowohl im professionellen als auch im privaten Einsatz rasant weiter.
Serviceroboter entwickeln sich sowohl im professionellen als auch im privaten Einsatz rasant weiter.
(Bild: ©phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

Am stärksten nachgefragt sind Logistiksysteme mit einem Anteil von 63 % der verkauften Einheiten und 36 % des Umsatzwertes professioneller Serviceroboter. Die Aussichten für Serviceroboter bleiben positiv – nicht zuletzt als ein primäres Aktionsfeld für Start-ups. Das sind Ergebnisse aus dem World-Robotics-Report – Service Robots – der International Federation of Robotics (IFR).

Roboter für Medizin, Logistik und Field-Services als Wachstumstreiber

„Bei der Umsatzprognose 2018-2021 erwarten wir für das Professional-Service-Segment ein kumuliertes Volumen von rund 46 Mrd. US-Dollar“, sagt Gudrun Litzenberger, Generalsekretärin der IFR. Roboter für Medizin, Logistik und Field-Services seien dabei die wichtigsten Wachstumstreiber.

Im Jahr 2017 wurden 69.000 Logistiksysteme installiert – das sind 162 % mehr als im Vorjahr (2016: 26.300 Einheiten). Dabei wurden 6700 fahrerlose Transportsysteme in Produktionsumgebungen eingesetzt und 62.200 außerhalb des produzierenden Gewerbes installiert. Der Umsatzwert mit Logistiksystemen wird auf rund 2,4 Mrd. US-Dollar geschätzt - ein Plus von 138 % gegenüber 2016.

Rund 300 der inzwischen mehr als 700 registrierten Unternehmen, die Serviceroboter liefern, kommen aus Europa.
Rund 300 der inzwischen mehr als 700 registrierten Unternehmen, die Serviceroboter liefern, kommen aus Europa.
(Bild: IFR)

Medizinroboter haben sich ebenfalls als Serviceroboter mit großem Wachstumspotenzial etabliert: Der Umsatzgesamtwert in diesem Segment stieg auf 1,9 Mrd. US-Dollar und machte 29 % des Gesamtverkaufswertes professioneller Serviceroboter im Jahre 2017 aus. Wichtigste Anwendungen sind robotergestützte Chirurgie oder Therapie- und Rehabilitationsroboter, die Menschen mit einer Behinderung unterstützen oder Menschen mit dem Ziel therapieren, ihre körperlichen oder kognitiven Funktionen zu verbessern.

Feldroboter machen 15 % aus

Der Umsatz mit Feldrobotern, die hauptsächlich Melkroboter umfassen, macht etwa 15 % des Gesamtverkaufswerts professioneller Service-Roboter aus. Ihr Anteil sank leicht um 2 % auf 966 Mio. US-Dollar. Die Gesamtzahl der im Jahr 2017 verkauften Feldroboter betrug 6375 Einheiten, was einem Anteil von 6 % an der gesamten Stückzahl entspricht. Insgesamt wurden 2017 rund 5400 Melkroboter verkauft, verglichen mit rund 5300 Einheiten im Jahr 2016. Das entspricht einer Steigerung von 2 %. Im Jahr 2016 ging der Umsatz aufgrund einer finanziell angespannten Lage bei den Milchbauern zurück. Die Auswirkungen dieser Effekte sind im Jahr 2017 noch immer sichtbar. Agrarroboter (Ackerbau für Pflanzen-, Gemüse- und Obst, Ernte) werden zunehmend auf dem Markt etabliert. Der Absatz stieg von 190 Einheiten im Jahr 2016 auf 520 Einheiten im Jahr 2017.

Gleichzeitig entwickelt sich der Markt für Serviceroboter für den privaten Einsatz rasant weiter, die Menschen in ihrem Alltag unterstützen oder für Unterhaltung zuständig sind. Der Gesamtwert stieg um 27 % auf 2,1 Mrd. US-Dollar. Die Gesamtzahl kletterte um 25 % auf rund 8,5 Mio. Einheiten (2017). Schätzungen zufolge wurden fast 6,1 Mio. Roboter für Aufgaben im Haushalt wie beispielsweise Staubsaugen, Rasenmähen, oder Fensterputzen verkauft – eine beeindruckende Steigerung von 31 % gegenüber 2016. Die tatsächliche Zahl könnte jedoch deutlich größer sein, da die IFR-Umfrage diesen Bereich noch nicht vollständig erfasst. Der Wert betrug etwa 1,6 Mrd. US-Dollar. Das ist eine Steigerung von 30 % im Vergleich zu 2016.

„Robotik in Privat- und Haushaltsanwendungen hat weltweit ein starkes Wachstum verzeichnet“, so Martin Hägele, IFR Service Robot Group und langjähriger Autor des Reports. „Bodenreinigungsroboter, Robotermäher und Edutainment-Roboter (letztere werden zunehmend als Sozialroboter bezeichnet) sind zunehmend Teil unseres Lebens geworden. Zukünftige Produktvisionen weisen auf Haushaltsroboter von höherer Komplexität, Leistungsfähigkeit und Wert hin, wie beispielsweise Assistenzroboter zur Unterstützung älterer Menschen, als Helfer bei der Hausarbeit und zur Unterhaltung“.

Europäische Serviceroboterhersteller spielen eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt: Rund 300 der inzwischen mehr als 700 registrierten Unternehmen, die Serviceroboter liefern, kommen aus Europa. Nordamerika steht mit rund 250 Herstellern an zweiter Stelle und Asien mit rund 130. Darüber hinaus sind etwa 30 % der Service-Roboter-Lieferanten Start-ups mit einem Alter von maximal fünf Jahren, was die Dynamik dieses aufstrebenden und fortschrittlichen Segments in der Robotik verdeutlicht.

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