Pneumatische Hebebühnen Sicher auf Hebebühnen selbst in explosionsgefährdeten Zonen
Fast ein Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle in Deutschland zwischen 2001 und 2010 sind laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin auf Stürze zurückzuführen, teilweise schon aus weniger als drei Metern Höhe. Abhilfe soll ein umfassendes Sicherheitsprogramm bieten.
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Grund für diese Unfälle auf Hebebühnen sind meist fehlende Sicherheitsvorkehrungen. Vor allem beim Lackieren großer Fahrzeuge oder Bauteile wird oft noch mit wackeligen Leitern gearbeitet, da sich ungekapselte elektrische Hebebühnen wegen des Explosionsschutzes nicht eignen. Dabei gibt es inzwischen Hub-Lösungen, die mit derselben Druckluft betrieben werden wie auch die Lackier-Werkzeuge. Der Installationsaufwand wird dadurch minimiert und gleichzeitig der Arbeiter durch eine Vielzahl an konstruktiven Maßnahmen abgesichert. Beim Omnibus-Hersteller Evobus beispielsweise kam es damit in über zehn Jahren nur zu einem einzigen leichten Sturz.
Griff zur Leiter sollte die letzte Wahl darstellen
Leitern, egal ob Steh-, Tritt- oder Anlegeleiter, sollten für Arbeiten in der Höhe immer das letzte Mittel der Wahl sein: Zu unsicher ist ihr Stand und zu schlecht der Halt für die Person, die oben steht. Schon die Betriebssicherheitsverordnung stellt klar: „Die Benutzung einer Leiter als hoch gelegener Arbeitsplatz ist auf Umstände zu beschränken, unter denen die Benutzung anderer, sichererer Arbeitsmittel wegen der geringen Gefährdung und wegen der geringen Dauer der Benutzung oder der vorhandenen baulichen Gegebenheiten, die der Arbeitgeber nicht ändern kann, nicht gerechtfertigt ist.“
Herkömmliche Hebebühnen können im Farbnebel Explosion hervorrufen
Der Auslegungsspielraum dieser Verordnung ist jedoch weit gefasst, sodass in der Praxis statt auf sichere oft auf günstige oder einfach zu handhabende Steighilfen zurückgegriffen wird. Speziell beim Vorbereiten und Lackieren großer Werkstücke bietet sich dazu die Leiter an, weil sie leicht umgesetzt werden kann – zumal herkömmliche Hebebühnen im Farbnebel der Lackierkabinen ohnehin nicht genutzt werden dürfen, da der elektrische Funke eine Explosion hervorrufen könnte.
Explosions- und Personenschutz durch Pneumatik
Dabei hat genau für diesen Bereich das norwegische Unternehmen Reglo A.S. bereits vor über 30 Jahren zwei spezielle Typen von Hubarbeitsbühnen entwickelt, die rein mit Druckluft arbeiten und daher Atex-konform keine Zündpunkte enthalten: den wandmontierten Wallman und den mobilen Liftman. Der Ex-Schutz war dabei jedoch nur ein Teil eines detaillierten Konzepts für die Sicherheit des Benutzers: Dies beginnt damit, dass nur eine Luftzuführung benötigt wird, da zum Beispiel Lackierpistolen direkt im Arbeitskorb angeschlossen werden können. Zusätzliche Stolperfallen werden so vermieden.
Druckluftzylinder sorgen für stabile Positionierung
Die Hub-Pneumatik selbst ist so gestaltet, dass ein Sicherheitsventil ein plötzliches Entweichen der Druckluft und damit ein zu schnelles Absenken des Korbes verhindert. Zudem hängt die Bühne auch an einer Sicherheitskette, die das 11-fache des vorgeschriebenen Gewichts abfangen kann und sich automatisch strafft, wenn der Korb sich auf ein Hindernis absenkt. So wird sichergestellt, dass er nicht abfällt, sobald die Barriere entfernt wird. Druckluftzylinder sorgen daneben auch beim horizontalen Teleskopieren für eine stabile Positionierung. Mittels einer pneumatischen Einfahrfunktion kann die Arbeitsbühne in Notfällen sogar vom Boden aus eingeholt werden, bei Druckverlust lässt sie sich jedoch ebenso manuell bewegen.
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