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Hannover Messe: Ein Blick hinter die Kulissen „Sicherheit hat oberste Priorität“

| Autor / Redakteur: Stefan Graf / Susanne Hertenberger

Wer auf der Hannover Messe unterwegs ist, erlebt diese als einen gut funktionierenden Mikrokosmos. Selbst wenn zehntausende Menschen sich auf dem Messegelände aufhalten, läuft alles in geordneten Bahnen. Doch was passiert, wenn es auf der Messe einmal brennen sollte oder Menschen verunglücken?

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Olaf Dudda sorgt mit seinen Kollegen für Brandschutz auf dem Messegelände.
Olaf Dudda sorgt mit seinen Kollegen für Brandschutz auf dem Messegelände.
(Bild: Deutsche Messe)

Um dies zu verhindern und zu helfen, ist rund um die Uhr die Werkfeuerwehr der Deutschen Messe AG einsatzbereit. Olaf Dudda sorgt als Leiter der Werkfeuerwehr und als Brandschutzbeauftragter für Sicherheit. „Unser Ziel ist es, im Notfall in drei Minuten an jedem Ort des Geländes zu sein“, versichert der Feuerwehrchef der Messe. „Darüber hinaus rückt bei jedem Alarm gleichzeitig die hannoversche Berufsfeuerwehr mit aus.“ Ebenso wie auch bei anderen Messen ist die Werkfeuerwehr bereits seit den Tagen vor Beginn der Veranstaltung einsatzbereit und bleibt es auch noch bis einige Tage nach Torschluss.

In der Werkfeuerwehr sind zurzeit 30 Mitarbeiter nebenberuflich aktiv. „50 % meines Jobs ist es, die Feuerwehr zu leiten, also die Aufgaben eines Ortsbrandmeisters in einer öffentlichen Feuerwehr wahrzunehmen“, erklärt Dudda. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit umfasst das Koordinieren vorbeugender Brandschutzmaßnahmen auf dem Messegelände. Er erstellt unter anderem Brandschutzinformationen wie die Brandschutzordnung, arbeitet im Arbeitsschutzausschuss mit und berät seine Kollegen im Facility Management in Fragen zum Brandschutz. Dabei wird er von einer Vielzahl von Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen unterstützt.

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Brandschutz beginnt mit dem Aufbau

Brandschutz beginnt bereits in der Aufbauphase der Messe: Schon im Vorfeld prüfen er und seine Kollegen die nahezu unzähligen Standvarianten auf Gefahren. Ein Schwerpunkt im Sicherheitskonzept des Messegeländes ist die Brandfrüherkennung. Fast alle Räumlichkeiten auf dem Messegelände sind mit automatischen Brandmeldern ausgestattet. Dies sind rund 19.000 Stück – somit sicherlich eine der umfangreichsten Brandmeldeanlagen in Hannover. Der zweite Schwerpunkt ist die Entrauchung, die aus Ventilatoren in den Dachflächen besteht oder Klappen, die aufgrund der Ansteuerung durch die Brandmelder auffahren. „Wir öffnen hier bei einem Feueralarm etwa 2 % der jeweiligen Dachfläche. Viele Hallen sind zudem gesprinklert, sodass auch eine Brandbekämpfung hier schon automatisch beginnt. Durch die umfangreiche Überwachung und da es hier durch die vielen Auf- und Abbauten oft wie auf einer Baustelle zugeht, haben wir im Jahr 80 bis 100 Feueralarme“, sagt Dudda. Fast immer sei es aber ein Fehlalarm, der durch Abgase, Stäube oder Küchendämpfe ausgelöst wurde. Manchmal ist es aber auch ein Entstehungsbrand, der dann schnell bekämpft wird.

Einsatz für die Gäste

Auch außergewöhnliche Einsätze gab es schon: „Ein besonderer internationaler Gast, um den wir uns kümmern mussten, war ein Tiger, den ein Aussteller auf dem Stand haben wollte. Der Tiger kam aus dem Zirkus, war daher größere Menschenmengen gewöhnt und hat sich auch sehr ordentlich hier verhalten. Es gab aber auch reichlich Maßnahmen, damit es ihm hier gut ging.

Einen wertvollen Tipp hat er für Messebesucher: „Unsere Gäste sollten sich morgens genau merken, wo sie ihr Auto abgestellt haben. Da unsere Feuerwache neben dem Parkhaus Nord 7 liegt, kommen oft Besucher auf uns zu und fragen, ob wir dabei helfen könnten, ihren Wagen wiederzufinden. Bisher ist uns auch das noch immer gelungen.“

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