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3. Neulinge haben bei Big Data oft die Nase vorn!
Daten aus der Wertschöpfungskette sind laut Gisela Lanza eine strategische Ressource. Sie helfen etwa bei der Preisoptimierung oder helfen dabei, die Kunden besser zu verstehen. Das Schlagwort Big Data geistere zwar auch schon rund 10 Jahre durch Deutschland, doch damit etwas anzufangen wusste kaum jemand. Lanza dazu: „Daten werden immer noch gar nicht, oder falsch erhoben, kaum systematisch ausgewertet oder aufbereitet.“ So kann man nichts wirklich analysieren oder sein Geschäftsmodell passend weiterentwickeln. Die „fetten“ Jahre im deutschen Maschinenbau rächten sich nach Ansicht der Professorin jetzt, weil man in diese Richtung nichts investiert habe, um sich auf den reinen Output zu konzentrieren.
Was tun? Schnell nachinvestieren! Denn Asien hat uns mit neuen Werken, Produktionsstraßen und der direkten digitalen Produktentwicklung längst abgehängt, heißt es. Die Daten sprudeln dort munter. Der adäquaten Entwicklung neuer Geschäftsmodelle steht als nichts im Weg. Lanza rät: „Entwickeln Sie eine Strategie. Fangen Sie aber auch ganz pragmatisch einfach schon mal an. Definieren Sie die wichtigsten Datenpunkte, werten Sie diese aus, experimentieren Sie damit – und zwar jetzt.“
4. Die Produktentwicklung muss sich auf die Anwender fokussieren!
In der Regel entwickelt der deutsche Maschinenbau hochwertigste Produkte, die sich ihre Märkte selber generiert haben, erklärt Schulze dazu. Doch seien viele der Anlagen technisch-evolutionär weiter, als es die Anwender eigentlich brauchten. Man denke an teure, selbst entwickelte Schrauben und viel zu umfangreiche Produktsortimente, sagt Schulze. Der Konsumerbereich sei der Lösung des Problems einmal mehr näher als der Maschinenbau. Dort schaut man, was der Kunde will und was genau er braucht, um glücklich zu sein. Normierte Zulieferung, so Schulze, heißt nun das Motto.
„Statt Lösungen für abstrakte Anwendungen zu entwickeln, sollte man also mit den Anwendern diskutieren, damit an der Praxis nicht vorbei gearbeitet wird“, sagt der Unternehmensberater. Aber bitte nicht die Variantenvielfalt unbedingt erhöhen! Neue Managementkonzepte, wie das Design Thinking, helfen nämlich nicht nur bei der Unterhaltungselektronik sondern auch im Maschinenbau, um auf den Punkt genau zu entwickeln.
5. Lassen Sie sich bei „Green Tech“ nicht von anderen vom Platz drängen!
Nachhaltigkeit in Bezug auf Ökonomie und Ökologie ist eine weltweiter Megatrend, der noch lange anhalten dürfte. Weil die Deutschen als besonders „grün“ gelten, sollte man das nutzen, um von diesem Leumund zu profitieren. Prof. Lanza dazu: „Weltweit verschärfen sich die Umweltauflagen! Also müssen auch internationale Anbieter erst jetzt nachhaltiger werden. Das ist die Chance für deutsche Maschinenbauer!“
Die Forscherin empfiehlt: „Entwickeln Sie eine konkrete Strategie, um Ihre Produkte und Prozesse nachhaltig werden zu lassen. Unterbieten Sie bestehende Grenzwerte, um sich Wettbewerbsvorteile kontinuierlich zu sichern.“ Schauen Sie auf die Automobilbranche und deren Umschwung auf Elektromobilität. Werden Sie in Ihrem Metier zum Visionär und Enabler, um sich von anderen zu differenzieren.
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