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Planetengetriebe

Smarte Getriebe für intelligente Maschinen

| Redakteur: Stefanie Michel

Ab Herbst 2019 sind bei Wittenstein erstmals smarte Getriebe mit „cynapse“-Feature erhältlich. Diese Getriebe mit integrierter Sensorik können Lage, Temperatur, Vibrationen, Betriebsdauer und Einbaulage erfassen, speichern, ausgeben sowie verarbeiten.

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Produkte und Antriebslösungen werden zunehmend smarter und um digitale Services ergänzt: Ein Beispiel dafür ist das neue smarte Planetengetriebe von Wittenstein alpha.
Produkte und Antriebslösungen werden zunehmend smarter und um digitale Services ergänzt: Ein Beispiel dafür ist das neue smarte Planetengetriebe von Wittenstein alpha.
(Bild: Wittenstein)

Ab Herbst 2019 sind bei Wittenstein erstmals smarte Getriebe mit „cynapse“-Feature, also mit integrierter Sensorik, erhältlich. Äußerlich unterscheiden sich Getriebe mit „cynapse“ weder in Bauform, Größe noch Kontur von den bestehenden Baureihen: kein außen aufgestecktes Bauteil, dafür ein formschlüssig und in das Getriebe integriertes Sensormodul mit elektronischem Typenschild und IO-Link-Schnittstelle. Dadurch können bereits konstruierte Antriebslösungen ohne Anpassungen bestehen bleiben. Zunächst ist diese Funktionalität bei den Getrieben der Premium-Line verfügbar, später wird sie dann schrittweise auf alle Getriebebaureihen von Wittenstein Alpha ausgeweitet.

Auf der Hannover Messe 2019 wurde das smarte Getriebe erstmals vorgestellt. Hintergrund der Entwicklung eines solchen Produktes sei laut Patrick Hantschel, Leiter des Digitalization Center bei Wittenstein, dass man als Unternehmen zukünftig nicht (nur) Produkte sondern auch Services verkaufen möchte. So fügt sich dieses neue Produkt in die Digitalstrategie des Unternehmens ein und öffnet neue Potenziale, die Daten über den kompletten Lebenszyklus bieten.

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Smartes Getriebe hat etwas zu sagen

Bisher konnten Getriebe nicht kommunizieren. Mit der neuen smarten Variante ändert sich dies grundlegend. Diese Getriebe „haben was zu sagen“: Sie können unterschiedliche Einflussgrößen aus dem Prozess sowie dem Einsatzumfeld, die im Betrieb auf das Getriebe einwirken, erfassen, speichern und an Automatisierungssysteme sowie in alle gängigen IIoT-Plattformen kommunizieren. Diese „cynapse“ genannte Funktionalität der smarten Getriebe – bestehend aus Sensormodul, Datenausgabe per IO-Link und der sich daraus ergebenden Industrie-4.0-Konnektivität – wird ergänzt durch integrierte Logikfunktionen. Diese erlauben die Umsetzung kundenspezifischer Aufgabenstellungen. So können beispielsweise direkt im smarten Getriebe Ist- und Schwellwerte von Temperaturen und Vibrationen verglichen, Über- oder Unterschreitungen per Alarm gemeldet und als Events gespeichert und dokumentiert werden.

Gerade in kritischen Achsen sei somit noch mehr Transparenz, Performance, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit möglich. Kritische Betriebszustände werden frühzeitig erkannt, das Risiko von Schäden am Getriebe und am Antriebsstrang wird minimiert und teure Instandsetzungen oder Maschinenausfälle werden vermieden. Darüber hinaus lassen sich die Getriebedaten in die Wartungs-und Instandhaltungsmaßnahmen der gesamten Maschine oder Anlage integrieren.

Baustein für die digitale Transformation

Die smarten Getriebe von Wittenstein Alpha sind nach eigenen Aussagen ein wichtiger Baustein für die digitale Transformation von Produktionsprozessen und -strukturen, weil sie eine bislang vorhandene „Black Box“ in der Transparenz von Antriebssträngen eliminieren. Gleichzeitig stellen sie zusätzliche Informationen bereit, die Automatisierungssysteme und Cloud-Applikationen für mehr Flexibilität, Verfügbarkeit und Produktivität von Maschinen und Anlagen nutzen können.

Die smarten Getriebe sind ab Herbst 2019 verfügbar; ebenso wird dann das zugehörige IODD-file im IODDfinder-Portal zum Download zur Verfügung stehen.

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