E-Mobilität auf dem Wasser Solarbetriebene Autofähre für die Mosel zu Wasser gelassen

Redakteur: Beate Christmann

Auf der Ostsee ist die weltweit erste solarbetriebene, vollelektrische Autofähre für Binnengewässer zu Wasser gelassen worden. Ende 2017 soll sie eine konventionell angetriebene Fähre auf der Mosel in Oberbillig, an der deutsch-luxemburgischen Grenze, ersetzen. Die Gemeinde verspricht sich eine deutliche Dieseleinsparung sowie die Reduzierung von Abgas- und Lärmemissionen.

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Auf dem Strelasund, einem Ostseearm in Mecklenburg-Vorpommern, wurde die, laut ihrer Hersteller, weltweit erste Elektro-Solar-Autofähre für Binnengewässer zu Wasser gelassen – bald soll sie sich auf den Weg an die Mosel machen, wo sie künftig zwischen dem rheinland-pfälzischen Oberbillig und dem luxemburgischen Wasserbillig bendeln soll.
Auf dem Strelasund, einem Ostseearm in Mecklenburg-Vorpommern, wurde die, laut ihrer Hersteller, weltweit erste Elektro-Solar-Autofähre für Binnengewässer zu Wasser gelassen – bald soll sie sich auf den Weg an die Mosel machen, wo sie künftig zwischen dem rheinland-pfälzischen Oberbillig und dem luxemburgischen Wasserbillig bendeln soll.
(Bild: Ostseestaal)

Die Gemeinde Oberbillig im Landkreis Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz) kann es kaum erwarten: Noch in diesem Jahr soll sie die weltweit erste solarbetriebene und vollelektrische Autofähre für Binnengewässer in Betrieb nehmen können. Sie hatte das Elektro-Solarschiff bei den Unternehmen Formstaal und Ostseestaal, beide ansässig in Stralsund, in Auftrag gegeben. Diese sind schon länger auf dem Gebiet der maritimen Elektromobilität aktiv. Erstmals konzipierten sie nun ein Schiff auch für den Frachttransport. Nun ließen sie es in der Ostsee zu Wasser, bevor es sich auf die Reise an die Mosel begeben wird.

Elektro-Solarfähre ersetzt konventionelle Autofähre

„Mit der Neubeschaffung einer modernen, strombetriebenen Fähre werden jährlich rund 14.000 l Diesel eingespart und die Abgas- und Lärmemissionen deutlich reduziert,“ zeigt sich Andreas Beiling, Ortsbürgermeistern von Oberbillig überzeugt. Seit 1966 pendelt auf der Mosel an der deutschen Grenze eine konventionelle Autofähre zwischen Oberbillig und der luxemburgischen Gemeinde Wasserbillig. Die neue, 28 m lange Fähre mit umweltschonendem Antriebskonzept soll pro Fahrt bis zu 45 Fahrgäste und sechs Autos befördern.

„Mit der Mosel-Fähre bringen wir das dritte Elektro-Solarschiff-Projekt in diesem Jahr zum Abschluss“, erklärt Ingo Schillinger, Senior Sales Manager bei Formstaal/Ostseestaal. Mit den Erfahrungen aus den vorangegangenen Schiffsprojekten konnten die Stralsunder Konstrukteure nach eigener Aussage eine Reihe neuer Lösungen beim Bau der Elektro-Solar-Autofähre verwirklichen, so zum Beispiel neuartige Lithium-Polymerbatterien, verbesserte E-Ladetechnik und neu entwickelte Elektromotoren.

Energieeffizient und geräuscharm

Die Autofähre ist mit insgesamt vier Elektromotoren ausgestattet. Diese sind im Schiffsrumpf so eingebaut worden, dass sie demontiert werden können sollen, ohne die Fähre aus dem Wasser heben zu müssen. Die Linienführung des Schiffsrumpfes führt nach Unternehmensangaben dazu, dass die Wasserverdrängung der Fähre um 10 % geringer ausfällt als bei einem konventionellen Schiff. In diesem Vergleich soll es zudem durch das E-Mobilitätskonzept gelungen sein, die Geräuschemission um 80 % zu senken. Der Einsatz von LED-Leuchten an Bord soll sich zusätzlich energiesparend auswirken. „Unsere Schiffe benötigen im Vergleich zu konventionellen Schiffen für die gleiche Leistung lediglich ein Viertel der Antriebsleistung“, ist sich Ingo Schillinger sicher.

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