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Kanban-System Elkasy macht frei von festen Lieferantenbindungen
Einen wichtigen Punkt betont Elkasy-Vordenker Ottliczky besonders: die fehlende Lieferantenbindung. Im konkreten Fall heißt das, dass der Druckluft-Spezialist Comp-Air jederzeit einen Lieferanten, den er über dieses System „laufen“ hat, austauschen kann. Er kann also „auf dem Klavier des strategischen Einkaufs spielen“, wie sich Ottliczky ausdrückt. Wenn ein anderer Lieferant beispielsweise 20% günstiger anbietet, ist er von heute auf morgen umstellbar.
Allen Erfolgen zum Trotz gestaltete sich der Anfang von Elkasy am Comp-Air-Standort Simmern nicht leicht, denn plötzlich hatte man mit P. S. Cooperation als System-Provider einen dritten Partner im Boot, der über das System finanziert werden musste. Aus den Fachbereichen Finanzen und Einkauf wurden durchaus kritische Fragen nach den realisierbaren Einsparungen laut. Nach der letzten Inventur beim Druckluftspezialisten kam aus dem Finanzbereich jedoch die klare Aufforderung zum Ausbau des Elkasy-Projekts.
Grundsätzlich kann man für den Einsatz des elektronischen Kanban-Systems drei Voraussetzungen nennen, ohne die eine Einführung nicht sinnvoll wäre: Es müssen rechenbare Einsparpotenziale vorhanden sein, das System muss absolut prozesssicher sein und die Produktion muss das System akzeptieren (Bild 3).
Dank Kanban wissen Lieferanten jeden Tag, was am Anlieferort fehlt
Ottliczky geht es dabei nicht darum, einen Lieferanten abzulösen, der ein beliebiges Behälter-Wechselsystem beim Kunden installiert hat. Sein Geschäft ist es, die breite Masse an unterschiedlichen Teilen von verschiedenen Lieferanten bereitzustellen — und das über die gesamte Prozesskette bis hin zur schlanken Rechnungsprüfung oder dem Gutschriftverfahren, bei dem der Lieferant nur noch die eingegangene Ware gezahlt bekommt. Letztendlich muss jeder Lieferant jeden Tag genau wissen, was bei Comp-Air an den verschiedenen Anlieferorten fehlt.
In Simmern sieht der konkrete Ablauf wie folgt aus: Alle elektronischen Bestellungen, die von der Produktion bis Mittwochnacht um 23 Uhr über das Kanban-System Elkasy ausgelöst wurden, müssen am darauffolgenden Montagmittag um 12 Uhr an einem definierten Übergabepunkt abgeladen sein. Am Nachmittag kommt dann der Logistikdienstleister, registriert den Wareneingang über RFID und befüllt die bereitstehenden Behälter oder Lagerplätze.
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