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500 Borsten im One-Shot-Prozess ausformen
Mit einem sehr hohen Integrationsgrad punkte auch eine in Orlando präsentierte Health-Care-Anwendung: Auf einer vollelektrischen e-motion 170/110 T in Reinraumausführung werden von pheneo (Deutschland) entwickelte Interdentalbürsten vom Typ „scrub!“ produziert. Bis zu 500 Borsten lassen sich laut Engel direkt im Einkomponenten-Spritzguss gemeinsam mit der Seele und der Grifffläche ausformen. Das im Borstenbereich hoch filigrane Hochleistungs-Präzisionswerkzeug hat acht Kavitäten und stammt von Hack Formenbau (Deutschland). Für die Automatisierung verantwortlich zeichnet Hekuma in Deutschland. Präsentiert werde eine vollständig automatisierte Fertigungszelle, die im modularisierten Hekuflex Design von Hekuma ausgeführt sei. Unmittelbar nach dem Spritzguss werden die Teile per Kamera geprüft und zu jeweils 16 Stück in Verkaufsbeutel verpackt. Alle vier Sekunden verlasse so ein Beutel die Fertigungszelle.
„Wir schlagen mit dem hochintegrierten Herstellungsprozess und der Einkomponentenausführung die Effizienz von am Markt etablierten Produkten und Verfahren um ein Vielfaches“, macht Jon Kelm, Leiter der Business Units Medical und Packaging von ENGEL in Nordamerika, deutlich. „In der Regel bestehen Interdentalbürsten aus drei Komponenten – der Grifffläche, einem Drahtgeflecht und den Filamenten –, die meistens in von¬einander unabhängigen Prozessen produziert werden. Unsere Lösung dagegen spart komplette Arbeitsschritte ein und reduziert zudem den logistischen Aufwand.“
Inject 4.0 vernetzt und digitalisiert Spritzgießfunktionen
Bei einem Gesamtschussgewicht von nur 1,93 g acht Kavitäten mit äußerst filigranen Strukturen vollständig zu füllen, stellt nicht nur an das Werkzeug, sondern auch an die Präzision und Konstanz der Spritzgießmaschine extrem hohe Anforderungen. Hierfür hat Engel zwei Antworten: Erstens die vollelektrische Hochleistungsspritzgießmaschine e-motion und zweitens inject 4.0. Unter dem Oberbegriff inject 4.0 bündelt Engel Softwareprodukte für die Digitalisierung und Vernetzung der Fertigungsprozesse, wie die intelligenten Assistenzsysteme der iQ Produktfamilie, die Schwankungen in den Umgebungsbedingungen und im Rohmaterial erkennen und automatisch ausgleichen, noch bevor Ausschuss entsteht. Die Besucher der NPE können in der CC300-Steuerung der e-motion Maschine live verfolgen, wie „iQ weight control“ beim Einspritzen den Druckverlauf über der Schneckenposition analysiert und Schuss für Schuss sowohl den Umschaltpunkt als auch das Einspritzprofil und den Nachdruck an die aktuellen Bedingungen anpasst. Parallel dazu ermittelt „iQ clamp control“ auf Basis der Werkzeugatmung die für den Prozess optimale Schließkraft und stellt diese automatisch ein. Als drittes Assistenzsystem im Bunde regelt „iQ flow control“ die Temperaturdifferenzen in den einzelnen Verteilerkreisen des Werkzeugs sowie die Leistung der Pumpen in den Temperiergeräten, um konstante Temperierverhältnisse sicherzustellen und den Energiebedarf zu senken. „Mit den intelligenten Assistenzsystemen optimiert sich die Spritzgießmaschine kontinuierlich selbst“, erklärt Kelm. So könnten auch Maschinenbediener mit wenig Erfahrung optimale Ergebnisse erzielen.
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