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Verschleißschutz/Korrosionsschutz

Spezialbeschichtungen meistern ganz harte Einsätze

| Autor/ Redakteur: Klaus Vollrath / Stéphane Itasse

Oberflächenschutz Will man Stahl, Aluminium oder andere Metalle gegen Korrosion oder Verschleiß beständig machen, schützt man sie durch Lacke, galvanische Überzüge oder Verzinkung. Doch bei besonderen Anforderungen werden Spezialbeschichtungen notwendig.

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Mittels Flammspritzen lassen sich Schutzbeschichtungen auf Metalle aufbringen.
Mittels Flammspritzen lassen sich Schutzbeschichtungen auf Metalle aufbringen.
(Bild: Klaus Vollrath)

Mithilfe von Spritzverfahren wie dem Flamm-, Lichtbogen-, Plasma- oder Hochgeschwindigkeits-Flammspritzen beschichtet die Bührer AG metallische Bauteile. Ein wesentlicher Teil der Aufträge betrifft die Reparatur von Maschinenkomponenten nach Verschleiß oder Korrosion. Darüber hinaus werden Neuteile für lange Einsätze ertüchtigt. Besonders diffizile Aufgaben übernimmt ein Roboter. Für Außenanwendungen steht auch eine mobile Werkstatt zur Verfügung.

In manchen Anwendungsbereichen wie Antriebselementen für Erdbohrmaschinen sei der Verschleiß enorm, sodass hier Maschinenelemente im Laufe ihrer Gesamtnutzungsdauer sogar mehrfach abgedreht und durch Beschichten wieder aufgebaut werden müssten, erläutert Martin Bührer, Geschäftsführer der Bührer AG. Vor allem im Bereich der Spülwelle des Antriebs müssen hier nach dem Abdrehen bis zu 3 mm Material aufgebracht werden. Dies erfolgt durch Spritzen mithilfe einer speziellen Mischung, die dem Brenner über Fülldrähte zugeführt wird. Die damit erzielten Eigenschaften liegen nach Erfahrung des Geschäftsführers über denjenigen der früher eingesetzten Hartchromlegierungen. Die entsprechende Rezeptur sei Betriebsgeheimnis.

Epoxidharzbeschichtungen schützen anders

„In den letzten Jahren haben wir unsere Beschichtungspalette um Epoxidharzbeschichtungen erweitert“, verrät Bührer. Im Unterschied zu den meisten bisher eingesetzten Schutzverfahren setzt man hierbei nicht auf Härte, sondern auf Elastizität sowie Oberflächenhaftung. Das dauerelastische Material spielt seine Stärken vor allem dort aus, wo es um Korrosion beziehungsweise um Gleitverschleiß ohne allzu massive Druck- oder Stoßbelastungen geht. Solche Beläge wirken als zähe, langlebige Opferschicht, die das Bauteil schützt und bei Bedarf leicht ausgebessert werden kann. Zu den Vorteilen des Verfahrens zählt auch, dass die Beschichtung ohne aufwendigen Geräteeinsatz aufgetragen werden kann.

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In vielen Fällen wie beim Sprühen kommen fertige Kartuschensysteme für Binder und Härter mit integrierten Mischorganen zum Einsatz. Dadurch ist das optimale Mischungsverhältnis gewährleistet. Wenn die Mischung selbst hergestellt werden muss, erkennt man aufgrund der Farbunterschiede von Binder und Härter die Gleichmäßigkeit der Durchmischung an der Farbe des einsatzbereiten Produkts. Das Auftragen kann durch Spritzen, Streichen oder Spachteln erfolgen. Da dies kalt geschieht, können auch thermisch empfindliche Materialien oder Kunststoffe beschichtet werden.

Für die unterschiedlichen Einsatzzwecke gibt es Produkte mit hierauf optimierten Eigenschaften. Bei hoher Verschleißbeanspruchung werden beispielsweise Keramikpartikel zugemischt, welche dem Verschleißangriff besser widerstehen als die elastische Matrix, in die sie eingebettet sind. Der Anwender hat hierbei die Wahl zwischen unterschiedlichen Partikelgrößen. So lassen sich die Eigenschaften der Schicht an die besonderen Bedingungen der jeweiligen Verwendung anpassen. Andere Beschichtungen weisen eine besonders gute Beständigkeit gegen Chemikalien sowie Korrosion auf. Während der übliche Temperatureinsatzbereich der Beschichtungen von –30 bis 120 °C reicht, gibt es auch Spezialprodukte, die bis 230 °C einsetzbar sind.

Partnerschaft mit führendem Hersteller

„Um unseren Kunden eine möglichst vollständige Produktpalette anbieten zu können, haben wir uns für eine Partnerschaft mit einem führenden Hersteller entschieden“, erläutert Bührer. Mit den Loctite-Produkten von Henkel könne man den Kunden selbst für sehr spezielle Einsatzfälle das jeweils bestgeeignete Produkt anbieten. Zugleich konnte man damit die Angebotspalette über den Maschinenbau hinaus auf Bereiche wie Industrieanlagen, Rohrleitungen sowie Beton- oder Fußbodensanierung ausweiten. Einige der Loctite-Produkte haben wichtige Freigaben wie diejenige der britischen Water Regulations Advisory Scheme (WRAS) für Loctite PC 7255 oder die KTW-Freigabe für Loctite PC 7118 entsprechend der deutschen Trinkwasserverordnung.

* Klaus Vollrath ist freier Fachjournalist in 4912 Aarwangen (Schweiz), weitere Informationen: Bührer AG, 8112 Otelfingen (Schweiz)

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