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Fronius Stabilster Schweißprozess der Welt leistet jetzt noch mehr

| Autor / Redakteur: Mathias Reiser / Peter Königsreuther

Wenn Systementwickler neue Ideen umsetzen, ist das stets mit dem Risiko behaftet gegebenenfalls keine Abnehmer für sie zu finden. Das neuartige Cold-Metal-Transfer-Schweißen aber habe seine Liebhaber in diversen Schlüsselindustrien schon gefunden.

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Mit dem von Fronius entwickelten Kombinationssystem TPS/i CMT kommt beim Schweißen auch der sogenannte Pullmig-Brenner ins Spiel. Viele Anwender, so auch die Porsche AG, schätzten die bequeme Art, mit der er zu bedienen sei.
Mit dem von Fronius entwickelten Kombinationssystem TPS/i CMT kommt beim Schweißen auch der sogenannte Pullmig-Brenner ins Spiel. Viele Anwender, so auch die Porsche AG, schätzten die bequeme Art, mit der er zu bedienen sei.
(Bild: Fronius)

Unterschiedliche Materialien wirtschaftlich und hochwertig miteinander zu verschweißen, stellt eine große Herausforderung dar. Gleichzeitig wird es für Unternehmen aus allen Branchen immer wichtiger, verschiedene Werkstoffe flexibel bearbeiten zu können – wenn möglich mit einer universell einsetzbaren Allroundlösung. Deshalb hat Fronius sein intelligentes MIG/MAG-Schweißsystem TPS/i weiterentwickelt. Es unterstützt nun auch den Cold-Metal-Transfer-Schweißprozess (CMT), der mit einem sehr geringen Wärmeeintrag und einem äußerst stabilen Lichtbogen punktet.

Der neue Brenner bleibt beim Schweißen relativ kühl

Das Herz der TPS/i CMT ist ein verbesserter Pullmig-Brenner: Der ist nicht nur leichter, robuster und stabiler als sein Vorgänger, sondern bleibt vor allem kühler. Verlängerte Kühlkanäle, eine zusätzliche Kühlung der Außenhülle sowie geschraubte statt gesteckte Gashülsen erklären das. Zusätzlich hat man das Kontaktrohr verschmälert, sodass der Brenner weniger Strahlung aus dem Lichtbogen aufnimmt. Die Vorteile liegen in einer geringeren Kühlleistung und im wesentlich langsameren Verschleiß (rund zehnfach höhere Standzeit) sowie im stabileren Lichtbogen.

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Fronius hat auch die Drahtführung des Push-Pull-Brenners optimiert. Der in der Pull-Einheit verwendete bürsten- und getriebelose Servomotor ist besonders dynamisch und lässt sich präzise regeln. Auch ist er sehr kompakt und langlebig. Der Motor verfügt über einen Istwertgeber und ist über einen Hochgeschwindigkeitsbus mit der Stromquelle vernetzt. Beide Vorschubmotoren können so einfacher, präziser und automatisiert synchronisiert werden. Der Pullmig-Brenner harmoniert auch gut mit der schnellen Lichtbogen-Regelung der TPS/i. Und zum Einfädeln eines neuen Drahts muss der Griff des Brenners außerdem nicht mehr geöffnet werden.

Das sind gute Voraussetzungen, um die TPS/i-Stromquelle wirksam mit dem CMT-Schweißprozess zu kombinieren. Dieses Verfahren reduziert den Wärmeeintrag im Vergleich zu anderen MIG/MAG-Prozessen deutlich. Das Geheimnis liegt in der digitalen Prozessregelung, die Kurzschlüsse selbstständig erkennt und durch das Rückziehen des Drahtes die Tropfenablöse unterstützt. Beim Schweißen bewegt sich der Draht vor – im Kurzschlussfall wird er wieder zurückgezogen. So bleibt die Brennphase sehr kurz und der Wärmeeintrag reduziert sich. Das Ergebnis ist ein spritzerfreier Werkstoffübergang. Besondere Vorteile bietet das CMT-Verfahren beim Fügen unterschiedlicher Materialien wie Stahl und Aluminium sowie bei relativ dünnen Blechverbindungen.

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