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Kaizen Stete Produktionsverbesserung in kleinen Schritten

| Redakteur: Volker Unruh

Dass in Deutschland in vielen Bereichen im Vergleich zu Billiglohnländern konkurrenzfähig produziert werden kann, hat sich inzwischen herumgesprochen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die Mitarbeiter in die ständige Verbesserung ihrer Arbeitsplätze eingebunden werden. Mit regelmäßigen Kaizen-Workshops und der Umsetzung der dabei gefundenen Lösungen können Unternehmen Zeit und Raum sparen.

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Für Kaizen-Workshops werden kleine Bereiche der Produktion ausgewählt, in denen idealerweise zwischen sechs und zwölf Mitarbeiter beschäftigt sind. So lassen sich innerhalb einer Woche signifikante Verbesserungen erreichen.
Für Kaizen-Workshops werden kleine Bereiche der Produktion ausgewählt, in denen idealerweise zwischen sechs und zwölf Mitarbeiter beschäftigt sind. So lassen sich innerhalb einer Woche signifikante Verbesserungen erreichen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Seit 60 Jahren produziert und vertreibt Wika mechanische Druckmessgeräte, die auch heute noch das Gros des Produktportfolios ausmachen. Das Unternehmen beschäftigt weltweit derzeit rund 5600 Mitarbeiter, davon etwa 2000 im Stammhaus in Klingenberg. Wika ist ein Familienunternehmen bester Tradition und wird seit 1996 von Alexander Wiegand in dritter Generation geleitet.

Nicht zuletzt auf dessen Betreiben hin begann Wika im Jahr 2002 mit der Umgestaltung der Produktionsabläufe, die bis heute nicht abgeschlossen ist – und es im Sinne aller Beteiligten auch hoffentlich niemals sein wird. Denn hinter der Devise „Wika goes lean“ steckt im Kern ein japanisches Produktionsprinzip, das seinen Ursprung in den Toyota-Werken der Nachkriegszeit hat.

Am Anfang von Kaizen steht eine gründliche Begutachtung

Ein wesentlicher Aspekt dieses Produktionsprinzips ist Kaizen, was so viel bedeutet wie „Veränderung zum Besseren“. Diese japanische Produktionsphilosophie hat inzwischen Einzug in viele Industriebereiche gefunden. So auch bei Wika.

Alexander Wiegand erinnert sich: „2001 hat unser amerikanischer Niederlassungsleiter an einem Public Event eines unserer Kunden teilgenommen. Dort hat er gesehen, dass Kaizen auch unseren Produktionsstätten in den USA helfen könnte, Verbesserungen herbeizuführen.“

Die Ergebnisse der Kaizen-Workshops in den amerikanischen Betrieben waren so überzeugend, dass Kaizen nur wenig später Einzug auch im Stammwerk Klingenberg hielt.

Erste Kaizen-Workshops in ausgewählten Fertigungsbereichen

In Zusammenarbeit mit der auf schlanke Produktionsprinzipien spezialisierten TBM Consulting Group erstellte Wika ein Konzept für die ersten Workshops in einigen ausgewählten Fertigungsbereichen. Normalerweise beginnen solche Projekte mit einer zweitägigen Begutachtung der Produktionslinie, wobei Alexander Wiegand ein Wörtchen mitredet. Er weiß genau, welche Produktlinien zu einer bestimmten Zeit strategisch bedeutend sind. Immerhin ist so eine Kaizen-Woche ein Invest vieler Ressourcen, die natürlich effektiv genutzt werden sollen.

Während der Begutachtung der Produktionslinie wird eine Wertstromanalyse durchgeführt. Dabei wird vor allem untersucht, wo Verschwendung eliminiert werden kann, welche Tätigkeiten tatsächlich wertschöpfend sind und welche nicht. Auch die Organisation des Arbeitsplatzes steht dabei auf dem Prüfstand.

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