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Strahlen

Strahlanlagen für Aluminium bereit

| Autor / Redakteur: Ralf Waltermann und Ulf Kapitza / Stéphane Itasse

In seinem Testzentrum hat sich Agtos genauer mit Aluminium beschäftigt und sogar eigens dafür ausgelegte Maschinen entwickelt.
In seinem Testzentrum hat sich Agtos genauer mit Aluminium beschäftigt und sogar eigens dafür ausgelegte Maschinen entwickelt. (Bild: Agtos)

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Für die Hersteller von Strahlanlagen nimmt die Bedeutung von Aluminium zu, und das gleich von zwei Seiten: Zum einen sind Werkstücke aus dem Leichtmetall häufiger, zum anderen ist Aluminium auch als Strahlmittel gefragt.

Aluminium wird bei den Werkstücken, die mit Schleuderrad-Strahlanlagen bearbeitet werden müssen, immer häufiger. Hier ist vor allem Aluminium-Druckguss zu nennen. Interessant ist der Werkstoff aber auch als Strahlmittel. Ein Grund dafür ist in der Weiterbearbeitung der Werkstücke zu finden: Verbleibt hartes Strahlmittel wie Edelstahl an schwer zugänglichen Stellen am Werkstück, kann dies Schäden an Werkzeugen bei der weiteren Bearbeitung hervorrufen. Auch aus diesem Grund wird Aluminium-Strahlmittel gern für den nicht ferritischen Strahlprozess gewählt. Zudem erscheinen Oberflächen, die mit Aluminium-Strahlmittel behandelt wurden, auch optisch ansprechender – ein Effekt, der in der Automobilindustrie gern genutzt wird.

Aluminium auch als Strahlmittel beliebt

Zunehmend werden Werkstücke aus Aluminium auch mit Strahlmittel aus diesem Werkstoff bearbeitet. Dies kann Vorteile bieten, hat aber Auswirkungen auf die Konstruktion der Strahlanlagen. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften, beispielsweise des im Vergleich zu Stahl-Strahlmittel geringeren spezifischen Gewichtes, sind bei der Auslegung von Strahlmaschinen Besonderheiten zu beachten. Das fängt beim Schüttwinkel an, was Auswirkungen auf einige Baugruppen der Strahlanlagen wie Trichter und Bunker hat. Auch das Volumen bestimmter Baugruppen musste angepasst werden. Weiter geht es mit der Optimierung der Turbinen. Hier muss das besondere Strömungsverhalten von Aluminium-Strahlmittel berücksichtigt werden. Daher werden die Turbinen so ausgelegt, dass sie bei diversen Aluminium-Körnungen optimal arbeiten. Aluminium-Strahlmittel muss schonend behandelt werden. Auch eine erhöhte Wärmeentwicklung innerhalb der Turbinen wird vermieden, denn sie zerstört das Aluminium-Strahlmittel.

Bei Strahlanlagen von Agtos wird weitestgehend vermieden, dass das Strahlmittel als Werkzeug innerhalb der Maschine vernichtet wird, ohne Wirkung auf den Werkstückoberflächen zu erzielen. Auch Strahlmittelverlust wird verhindert. Nach dem Strahlprozess wirkt eine Abblasvorrichtung, welche die Werkstücke von Strahlmittel reinigt und einen Austrag verhindert. Damit wird die Strahlanlage auf eine wirtschaftliche Arbeitsweise mit im Vergleich geringen Betriebskosten ausgerichtet.

Die Strahltechnik sollte sich dem innerbetrieblichen Materialfluss anpassen. Daher sind Drahtgurt-Strahlanlagen ein von automatisierten Betreibern häufig angefragter Maschinentyp. Der größte Vorteil dieser Strahlmaschinen ist, dass der Drahtgurt das Strahlen der Teile von unten und oben ermöglicht, ohne dass die Werkstücke manuell oder anders gewendet oder aufgehängt werden müssen.

Drahtgurt-Strahlanlagen sind robust

Die Werkstücke werden bei diesem Anlagentyp per automatischer Übergabe oder durch einen Manipulator, in Ausnahmefällen auch manuell, auf einen Drahtgurt gelegt, der sie durch die Maschine befördert. Zunächst durchlaufen sie die Einlaufschleuse. Diese dichtet die Strahlkammer nach außen hin ab. In der Strahlkammer werfen Hochleistungsturbinen das Strahlmittel mit hoher Geschwindigkeit auf die Werkstücke. Der Drahtgurt ist so ausgelegt, dass die Werkstücke von oben und unten zugleich optimal mit Strahlmittel bearbeitet werden können. Nach dem Strahlvorgang werden sie durch Abblasen von Strahlmittel und Staub befreit. Der Staub wird mittels einer Filtereinheit separiert, das Strahlmittel wird dem Kreislauf der Maschine wieder zugeführt.

Die direkt oberhalb der Turbinen installierte, automatische Strahlmittel-Zuteileinrichtung sorgt dafür, dass nur gestrahlt wird, wenn sich Werkstücke im Strahlbereich befinden. Dadurch wird der Verschleiß der Strahlanlage minimiert. Das auf den Werkstücken verbleibende Strahlmittel wird durch eine Abblas-Vorrichtung entfernt.

In vielen Betrieben erfolgt der innerbetriebliche Werkstücktranksport hängend. Für diesen Einsatzfall hat Agtos Durchlaufhängebahn-Strahlanlagen für das Strahlen von und mit Aluminium entwickelt. Auch konventionelle Hängebahn-Strahlanlagen für den Sackbahnbetrieb stehen zur Verfügung.

* Ralf Waltermann ist Konstruktionsleiter, Ulf Kapitza ist Leiter Vertrieb + Marketing der Agtos Gesellschaft für technische Oberflächensysteme mbH in 48282 Emsdetten

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