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Technische Textilien T-Shirt wird zum Monitor

| Redakteur: Annedore Munde

Technische Textilien gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Industrie. Erstmals beschäftigt sich auf der Hannover-Messe 2008 ein Gemeinschaftsstand mit dieser Thematik. MM sprach mit Alexandra Baum, Inhaberin von textile interfaces.

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Technische Textilien werden zunehmend neue Marktsegmente erobern, davon ist Alexandra Baum, Inhaberin von textile interfaces, überzeugt. Bild: textile interfaces
Technische Textilien werden zunehmend neue Marktsegmente erobern, davon ist Alexandra Baum, Inhaberin von textile interfaces, überzeugt. Bild: textile interfaces
( Archiv: Vogel Business Media )

MM: Frau Baum, eine technisch orientierte Industrie-Messe und Textilien, wie passt das zusammen?

Baum: Viele Branchenfremde wissen nicht, was mit Textil alles möglich ist. Textilien können heizen, kühlen, leuchten oder als Sensoren fungieren. All das sind technische Funktionen.

Die Schnittstelle Textilmaterial-Technik ist für viele Unternehmen schlecht vorstellbar. Auch, wenn ein Überblick über die Möglichkeiten vorhanden ist, gehen entsprechende Innovationen im Tagesgeschäft oft unter. Der Gemeinschaftsstand verdeutlicht, welches technische Potenzial in Textilien liegt.

MM: Was werden Sie präsentieren?

Baum: Das Angebot von textile interfaces versteht sich als ergänzende Dienstleistung zur Forschung und ist insbesondere für Entwicklungsabteilungen mittelständischer Unternehmen interessant, die neuartige Textilien in ihren Produkten zum Einsatz bringen wollen. Wie wir arbeiten und welchen Mehrwert das Ganze für unsere Kunden hat, werden wir demonstrieren.

MM: Können Sie praktische Beispiele für Umsetzungen nennen?

Baum: Im Auftrag von Philips Lumalive Business Unit, Eindhoven (NL), haben wir eine Jacke mit integriertem Monitor designt. Die von Philips entwickelte Technologie soll in ein modernes, unkompliziertes Kleidungsstück für Damen und Herren integriert werden, welches dann als flexibler, programmierbarer LED-basierter Monitor mit weithin sichtbaren Botschaften fungieren soll.

Ein weiteres Beispiel für die technischen Möglichkeiten von Textilien wurde auf der Cebit gezeigt: eine heizbare Trainingshose für die Somag AG Jena. Die Hose mit integrierten aktiven Wärmezonen soll die aufgewärmten Muskelzonen von Hochleistungssportlern bis kurz vor dem Wettkampf wärmen und stimulieren. Die sechs textilen Heizzonen werden dabei durch Hochleistungs-Lithium-Akkus versorgt.

MM: Wo liegen aus Ihrer Sicht die Innovationspotenziale von Textilien?

Baum: Ein großes Anwendungspotenzial liegt beispielsweise in den Bereichen Schutzbekleidung und auch im Bausektor. Grundsätzlich bietet die kontinuierliche Weiterentwicklung von Hightech-Textilien noch viele Freiheitsgrade in der Realisierung neuer spezifischer Eigenschaften und kombinierter Funktionalitäten, gerade im Oberflächenbereich. Dadurch erschließen sich immer wieder neue Einsatzgebiete.

Durch Weiterentwicklungen im Textilmaschinenbau können textile Strukturen mit definierten Eigenschaften realisiert werden, beispielsweise für neue Gewirke, die zur Erzielung einer erhöhten Festigkeit im Bausektor eingesetzt werden können.

MM: Welche Zielmärkte sehen Sie für die neuen Hightech-Textilien?

Baum: All die Bereiche, in denen funktionelle Textilien von Bedeutung sind. Angefangen von der Bekleidung (Arbeitskleidung, Sport, Military und Lifestyle) über den Bereich Automobil und technische Textilien (Architektur und Messebau) bis hin zur Medizin und Rehabilitation.

Textile interfaces, Halle 2, Stand 49A

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