BASF/Lichtkonzept Tageslicht in fensterlosen Räumen

Redakteur: Beate Christmann

Um natürliches Tageslicht ins Gebäudeinnere zu bringen und sogar fensterlose Räume tagsüber ohne Kunstlicht zu erhellen, hat der Chemiekonzern BASF ein smartes Lichtkonzept entwickelt. Es basiert auf dem Prinzip der Lichtlenkung.

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Das natürlich Tageslicht im Gebäudeinnern optimal auszunutzen ist das Ziel des neuen Lichtkonzepts des Chemiekonzerns BASF.
Das natürlich Tageslicht im Gebäudeinnern optimal auszunutzen ist das Ziel des neuen Lichtkonzepts des Chemiekonzerns BASF.
(Bild: BASF)

Der Chemiekonzern BASF hat im Rahmen des Projekts Smart Daylight Management ein neues Lichtkonzept präsentiert. Es beruht auf dem Prinzip der Lichtlenkung und besteht aus drei Komponenten. Es soll die Antwort auf die Frage geben, wie man Tageslicht auch im Gebäudeinnern bestmöglich nutzen kann und damit auch Räume erhellen kann, die keine Fenster besitzen. Ziel ist es, die Raumqualität und damit das Wohlbefinden der Menschen zu erhöhen und den Energieverbrauch zu senken.

„Wichtigen Einfluss auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit“

„Gerade in den Wintermonaten sehen viele Menschen praktisch nur Kunstlicht, wenn sie vor Sonnenaufgang das Haus verlassen und erst bei Dunkelheit wieder zurückkehren. Dabei hat das breite Farbspektrum von natürlichem Licht einen wichtigen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit“, sagt Cristobal Garrido Segura, Leiter des Projekts Smart Daylight Management bei BASF. „Das Lichtempfinden ist individuell sehr unterschiedlich. Meine Vision sind Räume, deren natürliche Lichtstimmung sich den persönlichen Präferenzen der Nutzer anpasst.

Sowohl für bestehende als auch neue Fassaden

BASF erklärt das Konzept, das sich sowohl in bestehende als auch neue Fassadenkonzepte integrieren lassen soll, wie folgt: Eine Folie wird in die Isolierverglasung eingebracht. Diese lenkt das einfallende Licht in einen Lichtschacht, der ebenfalls mit reflektierender Folie ausgestattet ist. Darüber wird das Licht weiter ins Gebäudeinnere transportiert sowie zu Beleuchtungskörpern, durch die es in die jeweiligen Räume gelangt. Zusätzlich sind die erwähnten Beleuchtungskörper mit LED-Leuchten bestückt, so dass die Räume auch mit Licht versorgt werden können, wenn das natürliche Tageslicht noch nicht oder nicht mehr ausreicht.

Eine zusätzliche Konstruktion an der Hausfassade sei damit nicht notwendig. Zudem sei das System flexibel sowohl versteckt innerhalb einer abgehängten Decke als auch sichtbar einsetzbar, wenn es sich in die Innengestaltung des Gebäudes einfügen soll.

Mensch im Mittelpunkt des Lichtkonzepts

Das Konzept kann nach Überzeugung seiner Hersteller einen Beitrag zur Verbesserung der Raumqualität beispielsweise in Schulen, Krankenhäusern, Einkaufszentren und Bürogebäuden leisten. Zudem sollen sich die darin befindlichen Menschen besser konzentrieren und motivierter arbeiten können und zudem weniger krankheitsanfällig sein, da natürliches Licht das menschliche Wohlbefinden positiv beeinflusst. Darüber hinaus soll sich durch die Nutzung von natürlichem Licht im Laufe des Tages weit über die Hälfte des künstlichen Lichts einsparen lassen.

Ein erster Prototyp ist laut BASF bereits in der Firmenzentrale des Lichtdesign-Unternehmens Bartenbach in Österreich im Einsatz.

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