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Messegesellschaft Mesago

Technische Messen bringen den Erfolg

| Autor: Reinhold Schäfer

Es war eine gute Ära für Unternehmensgründungen: Microsoft wurde 1975 gegründet, Apple 1976, Mesago, eine Messe- und Aussteller-Organisationsgesellschaft, 1982. Mit der SPS IPC Drives, einer Messe zur elektrischen Automatisierung, ist sie auf ihrem Gebiet auch genauso erfolgreich.

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Die Messe SPS IPC Drives ist mit über 70.000 Besuchern, 1675 Ausstellern und 130.000 m² Ausstellungsfläche die erfolgreichste Messe der Mesago (Zahlen von 2017).
Die Messe SPS IPC Drives ist mit über 70.000 Besuchern, 1675 Ausstellern und 130.000 m² Ausstellungsfläche die erfolgreichste Messe der Mesago (Zahlen von 2017).
(Bild: Mesago Pressebild/Thomas Geiger)

Zwar gab es schon einige Messegesellschaften in Deutschland, trotzdem wagte es Klaus Hilligardt 1982 in Remshalden bei Stuttgart und gründete dort unter dem Firmennamen Mesago Messe und Ausstellungsorganisationsgesellschaft mbH eine weitere. Zu Beginn beschäftigt die Firma vier Mitarbeiter.

„Klaus Hilligardt gründete damals eine Art Garagenfirma, heute würde man Startup dazu sagen. Er hatte damals viel mehr Ideen im Kopf als er Mitarbeiter hatte. Das war die Geburtsstunde der Mesago“, erzählt der jetzige Mesago-Geschäftsführer Martin M. Roschkowski.

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Der Startschuss fällt mit der Veranstaltung „Haus-Energietechnik“ auf dem Messegelände in Sindelfingen. Fünf Jahre später,1987, hatte die SMT in Sindelfingen ihre Premiere, die sich zur führenden Fachmesse mit Kongress für Systemintegration und Mikrotechnik entwickelt hat.

1988 steigt Joseph Rath als Geschäftsführer bei Mesago ein. Gemeinsam mit Gründer Klaus M. Hilligardt leitet er das Unternehmen, welches zu dieser Zeit sechs Mitarbeiter beschäftigt. „Rath hat ihnen in vielen Jahren eine gewisse Erdung gegeben, sie auf strukturierten Füße gestellt, ohne dabei die Kreativität abzuwürgen“, erläutert Roschkowski. Dadurch habe die Mesago einen großen Schub bekommen.

Viele gute Ideen mit zahlreichen Erfolgen

Im selben Jahr zieht Mesago von Remshalden in die neuen Räumlichkeiten in die Stuttgarter Rotebühlstraße, „zentral gelegen, gegenüber des Feuersees“, erklärt Roschkowski

Ebenfalls 1988 ruft Mesago die EMV, Europas führende Fachmesse mit begleitendem Kongress für Elektromagnetische Verträglichkeit, in Karlsruhe ins Leben.

1990 öffnet die heute führende Fachmesse für elektrische Automatisierung in Europa als „SPS/PC ‘90“ und „Drives ‘90“ ihre Pforten in Sindelfingen. Wer sich daran erinnert: Viel Platz war dort nicht und die knapp über 100 Ausstellern konnte man leicht überblicken.

1997 wechselt der Veranstaltungsort nach Nürnberg. „Die SPS IPC Drives hat mit dem Umzug nach Nürnberg 1997 erst richtig durchgestartet“, erzählt Roschkowski weiter. Er fährt fort: „Es war einfach darin begründet, dass Sindelfingen als Gelände zu klein war. Weil wir messeplatzunabhängig agieren können – was ein Vorteil für uns ist – gingen wir dorthin, wo wir dachten, dass der geeignetste geografische Standort ist, sowohl für unsere Aussteller, als auch für die Besucher: Nürnberg war schon damals und ist auch heute das Automation Valley der Unternehmen, die dort ansässig sind. Somit war die Entscheidung relativ leicht zu treffen und zudem verstehen wir uns mit der Nürnberg Messe sehr gut – und das war wohl auch damals schon so.“

Dass dies bei manchem Besucher etwas Verwirrung erzeugt hat, erzählt Roschkowski mit einem Augenzwinkern: „Auch zur SPS 1997 hatten wir einen Mitarbeiter in Stuttgart am Feuersee im Westen von Stuttgart im Büro sitzen. Jemand, der auf die SPS gehen wollte, klopfte an unsere Bürotür und fragte: ‚Wo ist denn die SPS? Ich habe zwar euch als Mesago gefunden, aber wo ist denn die Messe?’ Auch diesem Besucher konnten wird helfen und wir haben ihn nach Nürnberg auf das Messegelände geschickt.“

Ein typischer Messe- und Kongressveranstalter wie die Mesago bewertet den Erfolg nach Aussteller-, Besucher- und Flächenzahl. „Wenn wir das ansetzen, ist die SPS IPC Drives unser absolutes Flaggschiff neben anderen Messen wie der PCIM oder der SMT“, ist Roschkowski überzeugt.

Die Mesago wurde vor nunmehr 16 Jahren von der Messe Frankfurt aquiriert, die 100-prozentige Eignerin der Mesago Messe Frankfurt GmbH mit Sitz in Stuttgart ist. „Das war der Zeitpunkt als Herr Hilligardt und Herr Rath gesagt haben, dass sie sich perspektivisch aus dem Unternehmen zurückziehen möchten. Und die Messe Frankfurt hat das genutzt, auch, weil das Mesago-Portfolio in das der Messe Frankfurt passt. Denn dort gibt es zum Beispiel schon die ISH, Light and Building und die Automechanika. So wurde die Mesago im jahr 2002 Bestandteil der Messe Frankfurt Group in Frankfurt am Main“, erzählt Roschkowski weiter.

Im Jahr 2002 wird die PCIM ins Portfolio von Mesago integriert. Das internationale Top-Event in der Leistungselektronik, bestehend aus Messe und Konferenz, ist bis heute als Gipfeltreffen der Leistungselektronikbranche unter dem Namen PCIM Europe in Nürnberg bekannt.

Im Jahr 2005 verlässt Klaus M. Hilligardt das Unternehmen und übergibt die Leitung von Mesago an Joseph Rath. Ab April 2007 verstärkt Johann Thoma die Geschäftsführung der Mesago Messe Frankfurt GmbH und deren Tochtergesellschaften Mesago Messemanagement GmbH und Mesago PCIM GmbH. Im Jahr 2010 verlässt Joseph Rath das Unternehmen. Petra Haarburger verstärkt ab 2011 die Geschäftsführung der Mesago Messe Frankfurt. Zum ersten Februar 2016 übernimmt Martin M. Roschkowski als neuer Geschäftsführer das Ruder von Johann Thoma sowohl bei Mesago Messe Frankfurt als auch deren Töchter Mesago Messemanagement/Mesago PCIM und lenkt gemeinsam mit Petra Haarburger das Unternehmen.

„Unsere neueste Messe ist die Formnext, die seit ihre Premiere im November 2015 eine faszinierende Erfolgsgeschichte hinlegt und 2018 in ihre vierte Auflage geht. Die rechtzeitige Besetzung des Themas Additive Fertigung und dessen konsequenten Ausbau haben sich als genau die richtige Strategie erwiesen. Passend dazu haben wir in vergangenen Jahr in Russland die Rosmould gekauft. Eigentlich eine Spritzgussmesse, aber durch die thematische Nähe bietet sie der Additiven Fertigung auch in Russland eine sehr gute Plattform.

. Wir sind uns sicher, dass wir dadurch diese Messe noch stärker weiterentwickeln“, ist Roschkowski überzeugt.

Im Verbund der Messe Frankfurt Group sei die Mesago zwar international aufgestellt und in Moskau gibt es sogar eine Tochtergesellschaft der Messe Frankfurt Group. Doch bis dahin hatte man noch nie Messen aus dem Mesago-Portfolio in Russland ausgerichtet.

„Witzigerweise war die erste Messe, die wir auf internationale Beine gestellt haben, die PCIM im Jahr 2002. Zu diesem Zeitpunkt haben wir sie in China etabliert. Erst danach kam die SPS im 20. Jahr ihres Bestehens zu gegebenermaßen größeren und schnelleren Schritten nach Italien, China, Indien und ganz neu im September 2018 auch nach Dubai!“

In Indien sei man zwar noch nicht da, wo man die Messe gerne hätte, aber Roschkowski ist zuversichtlich, dass sie sich in den nächsten Jahren positiv weiterentwickelt.

Im Fokus sind die Technologiethemen

„Wir fokussieren uns auf Themen mit hoher technologischen Relevanz in der industriellen Produktion. Hier bringen wir Lösungsanbieter und Lösungsanwender zusammen. Dieser Austausch im hoch technologischen Feld ist einer der Erfolgsfaktoren von Mesago.

Einer, den wir konsequent pflegen und entwickeln. Das ist unsere lange eintrainierte DNA. Unsere Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg; ihr Engagement und Herzblut, mit dem sie Menschen zusammenbringen. Diese DNA ist fest in unserem Leitbild verankert und manifestiert sich in unseren Claim ,Connecting bright minds‘. Das ist uns zugleich Anspruch als auch eine Hommage an unsere Kunden.“

Roschkowski erläutert: „Neue Ideen entstehen oftmals im Dialog mit Kunden und Besuchern. Dabei fühlen wir sehr stark, dass sich etwas verändert. Dann versuchen wir aus eigener Kraft, aber auch im Dialog mit anderen herauszufinden, was ein neues spannendes Formt ergibt oder was noch fehlt. Brainstorming und externe Kommunikationsagenturen helfen dabei. Diese sagen uns, ob wir andere Kommunikationswege, zum Beispiel Social Media, wählen müssen, um jüngere Menschen auf unsere Formate aufmerksam zu machen, anstatt dies wie früher über Flyer zu tun.“

Heute hat die Mesago über 140 Mitarbeiter, vorwiegend ist das laut Roschkowski sehr weiblich geprägt: Es sei ein guter Mix aus erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch an neuen Talenten und davon lebe die Mesago. So könne sich das Unternehmen gut weiterentwickeln.

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