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Lagerlifte Teilautomatisiert zu neuer Kommissionierqualität

| Autor / Redakteur: Melanie Kämpf / Bernd Maienschein

Mit dem Lagerlift „SSI Logimat“ bietet SSI Schäfer seinen Kunden eine interessante Lösung für die teilautomatisierte Lagerung und die Kommissionierung von Kleinteilen an.

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„LogiDual“: Wechselweise Bereitstellung von Tablaren auf zwei Bedienebenen pro Zugriffsöffnung.
„LogiDual“: Wechselweise Bereitstellung von Tablaren auf zwei Bedienebenen pro Zugriffsöffnung.
(Bild: SSI Schäfer )

Kleinere und mittelständische Firmen spüren heute schon den globalen Druck, die Produktivität, Lieferperformance und Kosten besser in den Griff zu bekommen. Neben der benötigten Kapazität und Leistung sind häufige Produktwechsel oder saisonale Mengenschwankungen Indikatoren für den Einsatz von halbautomatischen Prozessen. Wichtig ist eine schrittweise Zusammenarbeit und Entwicklung mit dem Kunden.

Teilautomatisierte Intralogistiklösungen bieten einen einfachen und vergleichsweise kostengünstigen Einstieg in die Automation. Die Möglichkeiten für eine intelligente Kombination von konventionellen und automatisierten Intralogistiklösungen werden immer ausgefeilter: Das kann eine ergonomische Kommissionierung mit optimierten Laufwegen, eine Transportunterstützung für die Mitarbeiter durch fahrerlose Transportsysteme (FTS) oder die Integration von Ware-zur-Person-Arbeitsstationen sein, die mit Fördertechnik an manuelle Lagerzonen oder an einen Lagerlift wie den „SSI Logimat“ von SSI Schäfer angebunden sind.

Lagern und Kommissionieren in einem System

Der Lagerlift „SSI Logimat“ ist Kleinteilelager und Kommissionierlösung in einem System: eine platzsparende Alternative, bei der Ergonomie, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen. Der Lagerlift kann völlig branchenunabhängig eingesetzt werden und unterstützt die innerbetrieblichen Prozesse besonders effizient und zielführend.

Überall dort, wo eine optimale Nutzung der zur Verfügung stehenden Lagerhöhe im Vordergrund steht, stellen Lagerlifte eine ideale Lösung dar. Der Lagerlift passt sich mit seiner kompakten Bauweise nahezu jeder räumlichen Gegebenheit an und funktioniert nach dem komfortablen Ware-zur-Person-Prinzip. Verglichen mit herkömmlichen statischen Lagersystemen benötigt er nur ein Zehntel der Lagerfläche.

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Das platzsparende System funktioniert als Stand-alone-Lösung, im Verbund oder integriert in einer automatischen Anwendung mit Lagerverwaltungssoftware. Der „SSI Logimat“ ist in acht unterschiedlichen Modellbreiten und zwei Modelltiefen sowie einer bis zu knapp 24 m frei wählbaren Maschinenhöhe optimal an alle baulichen Gegebenheiten anpassbar und beliebig skalierbar. Falls die Montage nicht innerhalb des Gebäudes möglich ist, erfolgt die Errichtung nach Wunsch auch an der Außenfassade. Durch die nicht unbeträchtliche Flächeneinsparung und die optimierte Raumausnutzung werden Transportwege und Kommissionierzeiten reduziert.

Der „SSI Logimat“ kann als autonomes System betrieben oder direkt in SAP integriert werden. Durch die besonders schnelle Verbindung mit SAP wird eine zeitintensive Inbetriebnahme vermieden. Eine Verbindung mit anderen ERP-Systemen ist über „WAMAS“, die Logistiksoftware von SSI Schäfer, ebenfalls möglich.

Kosten für einen effizienten Lagerlift

Der Preis eines „SSI Logimat“ hängt in erster Linie von der Größe (Breite und Höhe), der Anzahl der Tablare, der Tragfähigkeit und den gewünschten Ausstattungsoptionen ab. Da es sich um ein stark standardisiertes Gerät handelt, welches nach dem Baukastenprinzip auf individuelle Kundenwünsche zugeschnitten geliefert wird, ist der Preis gegenüber anderen automatisierten Lagersystemen vergleichsweise gering. Für herkömmliche Anwendungen liegen die Anschaffungskosten für einen solchen Vertikallift zwischen 35.000 und 65.000 Euro inklusive der Montage.

Zusätzlich zu diesen Kosten sollte bei einer Investitionsbetrachtung das Thema der Software beziehungsweise ERP-Anbindung berücksichtigt werden. SSI Schäfer bietet hier verschiedenste Ansätze. Von einfachen Prozessvarianten über Plug-and-play-Lösungen bis hin zu vollständig individuellen Lösungen variiert hier auch der Preis je nach Kundenanforderung.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Investition ist die Einteilung der Tablare. Sehr häufig werden hier Kunststoffbehälter eingesetzt. Die von SSI Schäfer speziell für Lagerliftsysteme entwickelte Behälterserie LMB holt dabei ein Maximum an Effizienz für die Kleinteilelagerung heraus. Aber auch der Einsatz von bereits vorhandenen Behältern ist möglich und stellt eventuell eine Möglichkeit dar, die Investitionskosten gering zu halten. Auch für besondere Ansprüche, wie beispielsweise die Lagerung von Werkzeugen, Langgut oder fragilem Lagergut, hält SSI Schäfer Lösungen bereit.

Da Komponenten wie Antriebe, Sicherheitstechnik, Steuerung et cetera einmalig pro Vertikallift verbaut werden, steigt die Effizienz mit der Größe. Im Gegensatz zu Paternostern oder Umlaufregalen wird ein Lagerlift also meist ab einer Gerätehöhe von 3 bis 4 m wirtschaftlich. Bei einer Investitionsentscheidung sollte also ein maximal hoher Aufstellort für den Tablarlift gefunden werden.

Auch wenn der Kaufpreis bei einem großen Lift auf den ersten Blick höher erscheint, so sinken die Kosten bezogen auf Lagerfläche beziehungsweise Lagervolumen. In einer Amortisationsrechnung wird sich das gewonnene Volumen positiv bemerkbar machen. Dieser Zusammenhang erklärt auch, warum es nur in seltenen Fällen sinnvoll ist, einen gebrauchten Lagerlift anzuschaffen. Bei Gebrauchtgeräten ist eine Optimierung und Anpassung an die individuellen Kundenwünsche in der Regel nur mit einem erheblichen Mehraufwand möglich.

Aus der Praxis: Müller Martini Druckverarbeitungs-Systeme AG setzt auf Lagerliftsysteme

Müller Martini bietet mit einer weltweiten Vertriebsorganisation und Produktionsstätten in der Schweiz, in Deutschland, in den USA und in China qualitativ hochwertige Systemlösungen und erstklassige Serviceleistungen für den industriellen Einsatz in der grafischen Industrie. Die Lagerung von Ersatz- und Technologieteilen sowie die Lagerung von Teilen, welche für die Montage bereitgestellt werden, wurde am Standort Zofingen zentralisiert. Die bestehenden 46 Lagerlifte, welche Müller Martini über die letzten Jahre am Standort Zofingen konsolidiert und für die Lagerung eingesetzt hat, hatten das Ende des Lebenszyklus nach und nach erreicht und entsprachen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Der Wartungsaufwand nahm deshalb stetig zu. Die Lagerung in Lagerliften war für Müller Martini aus Erfahrung eine optimale Lösung. Aus diesem Grund wurde entschieden, die Lagerlifte zurückzubauen und durch neue, innovative Lagerlifte des Typs „SSI Logimat“ von SSI Schäfer zu ersetzen. Am Standort Zofingen werden insgesamt 89.000 für die Produktion notwendige Materialien gelagert. Mehr als die Hälfte davon findet in den 17 Lagerliften Platz. Mit 51.600 Lagerplätzen ist die Lagerliftinstallation in der Schweiz die Größte ihrer Art.

Einfache Integration in SAP-Umgebung

Müller Martini hat sich vor vielen Jahren für den Einsatz von SAP als ERP-System entschieden und setzt dieses konsequent ein. In SAP werden sämtliche Stammdaten, Aufträge und Weiteres gepflegt und unterhalten. Die Integration der Lagerlifte in das SAP-Umfeld war für Müller Martini ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Lagerlifte „SSI Logimat“ können dank Status C direkt in das SAP-Umfeld integriert werden. Die Softwarelösung integriert sich direkt in SAP, ohne dass kundenspezifische Transaktionen angelegt werden müssen. Künftige Softwareupdates von SAP können demnach ohne großen Aufwand realisiert werden.

Ergänzendes zum Thema
Drei Fragen an Felix Lütkebomk zu den Einsatzmöglichkeiten des Lagerlifts „LOGIMAT“ von SSI Schäfer:

Warum sollten sich Kunden für den „SSI LOGIMAT“ entscheiden?

Es gibt zwei wesentliche Punkte. Zum einen fungiert der „SSI LOGIMAT“ als platzsparende Lagerlösung, zum anderen wird die Kommissioniergeschwindigkeit erhöht. Aber es gibt auch viele Nebeneffekte: ein aufgeräumtes und geordnetes Lager, eine einfache Integration der manuellen Kommissionierlösung sowie ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Außerdem wollen Kunden mit dem „SSI LOGIMAT“ Pickfehler vermeiden.

Felix Lütkebomk ist Head of Product Sector Dynamic Systems bei SSI Schäfer.
Felix Lütkebomk ist Head of Product Sector Dynamic Systems bei SSI Schäfer.
( Bild: SSI Schäfer )

Was ist am „SSI LOGIMAT“ einzigartig?

Es gibt viele Punkte, die unseren Lagerlift einzigartig machen. Zunächst einmal sind unsere Lifte sehr stabil und zuverlässig. Unsere Kunden sind hinsichtlich der Verfügbarkeit sehr anspruchsvoll. Der Lagerlift funktioniert über einen Zahnstangenantrieb, der die Leistungsfähigkeit erhöht und das System stabil macht. Zweiter Vorteil sind die ergonomischen Funktionen wie „LOGITILT“, bei der das Tablar zur Kommissionierung angekippt wird. Für den Bediener ist es so viel einfacher, den hinteren Bereich des Tablars zu erreichen. Und drittens: unsere Software, denn SSI Schäfer hat eine enorme Softwarekompetenz, mit der wir in der Lage sind, jegliche Kundenbedürfnisse weltweit zu erfüllen.

100 % fehlerfreie Kommissionierung – wie funktioniert das?

Der Kommissionierer hat einen Transponder an seinem Handgelenk befestigt. Ein 3D-Scansystem folgt der Hand des Bedieners, der mit grünen und roten Lichtsignalen durch den Pick-Prozess geleitet wird. So erhält er während des Kommissioniervorgangs einen Hinweis, ob er das richtige Produkt kommissioniert oder nicht. Das System heißt „LOGISAFE-PICK“, eine Innovation, durch welche Fehler bei der Kommissionierung quasi ausgeschlossen werden.

* Melanie Kämpf ist Senior Global Communications Manager bei SSI Schäfer/Fritz Schäfer GmbH in 57290 Neunkirchen, Tel. (0 27 35) 70-2 52, melanie.kaempf@ssi-schaefer.com

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