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Medizintechnik

Transparente Prozesse erleichtern Einstieg in die Kunststoffmodifizierung

10.11.2009 | Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Kunststoffe für Implantate werden unter Reinraumbedingungen hergestellt. Das geschieht im Compoundierverfahren. Ziel sind optimierte Anwendungseigenschaften. Bild: Krauss-Maffei
Kunststoffe für Implantate werden unter Reinraumbedingungen hergestellt. Das geschieht im Compoundierverfahren. Ziel sind optimierte Anwendungseigenschaften. Bild: Krauss-Maffei

In der Modifizierung von Kunststoffen steckt ein enormes Anwendungspotenzial für medizintechnische Produkte. Voraussetzungen sind jedoch ein funktionierendes Prozessketten-Management bei der Produktentwicklung sowie der Aufbau einer Reinraum-Produktion, die zum Beispiel von Spritzgießern viel Planung, eine aufwändige Zertifizierung und Produktkontrolle verlangt.

Trotz der Wirtschaftskrise bleibt die Medizintechnik auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr stieg der Gesamtumsatz der Branche auf 17,8 Mrd. Euro. Zwei Drittel davon wurden mit ausländischen Kunden erzielt. Daher spielt die Situation auf dem Weltmarkt eine besondere Rolle für die deutschen Hersteller medizintechnischer Produkte. Mit Innovationskraft behaupten sie dort ihre Stellung.

Medizintechnik investiert 9% in Forschung und Entwicklung

Rund 9% des Umsatzes investiert die Medizintechnik in Deutschland in Forschung und Entwicklung. Mit Erfolg: Etwa zwei Drittel ihrer Produkte sind laut dem Bundesverband der Medizinproduktindustrie, BV-Med, Berlin, nicht älter als drei Jahre. Kein Wunder, dass in dieser Branche die Zahl der angemeldeten Patente deutlich höher ist als zum Beispiel in der Automobilindustrie und der IT-Branche.

Zu diesem positiven Branchenbild kommt die Studie „Medtech 2020“ des VDE. Sie wurde vor kurzem auf dem Weltkongress der Medizintechnik in München vorgestellt – und zeigt, dass die Branche für Forscher und Produktentwickler derzeit eine Jobmaschine ist. Insbesondere Teamplayer haben gute Chancen. Der Entwicklungsfokus in der Medizintechnik liegt auf der gesamten Prozesskette, wie Prof. Dr.-Ing. Jörg Vienken, Vizepräsident von Fresenius Medical Care, Bad Homburg, auf der diesjährigen Konferenz „Kunststoffe in der Medizintechnik“ in Würzburg betonte. Zu dieser Veranstaltung hatte das Deutsche Industrieforum (DIF), Kempen, zum siebten Mal Forscher, Produktentwickler und Ingenieure eingeladen, um die einzelnen Prozesse in Entwicklung und Fertigung zu beleuchten: vom Polymer bis zum verpackten System.

Optimiertes Prozessketten-Management

Basis für Neuentwicklungen in der Medizintechnik ist das Prozessketten-Management. Denn Fehler bei der Prozessentwicklung führen dort nicht nur zu Verzögerungen bei der Markteinführung eines Produkts, sondern sind meist mit einer erheblichen Kostensteigerung und verspäteten Zulassung verbunden. Dipl.-Ing. Frank Malzahn, Vertriebsleiter bei der Balda Medical GmbH, Bad Oeynhausen, hält daher eine wirkungsvolle Prozesssteuerung für enorm wichtig. Dabei kommen die Eigenschaften eines guten Teamplayers zum Tragen: Kommunikation, Kooperation und Zuverlässigkeit. Arbeitsbasis sind Konzepte zum Aufbau einer effizienten Zulieferkette.

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