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Lackierverfahren Trennscharf beschichten ohne Lacknebel

| Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Dürr hat ein Verfahren entwickelt, das Lacke großflächig oder in einfachen Mustern mit randscharfen Farbkanten aufträgt – und das ohne Overspray.

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Der Applikator Eco Paint Jet steigert die Effizienz beim Lackieren und eröffnet den Betrieben mehr Möglichkeiten in der Produktgestaltung.
Der Applikator Eco Paint Jet steigert die Effizienz beim Lackieren und eröffnet den Betrieben mehr Möglichkeiten in der Produktgestaltung.
(Bild: Dürr)

Der Applikator Eco Paint Jet wurde dieses Jahr mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet und ist nun für die allgemeine Industrie in einem einfach zu integrierenden Set erhältlich. Auf die neue Applikationstechnik abgestimmte Lacke hat das Unternehmen Adler bereits entwickelt. Eco Paint Jet ist bereits erfolgreich in der automobilen Serienfertigung im Einsatz. Dort ermöglicht die neue Dürr-Technik seit 2019 das Lackieren von farblich abgesetzten Autodächern, ganz ohne Abkleben.

Der Applikator Eco Paint Jet beschichtet trennscharf ohne Lacknebel. Das steigert die Effizienz beim Lackieren und eröffnet den Betrieben mehr Möglichkeiten in der Produktgestaltung und beim Warentransport. Anstelle von aufgeklebter Folie können zum Beispiel Dekorflächen für den Transport durch den gezielten Auftrag von Folienlack geschützt werden. Dieser lässt sich anschließend einfach wieder abziehen. Auch für Funktion und Gestaltung von Produkten ergeben sich neue Optionen. So können etwa Fensterrahmen durch die trennscharfe Beschichtung außen eine wetterbeständige Schicht und innen einen dekorativen oder einen andersfarbigen Auftrag erhalten. Bei Möbelfronten können auf einfache Weise dekorative Effekte realisiert werden.

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Der wichtigste Bestandteil des Overspray-free-Application-Sets ist die Lackzufuhr, verbunden mit dem Reinigungs- beziehungsweise Andrückprozess. Der Eco Paint Jet steuert diesen über drei Ventile. Das Herzstück des Applikators selbst ist eine Düsenplatte, die je nach Ausführung mehrere Dutzend parallele Lackstrahlen erzeugt. Diese können zu einem beliebigen Zeitpunkt aktiviert oder deaktiviert werden, um den Beschichtungsvorgang zu beginnen beziehungsweise zu unterbrechen. Im Gegensatz zu Lackiervorgängen mit Lackierpistole oder Hochrotationszerstäubern wird bei diesem Prozess keine Zerstäuberluft benötigt. Somit entsteht auch kein Lacknebel, der wie bei herkömmlichen Verfahren aufwendig aus der Kabinenluft gefiltert werden muss.

Breite der Lackierbahn lässt sich einstellen

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu klassischen Zerstäubern besteht darin, dass sich die Breite der Lackierbahn über den Auftragswinkel des Applikators einstellen lässt. So wird eine 30 bis 50 mm breite Lackierbahn erreicht. Durch Anpassung der Düsenplatte können auch schmälere Bahnbreiten erzeugt werden. Die Geschwindigkeit des Applikators und der Festkörperanteil des Lacks regeln die gewünschte Schichtdicke.

Vor allem bei großen Flächen sind lacksparende Applikationstechniken wichtig. Doch selbst bei Airless-Pistolen oder Hochrotationszerstäubern geht bis zu einem Viertel des eingesetzten Materials verloren. Die Rückgewinnung kostet Zeit und Energie und funktioniert nur bei bestimmten Lackarten. Das sogenannte Gießen, bei dem der überschüssige Lack in Behältern aufgefangen wird, vermeidet Overspray, erlaubt aber keine schnellen Farbwechsel. Andere Techniken zur Oberflächengestaltung wie das Anbringen von Folien oder Zierleisten bedeuten oft hohen manuellen Aufwand.

Kosteneffizienteres und umweltschonendes Lackieren

Die neue Dürr-Technik eliminiert die Nachteile der einzelnen Verfahren allesamt und macht das Lackieren in allen Industriebereichen schneller, kosteneffizienter und umweltschonender.

Der österreichische Lackhersteller Adler treibt die neue Applikationstechnik gemeinsam mit Dürr voran und realisiert farblose und pigmentierte Beschichtungslösungen, die über die üblichen Lackanforderungen hinaus genau auf die Besonderheiten dieser Technik abgestimmt sind. „Für diese visionäre Applikationstechnik wurden innovative und umweltfreundliche, wasserbasierte Produkte entwickelt, die nicht nur bei Plattenware für höchste Beständigkeit und zugleich optische Individualität sorgen“, ist Dr. Albert Rössler, CTO bei Adler, von der neuen Lackiertechnik überzeugt.

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