Suchen

Künstliche Intelligenz

Trotz Wachstum von KI ist der Umsatz zurückhaltend

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Der europäische Markt für Künstliche Intelligenz wird von rund drei Mrd. Euro in diesem bis auf 10 Mrd. Euro im Jahr 2022 wachsen. Dennoch zeigen sich europäische Unternehmen zurückhaltend.

Firmen zum Thema

In Hinblick auf KI (Künstliche Intelligenz) sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend.
In Hinblick auf KI (Künstliche Intelligenz) sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend.
(Bild: ©kras99 – stockadobe.com)

Im vergangen Jahr lag das Marktvolumen gerade einmal bei 2 Mrd. Euro. Das teilt der Digitalverband Bitkom auf Grundlage einer Studie „AI in Europe – Ready for Take-off“ mit. Die Studie wurde vom European Information Technology Observatory (EITO) angefertigt. Dabei wachsen die Ausgaben für Server und Speicherplatz lediglich um 24 % pro Jahr, während die Umsätze mit Software (45 %) und Dienstleistungen rund um KI (47 %) deutlich stärker anziehen.

Umsatzzahlen belegen KI-Zurückhaltung von Unternehmen

„Es gibt inzwischen ein breites Angebot an marktfähigen Lösungen, die Künstliche Intelligenz nutzen. Es reicht von Software-Tools, die für Sprach- oder Bilderkennung genutzt werden können über fertige Lösungen etwa für Chatbots zur Kundenberatung bis zu komplexen Anwendungen, mit denen sich personalisierte Mailings fast ohne menschliches Zutun versenden lassen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Allerdings zeigen die Umsatzzahlen trotz der beeindruckenden Wachstumsraten auch, dass die Unternehmen in Europa mit Investitionen in Künstliche Intelligenz noch sehr zurückhaltend sind.“

In einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom gibt nur jedes vierte deutsche Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten (25 %) an, der KI-Technologie interessiert und aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Ebenso viele bezeichnen sich selbst als kritisch oder ablehnend – und 17 % haben sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt. Zugleich sind zwei Drittel der Bundesbürger (64 %) überzeugt, dass der Wohlstand hierzulande in Gefahr gerät, wenn Deutschland bei der Künstlichen Intelligenz nicht zu den führenden Nationen gehört.

Dem EITO-Bericht zufolge investiert das produzierende Gewerbe in Europa aktuell am stärksten in KI. Auf dem zweiten Platz liegt die Finanzbranche, gefolgt vom Handel. Bis zum Jahr 2022 werden die größten Ausgabesteigerungen für das Gesundheitswesen sowie den Handel vorhergesagt.

Bitkom veranstaltet am 10. und 11. April den Big-Data.AI-Summit erstmals in Berlin. Mehr als 5000 Experten aus der Datenwirtschaft und der Künstlichen Intelligenz werden in über 100 Vorträgen und Workshops aktuelle KI-Anwendungen und Lösungen diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei konkrete Technologien und Trends, um die Digitalisierung der Unternehmen in allen Branchen voranzutreiben. Darüber hinaus werden ethische und politische Fragestellungen rund um Big Data und KI debattiert.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben sind neben dem Bericht des European Information Technology Observatory (EITO) zwei Umfragen, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden zum einen 1004 für das Thema digitale Technologien verantwortliche Personen (unter anderem Leiter Informationstechnik, Leiter Digitalisierung, technische Direktoren) von Unternehmen aller Branchen mit 50 und mehr Beschäftigten telefonisch befragt. Zum anderen wurden 1007 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45674839)