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Agiles Zeitsystem

Trumpf führt Jahresarbeitszeit ein

| Autor: Stéphane Itasse

Der Werkzeugmaschinen- und Laserhersteller Trumpf führt eine Jahresarbeitszeit ein. Das sieht das neue agile Zeitsystem des Unternehmens vor. Dabei öffnet das Unternehmen das Gleitzeitkonto seiner Mitarbeiter innerhalb eines Jahres auf einen Korridor zwischen +200 h und –100 h. Am Ende des Jahres muss das Konto wieder ausgeglichen sein. Bei Trumpf gibt es dazu noch eine Besonderheit.

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Arbeiten, wie es passt: Trumpf will mit der Jahresarbeitszeit flexibler werden.
Arbeiten, wie es passt: Trumpf will mit der Jahresarbeitszeit flexibler werden.
( Bild: Trumpf )

Führungskräfte und Mitarbeiter können bei den Ditzingern eigenständig darüber entscheiden, ob im agilen Zeitsystem gearbeitet werden soll oder nich, ohne Abstimmung mit Geschäftsführung oder Betriebsrat. So kann das Unternehmen unbürokratisch und schnell auf kurzfristige Auftragsschwankungen reagieren. Die Mitarbeiter profitieren im Gegenzug von längeren Auszeiten zusätzlich zum Urlaub.

Neues Bündnis für Arbeit sichert Jobs bei Trumpf

Das agile Zeitsystem ist Bestandteil des zum 1. Juli 2016 zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat verhandelten betriebsinternen Bündnisses für Arbeit 2021. Trumpf schließt mit seinen Mitarbeitern solche Bündnisse bereits seit 1997 ab. Im letzten Bündnis für Arbeit, das von 2011 bis 2016 gültig war, war es zum Beispiel die Möglichkeit für die Mitarbeiter, alle zwei Jahre selbst über die Wochenarbeitszeit zu bestimmen.

Beim Bündnis für Arbeit 2021 stehen neben dem agilen Zeitsystem mobiles Arbeiten, eine Qualifizierungsinitiative und Regelungen zum altersgerechten Arbeiten im Fokus. Außerdem spricht das Unternehmen eine hundertprozentige Beschäftigungssicherung aus.

„Die voranschreitende Digitalisierung, volatilere Märkte und kürzere Produktlebenszyklen erfordern von uns noch mehr Flexibilität als bislang. Darauf reagieren wir mit unserem Bündnis für Arbeit 2021“, sagt Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Trumpf-Geschäftsführung, über die Beweggründe für das neuartige Modell. „Im Gegenzug bieten wir unseren Mitarbeitern über unsere Beschäftigungsgarantie bis zum Jahr 2021 viel Sicherheit in der Veränderung: Sie können, sofern ihre Aufgabe dafür geeignet ist, rund 20 % ihrer Arbeit mobil erbringen. Sie sind damit unabhängig hinsichtlich des Ortes, aber auch hinsichtlich der Verteilung der Arbeitszeit. Das ermöglicht, Berufs- und Privatleben besser zu vereinen.“

Qualifizierungsinitiative macht Trumpf-Mitarbeiter fit für Industrie 4.0

Ergänzt wird das Bündnis durch eine Qualifizierungsinitiative, die neuartige Lernformen und -inhalte fördert, sowie ein Maßnahmenbündel zum altersgerechten Arbeiten. Dies erfolgt mit der Zielsetzung, die Mitarbeiter auf die Veränderungen der Arbeitswelt angesichts von Industrie 4.0 und zunehmender Flexibilisierung einzustellen.

„Stillstand ist in der heutigen Zeit fast schon eine Utopie. Und wir als Unternehmen müssen unsere Mitarbeiter dazu ertüchtigen, dass sie sich, unabhängig von Alter oder Eingruppierung, gut auf die Veränderungen einstellen können“, erläutert Gerhard Rübling, Geschäftsführer der Trumpf GmbH + Co. KG und als Arbeitsdirektor verantwortlich für die Bündnisverhandlungen.

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Stéphane Itasse

Stéphane Itasse

, MM MaschinenMarkt