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Disruption

Überleben 4.0

| Autor: Simone Käfer

Durch die digitale Welle droht etablierten Unternehmen auch Gefahr von ungeahnten Seiten.
Durch die digitale Welle droht etablierten Unternehmen auch Gefahr von ungeahnten Seiten. (Bild: © gmm2000 - Fotolia.com)

Schreiben Sie noch SMS? Seit Smartphones die Welt erobern, haben Messenger wie Whatsapp die Kommunikationsvariante SMS verdrängt, nur wenige nutzen sie noch. Ein Geschäftsmodell, das im Sterben liegt. Die Digitalisierung eröffnet auch in der Industrie disruptive Wege. Wir haben Unternehmen gefunden, die ihr strategisches Konzept auf die neuen Herausforderungen vorbereiten.

In der Consumerwelt ist es längst gang und gäbe, dass Kundenkommunikation über soziale Netzwerke läuft und Kunden am Entwicklungsprozess beteiligt werden. Aber auch in der Fertigungsindustrie ist dieser Trend nicht unbemerkt geblieben. Neben dem viel benutzten Begriff „Industrie 4.0“ gibt es allerdings noch weitere Aspekte der Digitalisierung. Diese könnten sogar eine Gefahr für etablierte, traditionelle Unternehmen werden.

So hat sich die Innovationsgeschwindigkeit beschleunigt. Das liegt unter anderem daran, dass Neugründungen durch moderne Technik begünstigt werden. Ein kleines Start-up mit flachen Strukturen ist wesentlich wendiger in seinem Vorgehen als ein großer Konzern. Vorteile, die sich einige etablierte Großunternehmen zunutze machen, indem sie entweder die Ideen kaufen oder gleich das komplette Start-up.

„Klassische Unternehmenskulturen zu verändern ist die größte Herausforderung, nicht die technische Implementierung innovativer Tools", ist Gisbert Rühl, Vorsitzender des Vorstands bei Klöckner überzeugt.
„Klassische Unternehmenskulturen zu verändern ist die größte Herausforderung, nicht die technische Implementierung innovativer Tools", ist Gisbert Rühl, Vorsitzender des Vorstands bei Klöckner überzeugt. (Bild: Klöckner)

Etwas weniger aggressiv geht Klöckner vor. Der Stahldistributor hat eine Gesellschaft gegründet, die sich an Start-ups beteiligt – zusätzlich zu den eigenen Jungunternehmen. „Durch den Austausch mit Start-ups lernen wir, schneller und agiler zu arbeiten. Das wiederum macht sich positiv im Kontakt mit unseren Kunden bemerkbar“, erklärt der Vorsitzende des Vorstands, Gisbert Rühl, die Investitionen.

Das Geschäft mit dem Service boomt

Damit reißt Rühl gleich ein weiteres Thema an, das sich durch die Digitalisierung verändert: Kundenbeziehung. Es scheint sogar im Fokus einiger Unternehmen zu stehen, denn Dienstleistungen und Serviceangebote schießen aus dem Boden. Der Drehgeber-Hersteller Kübler beispielsweise bietet inzwischen auch eine Risikobeurteilung an. Ein Geschäft, das in abgespeckter Version bei manchem Unternehmen als kostenlose Leistung zum Service gehört oder gehörte. Volker Franke, Geschäftsführer von Harting Applied Technologies, sieht Dienstleistungen im Fokus des Maschinenbaus: „Durch den Onlinezugriff auf Maschinendaten, Fernwartbarkeit in einem sicheren Netzwerk und gleichzeitig durch unterschiedliche Spezialisten sowie die Fähigkeit zur Selbstdiagnose für vorbeugende Wartung und ein durchgängiges Ersatzteilmanagement werden neue Geschäftsmodelle abgeleitet, wie erweiterte Servicefunktionen oder auch erweiterte Verfügbarkeitskonzepte, die zu Wartungsverträgen führen.“

Ergänzendes zum Thema
 
„Unser Geschäft wird es bald nicht mehr geben”

Die Nähe zum Kunden – oder auch zum Produkt – wird noch intensiver werden. Über die Rückverfolgbarkeit kann über den gesamten Lebenszyklus einer Maschine und deren Komponenten nicht nur ein individuelles Wartungskonzept entstehen. Der Kranhersteller Konecranes hat ein eigenes Serviceportal dazu online geschaltet. Über das Portal können Kunden alle servicerelevanten Daten ihrer Krane und Hebezeuge einsehen. Dazu gehören Wartungs- und Prüfberichte, bisherige und künftige Wartungstermine, Mängellisten sowie abgeschlossene und kommende Instandhaltungs- und Reparaturaufträge inklusive der Kosten pro Wartungsvereinbarung.

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