Anbieter zum Thema
Die Referentin spricht einen weiteren Aspekt an: Zwar seien mittlerweile durchaus mehr Frauen in Führungspositionen, aber schon sähen sie sich den mit den nächsten Herausforderungen konfrontiert. „Sie wird unfreundlich empfangen, es wird ihr ruppig gegenübergetreten, sie ist als Quotenfrau abgestempelt, die nur deswegen diese Strelle hat, weil sie eine Frau ist, nicht weil sie etwas kann. Von ihr wird einfach weniger erwartet.“ Stachelhaus rät den Frauen sich einen potentiellen zukünftigen Arbeitgeber genau ansehen. Wie steht das Unternehmen zu Diversity, gibt es dazu Programme? Wie viele Frauen arbeiten dort? „Und das Wichtigste: Halten Sie durch! Hören Sie nicht auf etwas zu versuchen und zu kämpfen!“
Auch Raimund Becker, Vorstand Arbeitslosenversicherung der Bundesagentur für Arbeit, gibt den anwesenden Damen drei klare Empfehlungen an die Hand: Netzwerke sowohl mit männlichen als auch weiblichen Kollegen innerhalb des Unternehmens bilden, sich nicht selbst unterschätzen und den Vorgesetzten auf die eigenen Leistungen aufmerksam machen sowie Belohnungen für die eigene Leistung erwarten. Im Anschluss an die Vorträge gab es 35 Workshops zu Themen wie Berufseinstieg/Wiedereinstieg, Führung und Kommunikation, Beruf/Karriere/Aufstieg sowie Vielfalt der Talente.
„Wir kochen für unsere Freundinnen“
Auf einer Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Herausforderung Vielfalt auf dem Arbeitsmarkt. Von den Babyboomern bis zur Generation X, Y, Z.“ wurde der Grundtenor des Tages wieder aufgegriffen: In einem vielfältigen Team erreicht man mehr. Zwar wurde überwiegend über die Diskrepanzen der verschiedenen Generationen und über die Vorteile verschiedener Generationen innerhalb eines Teams gesprochen, doch wurde auch der Bogen zum Geschlechteraspekt der jungen Generation geschlagen. Der 19-jährige Keynote-Speaker, Native Digital und Generation-Y-Vertreter Philipp Riederle machte auf dem Podium klar:„Frauen sind mit uns aufgewachsen, gehen mit uns aufs Gymnasium und teilen sich in der Uni die Hörsaalreihe mit uns. Wir Männer stehen abends am Herd und kochen für unsere Freundinnen. Wir kennen eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts überhaupt nicht. Für uns ist die noch immer vorherrschende Realität völlig unverständlich.“
Auch Marcus Reif, Head of Recruiting & Employer Branding bei Ernst & Young, geht in der Podiumsdiskussion auf den Geschlechteraspekt ein:„Müttern werden heute schon Betriebskindergärten geboten, damit sie nach einer Babypause leichter wieder in den Beruf einsteigen können. Doch was bringen Vätern und Müttern Betriebskindergärten, wenn das Kind krank ist? Wir müssen wegkommen von dem Büro-Präsenz-Denken!“ Die Flexibilität, spontan von zu Hause aus arbeiten zu können, wenn das Kind krank werde, sei ein wesentlicher Schritt nach vorn, den es für Unternehmen zu gehen gelte.
Engineer Powerwoman 2014 gekürt
Eine Frau stand besonders im Rampenlicht: Gabby Aitink-Kroes. Die niederländische Ingenieurin mit Schwerpunkt Opto-Mechanik der Research School for Astronomy ist zur Engineer Powerwoman 2014 gekürt worden. Mit diesem Titel zeichnet der Women-Power-Kongress seit dem vergangenen Jahr Frauen aus, die im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik mit entscheidenden Ideen und Engagement ihr Unternehmen nach vorn bringen. Aitink-Kroes war unter anderem federführend für das Design des MIRI-Instruments im James Webb Space Teleskop der NASA und ESA zuständig. In ihrem Unternehmen setzt sie sich regelmäßig für Themen wie Diversity, Gender-Balance im Bereich Forschung und Technologie sowie für den jährlichen Girl’s Day ein.
(ID:42647044)