Women Power Kongress 2014 Ungleichheit als Chance für mehr Erfolg

Redakteur: M.A. Frauke Finus

Noch heute im Jahr 2014 verdienen Frauen weniger als Männer in der selben Position – eine Benachteiligung nur aufgrund des Geschlechts. Dass aber gerade Frauen ein Team bereichern und Vielfalt Innovation und Erfolg bedeutet, war die Kernaussage des elften Women-Power-Kongresses im Rahmen der diesjährigen Hannover-Messe.

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Dr. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG:„Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor! Deswegen haben wir das unternehmerische Ziel bis 2015 unsere Führungspositionen mit mindestens 30% Frauen besetzt zu haben.“
Dr. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG:„Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor! Deswegen haben wir das unternehmerische Ziel bis 2015 unsere Führungspositionen mit mindestens 30% Frauen besetzt zu haben.“
(Bild: Finus)

In einem gemischten Team erreicht man mehr – da sind sich die Keynote-Speaker einig. Gemischt bedeutet hier mehrere Generationen, verschiedene Bildungs- und kulturelle Hintergründe und vor allem beiderlei Geschlechter in einem Team zu vereinen.

Vielfalt als Erfolgsfaktor

„Netzwerke nutzen. Integration erleben. Neues lernen.“ war das Motto des Kongresses. Die Moderatorin Sabine Asgodom ließ zu Beginn des Tages diesen Worten direkt Taten folgen und stellte den rund 1.400 Teilnehmerinnen und vereinzelten Teilnehmern die Aufgabe, sich den Sitznachbarn vorzustellen, Gemeinsamkeiten festzustellen und das eigene Erfolgsrezept zu verraten. Entsprechend angeregt war die Stimmung, als Dr. Thomas Kremer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, in seinem Impulsvortrag über Vielfalt als Erfolgsfaktor sprach. Lauten Applaus erntete er dafür, dass die Telekom seit Januar 2014 jedem Mitarbeiter ein Rückkehrrecht aus der Teilzeit zuspricht. Ziel der Telekom sei darüber hinaus bis 2015 rund 30% Frauen in Führungspositionen zu haben. Kremer: „Dies ist ein unternehmerisches Ziel und es ist deshalb genauso wie finanzielle Ziele in Vereinbarungen verankert.“

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Ähnlich handelt auch Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Sie erheiterte die Gemüter, als sie berichtete, aus welchem Grund sie anlässlich der kürzlich geführten Mitarbeitergespräche einige Boni radikal gekürzt habe. Denn das unternehmerische Ziel der BVG war für 2013, jede zweite freiwerdende Stelle mit einer Frau zu besetzen. Dies hätten die Kollegen nicht erfüllt. Drum streicht Nikutta nicht nur die Boni, nein, alle „verpassten" weiblichen Neueinstellungen müssen zusätzlich in diesem Jahr nachgeholt werden. „Im vergangenen Jahr hatten wir die höchste Frauenquote überhaupt im Unternehmen und haben erstmals seit 1945 ein positives Betriebsergebnis eingefahren. Ob das wohl zusammen hängt?“ Nikuttas rhetorische Frage ans Auditorium. Sie ist überzeugt, dass das erstmalige positive Betriebsergebnis ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in gemischten Teams zu verdanken ist. Außerdem will sie die anwesenden Frauen stärken und ihnen Mut zusprechen. Sie berichtet aus ihrem Erfahrungsschatz, wie ihr als einer Managerin mit vier Kindern häufig gegenüber getreten wird. „Wie machen Sie das nur? Kommen Ihre Kinder nicht zu kurz?“ Siegrid Nikutta:„Das sind Fragen, die einer Frau gestellt werden, niemals aber einem Mann“.“

Abgestempelt als Quotenfrau

Dass Diversity, also die Mischung von Jung und Alt sowie Frauen und Männern und auch Menschen aus dem In- und Ausland, in Unternehmen zum Erfolg führt, stützt auch Regine Stachelhaus, Senior Executive Advisor bei Eon. „In gemischten Teams entstehen mehr Kreativität und Ideenreichtum. Ungleichheit ist eine Chance.“ Für sie ist das US-amerikanische Unternehmen Disney-Pixar eine echte Vorzeigefirma. Die Idee zur Geschichte des erfolgreichen Computeranimations-Kinofilms „Ratatouille“ hatte der Kantinenkoch, nicht die Kreativ-Teams der Disney-Pixar-Studios. Ein Mitarbeiter, dessen Aufgaben gänzlich anders gelagert sind, hatte also den einen guten Einfall, den es für eine Filmstory braucht. Stachelhaus:„Egal woher und von wem sie kam, die Idee wurde gehört und umgesetzt. Das ist bemerkenswert.“ Vielfalt ermöglicht also mehr Ideenreichtum.

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