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Roboter Urbane Mobilität durch eine robotergestützte Fertigung

| Autor / Redakteur: Hans P. Fritsche und Marc Leidner / Mag. Victoria Sonnenberg

Die globale Verstädterung mit ihr der Flächenverbrauch erfordert Lösungen. Eine der nächstliegendsten: In die Höhe statt in die Breite bauen. Dazu setzen Experten auf robotergestützte Klebetechnik, um zum Beispiel die Funktionskomponenten der Permanent-Magneten an Rotoren unterschiedlicher Varianten zu montieren.

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Roboter vom Typ IRB 6640 übernehmen das Handling der Montagehilfen und stellen diese dem Werker bereit zum Bestücken mit Magneten.
Roboter vom Typ IRB 6640 übernehmen das Handling der Montagehilfen und stellen diese dem Werker bereit zum Bestücken mit Magneten.
(Bild: ABB)

Aktuellen Angaben der UN zufolge wächst die Weltbevölkerung derzeit um mehr als 80 Millionen Menschen pro Jahr. Ein charakteristischer Trend ist das Entstehen von immer mehr Millionenstädten. Stadtplaner, Architekten und Gebäudetechniker sehen sich in puncto urbane Mobilität vor bedeutende Herausforderungen gestellt. Auch die Verantwortlichen im Aufzugs-Anlagenbau sind gefordert. Denn der Bedarf daran wächst im Zuge des bevorzugt vertikalen Bauens nachhaltig. Bereits jetzt sind weltweit rund zwölf Millionen Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige und vor allem Aufzüge installiert. Sie befördern täglich weit über eine Milliarde Menschen – und sind damit das meistgenutzte Transportmittel.

Lösungsansatz: Twin-Konzept

Markterfolge des thyssenkrupp-Konzerns sind im Wesentlichen auch innovativen Lösungsansätzen wie dem Twin-Konzept zuzuschreiben. Letzteres steht für die weltweit erste Aufzugsanlage mit zwei voneinander unabhängig fahrenden Kabinen in einem gemeinsamen Schacht. Um jederzeit Produkte bester Qualität just in time kostengünstig produzieren und liefern zu können, entwickelt und realisiert thyssenkrupp modernste, vor allem hochflexible Fertigungslösungen. Seit Kurzem gehört dazu eine vollautomatische, robotergestützte Klebe- und Montageanlage für die Rotoren der Aufzugsmotoren. Den Auftrag über Konzeption, Simulation, Bau und Inbetriebnahme dieser Anlage erhielt die in Unterfranken ansässige Main-Automation GmbH aus Großostheim, ein auf Roboterautomation spezialisiertes Unternehmen.

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Ziel der Automatisierung war es, die zahlreichen Varianten an Rotoren für die unterschiedlichen Aufzugsantriebe von thyssenkrupp schneller, präziser und in reproduzierbarer Qualität mit Permanentmagneten zu bekleben. Je nach Bauart und Ausführung der Motoren benötigen die Werker in der Montage verschiedene, mit Permanentmagneten bestückte Rotoren. Diese wiederum unterscheiden sich in Baulänge und Durchmesser sowie in Anzahl und Anordnung der aufzubringenden Permanentmagnete. Letztere sind dabei je nach Spezifikation in mehreren Lagen mit unterschiedlicher Anzahl an Magneten richtig gepolt zu bestücken. Die von der Main-Automation GmbH konzipierte Anlage überzeugt die Nutzer in Verfügbarkeit, Fertigungsqualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Dauerte das manuelle Bekleben der Rotoren mit Permanentmagneten je nach Motorgröße noch mehrere Stunden pro Rotor, so ist jetzt mit robotergestützter Automation nur noch ein Bruchteil davon erforderlich – und das bei erhöhter Prozess- beziehungsweise Fertigungssicherheit.

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