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Die Entwicklung der Automatisierung Vom mechanischen Webstuhl zur maschinennahen Vernetzung

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Jürgen Schreier

Das Internet der Dinge, in dem Maschinen untereinander und mit „ihren“ Werkstücken kommunizieren und Fertigungsabläufe selbst organisieren, könnte der (vorläufige) Höhepunkt der Automatisierung sein. Bis dahin war aber ein weiter Weg zurückzulegen.

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Mechanischer Webstuhl im Teppich-Museum Oelsnitz.
Mechanischer Webstuhl im Teppich-Museum Oelsnitz.
(Bild: commons.wikimedia.org)

Nach DIN V 19233 versteht man unter Automatisierung „das Ausrüsten einer Einrichtung, so dass sie ganz oder teilweise ohne Mitwirkung des Menschen bestimmungsgemäß arbeitet“ (Deutsches Institut für Normung e. V.). Die Anfänge der Automatisierung reichen bereits in eine Zeit zurück, in der der Begriff selbst noch nicht etabliert war. Genau wie heute ging es jedoch darum, wiederkehrende Prozesse durch die Nutzung technischer Grundsätze und Systeme zu vereinfachen.

Künstliche Systeme erledigen des Menschen Arbeit

Eines der bekanntesten Beispiele ist die Entwicklung und Weiterentwicklung des mechanischen Webstuhls durch Edmond Cartwright. Während die im Jahr 1785 patentierte Webmaschine noch von Hand angetrieben werden musste, beantragte er 1786 ein Patent auf eine Weiterentwicklung der Maschine, bei der ein neuer mechanischer Antrieb für die beweglichen Teile des Webstuhls zum Einsatz kam. Mit dem Betrieb des Webstuhls mit Dampf war dann der Beginn der industriellen Revolution eingeläutet.

Was war geschehen? Aufgaben und Funktionen, die bis zu diesem Zeitpunkt von Menschen ausgeführt wurden, erledigten jetzt künstliche Systeme, also Maschinen. Gleichartige Prozesse konnten vereinheitlicht werden und es kam zu Produktionssteigerungen. Dieses grundsätzliche Bestreben, starre, wiederkehrende Abläufe von Maschinen durchführen zu lassen, wurde und wird bis heute in viele andere technische Bereiche übertragen.

Die Automatisierungstechnik ist eine Hilfsdisziplin für alle Bereiche der Technik, ein fachübergreifendes Teilgebiet der Technik und eine Ingenieurwissenschaft, die alle Maßnahmen behandelt, Maschinen oder Anlagen zu automatisieren. Während der ursprüngliche Ansatz für die Anwendung der Automatisierungstechnik in der Großserienproduktion lag, geht es heute darum, Menschen von gefährlichen, anstrengenden oder Routine-Tätigkeiten zu entlasten.

Meilensteine der Automatisierungstechnik sind wegweisend für viele Entwicklungen

Weitere Bestrebungen sind Qualitätsverbesserungen, eine höhere Leistungsfähigkeit der Anlagentechnik und die Senkung von Personalkosten. Heute ist es grundsätzlich möglich, auch die Produktion von Kleinserien bis hinunter zu Einzelstücken zumindest teilweise zu automatisieren.

Nachfolgend sind nur einige Beispiele aus der jüngeren Geschichte genannt, die die komplexe Entwicklung der Automatisierungstechnik in allen Bereichen der Technik widerspiegelt.

Mit dem ersten Schreibtelegrafen beispielsweise, den Samuel Morse 1833 baute, wurden die Zeichen codiert und seriell übertragen. Dies führte zum Fernschreiber und zu genormten seriellen Schnittstellen. Diese waren dann Grundlage für die heutigen Bussysteme.

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