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Hochleistungs-Schleifspindeln auf der Grindtec 2020 Vom Standardsystem bis zur Industrie-4.0-fähigen Schleifspindel

| Redakteur: Peter Königsreuther

GMN Paul Müller Industrie präsentiert erstmals seine Industrie-4.0-fähigen Hochleistungs-Schleifspindeln und zeigt, was die Schleifwelt in Sachen Standard- und Sonderanfertigungen umtreibt. Halle 2 am Stand 2064.

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Messepremiere von GMN Paul Müller Industrie auf der Grindtec 2020 in Augsburg: Erstmals, heißt es, präsentiert das Unternehmen sein Konzept für Industrie-4.0-fähige Hochleistungs-Schleifspindeln – und zwar in Halle 2 am Stand 2064.
Messepremiere von GMN Paul Müller Industrie auf der Grindtec 2020 in Augsburg: Erstmals, heißt es, präsentiert das Unternehmen sein Konzept für Industrie-4.0-fähige Hochleistungs-Schleifspindeln – und zwar in Halle 2 am Stand 2064.
(Bild: GMN)

Mit dem Konzept für Industrie 4.0-fähige-Hochleistungs-Schleifspindeln macht GMN aus der rein elektromechanischen Komponente ein mechatronisches System, das intelligent mit der Steuerung der Schleifmaschine kommuniziert, sie der Aussteller beschreibt. Der Austausch finde dabei über eine zentrale IO-Link-Schnittstelle statt, kann alternativ, etwa bei hohen Übertragungsraten, auch über eine serielle Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle erfolgen, so GMN.

Auf der Grindtec 2020 führt das Unternehmen diese Neuheit am Beispiel einer Hochgeschwindigkeitsspindel vom Typ HCS 120-75000/10 vor. Das Spindelsystem ist dazu mit Sensoren ausgerüstet, welche die zur Spindel- und Prozessüberwachung relevanten Messsignale erfassen, heißt es weiter. Zu den wichtigen Daten zählen laut GMN etwa Informationen über Lager-, Motor- und Kühlmitteltemperaturen, Drehzahl, Schwingungen, Wellenverlagerungen und über den Spannzustand des Werkzeugs. Alle Daten werden in der Spindel zentral auf einer Platine, der IDEA-4S (Integrated Data Evaluation and Acquisition for Spindles) gespeichert und verarbeitet. So seien sie für Diagnosezwecke rasch verfügbar.

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Nachgefragte Standardspindeln für das Innenschleifen

Außer dieser Messeneuheit wird der Maschinenbauer auch zwei flexibel einsetzbare Hochleistungsspindeln für das Innenschleifen mit Drehzahlen bis zu 105.000 min-1. Sie zählen zu den Highspeed-Systemen mit Öl-Luft-geschmierten Komponenten, die für eine maximale Performance mit hauseigenen GMN-Hybridlagern für hochpräzise Schleifergebnisse ausgestattet sind.

Aus den Baureihen HSX und HV-X werden, wie es weiter heißt, die Modelle HV-X 150-30000/37 und HSX 120-60000/13 für den manuellen Werkzeugwechsel als Grindtec-Exponate zu sehen sein. Während die HSX-Reihe als universell einsetzbares System zu verstehen seien, sollen die HV-X-Modelle immer dann punkten, wenn beim Hochfrequenzschleifen sehr große Steifigkeits- und Leistungswerte gefordert seien.

Genauer gesagt, umfasst das GMN-Programm 15 verschiedene Ausführungen mit drei unterschiedlichen Hülsendurchmessern. Die maximale Leistung beträgt 37 kW, mit gleichzeitiger radialer Steifigkeit von 197 N/µm.

Spindeltechnische Sonderanfertigungen hoch im Kurs

Seit Jahren steige die Nachfrage nach anwendungsspezifisch konzipierten Spindeln, weswegen GMN zur Grindtec 2020 verschiedene Modelle präsentieren wird, um einen Überblick zu gewähren. Speziell für das Zahnradschleifen etwa, wurde eine Kombination aus Antriebs- und Gegenlagerspindel entwickelt, heißt es dazu. Die Antriebsspindel HCS 147-25000/35 ist mit einem GMN-System zum automatischen Wechsel der Schleifscheibenaufnahme ausgestattet. Die Leistung bei Nennbetriebsart S1 kommt laut GMN auf 35 kW im Drehzahlbereich von 15.000 bis 25.000 min-1. Um auch mit sehr breiten Schleifscheiben arbeiten zu können, habe GMN die dazu erforderliche Gegenlagerspindel TS 147 × 146 parat.

Auch in Sachen Außenschleifspindeln, beispielsweise für die Automobilindustrie zum hochpräzisen Schleifen kleiner Teile, hat GMN Individuelles im Portfolio, wie es weiter heißt. Exemplarisch werde die direkt angetriebene Motorspindelausführung TSE 200cg-7200, die mit einer hohen dynamischen Laufruhe aufwarte, zu sehen sein. Flankiert wird sie von der besonders kompakten Außenschleifspindel TSE 63cg-20000/12, die sich durch ihr nur 63 mm breites Gehäuse von anderen Systemen unterscheidet. Ihr Motor leistet 12 kW (S1) und erreicht ein Drehmoment von 6,9 Nm bei einer maximale Drehzahl von 20.000 min-1, wie GMN betont. Sie sei etwa für das Schleifen von Nockenwellen ideal.

Und zwei leistungsfähige Abrichtspindeln mit A/E-Sensor (Acoustic Emission Sensor) sollen den Messeauftritt abrunden. Dieser Körperschallsensor helfe dabei, den Kontakt zwischen Schleifscheibe und Abrichtrad zu erkennen. Das ermöglicht es, den Abrichtprozess optimal zu überwachen, so GMN. Das platzsparende Modell TSE 80-16000/1,2 mit einem Kantenmaß von 80 mm × 90 mm und einer Gesamtlänge von 180 mm leistet bei S1 0,75 kW. Ihr Drehzahlbereich erstreckt sich von 10.000 bis 16.000 min-1. Und bei der Abrichtspindel TSE 100cg-6000/1,25 beträgt die Abgabeleistung 1,25 kW (S1) bei 6000 min-1. Gehalten werden die Abrichtscheiben von einer sehr präzisen Hydrodehn-Spannaufnahme mit einem Durchmesser von 52 mm.

Kürzere Lieferzeiten durch erweiterte Fertigung

Um rund 5400 m² erweitert GMN, ein Unternehmen, dass sich auch in der Luft- und Raumfahrt einen Namen gemacht hat, in diesem Frühjahr in Nürnberg seine Fertigung, heißt es. Dadurch könnten die in der Vergangenheit langen Lieferzeiten in Zukunft deutlich verkürzt werden. Aufgrund der guten Referenzen aus den wichtigsten Schlüsselbranchen und der hohen Qualität seiner Produkte, blickt GMN auch angesichts diverser Bedrohungen aus Politik und Wirtschaft nach eigenen Worten sehr zuversichtlich auf das kommende Geschäftsjahr.

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