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Konventionelle PM-HSS-Schneidstoffe werden in einer ersten Wärmebehandlung bei 1200 °C austenitisiert. Dabei lösen sich die hoch legierten Metallkarbide auf.
Werkstoffe für neuen Walzfräser werden mehrfach angelassen
Um ein übermäßiges Kornwachstum zu vermeiden, wird das Material im Anschluss auf unter 500 °C abgekühlt. Das nun vorliegende Gefüge besteht aus Martensit, ungelösten Primärkarbiden, Korngrenzkarbiden und Restaustenit.
Um das Gefüge zu homogenisieren und den Gehalt an Restaustenit zu minimieren, werden HSS-Werkstoffe mehrfach angelassen. Durch die Wahl der Anlasstemperatur wird auch die Sekundärhärte festgelegt und damit die späteren Gebrauchseigenschaften.
Die maximalen Einsatztemperaturen sind jedoch ebenfalls auf etwa 500 °C begrenzt. Auch bei der nachfolgenden Beschichtung darf diese Grenze nicht überschritten werden.
Die Härte des Walzfräser-Schneidstoffs wird zwischen 65 und 68 HRC eingestellt
Der neue Schneidstoff erfährt dagegen nur zwei Wärmebehandlungen. Unmittelbar nach dem Austenitisieren folgt ein Anlassvorgang, bei dem die Ausscheidungshärtung des Schneidstoffs durch die Ausbildung von Nanostrukturen erfolgt, sogenannter intermetallischer Verbindungen. Die Härte des Schneidstoffs kann dabei in einem Bereich von 65 bis 68 HRC eingestellt werden.
Auch mit Blick auf die Wiederaufbereitung bietet der Schneidstoff Vorteile. Während bei Wälzfräsern aus Vollhartmetall die Gefahr besteht, dass bei der Entschichtung die Kobaltbestandteile ausgewaschen werden und das Werkzeug porös wird, kann der Speedcore-Schneidstoff problemlos entschichtet und wiederaufbereitet werden.
Werkstoff bietet noch Potenzial für leistungsfähigere Walzfräser
In der Summe der Eigenschaften bietet der neue Schneidstoff noch weiteres Potenzial, um die Leistungsfähigkeit der Werkzeuge und des Wälzfräsersystems von LMT zu steigern. So ist es wegen der höheren thermischen Stabilität des Materials beispielsweise möglich, auch die Temperatur bei der Beschichtung der Wälzfräser zu erhöhen. Dadurch können die Beschichtungen noch genauer auf die jeweiligen Anwendungen zugeschnitten werden.
Entsprechend hoch schätzt das Unternehmen die Marktchance der LMT-Fette-Wälzfräser auf Basis des neuen Schneidstoffes ein. Zukünftig könnten mehr als 30% aller einteiligen Wälzfräser auf dessen Basis entstehen und sukzessive Wälzfräser aus PM-HSS ersetzen.
* Thomas Falk ist Leiter des Segments Verzahnung bei der LMT Tools Systems GmbH. Uwe Kretzschmann ist Leiter R&D/Engineering bei der LMT Fette Werkzeugtechnik GmbH & Co. KG in 21493 Schwarzenbek
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