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Wälzlager sind sehr wichtige Maschinenelemente. Sie erfüllen hohe Anforderungen an Funktionalität und Gebrauchsdauer. Der Schmierstoff soll die Reibung reduzieren und Verschleiß verhindern oder zumindest mindern (Bild 2).
Wasser ist größter Feind der Wälzlager
Wasser ist in vielen Fällen, neben anderen Fremdstoffen wie Staub und Fasern, das Umgebungsmedium, mit dem das Wälzlagerfett am häufigsten in Kontakt kommt. Eindringendes Wasser beeinträchtigt die Schmierwirkung des Fettes und kann zu Korrosion innerhalb des Lagers führen. Eine optimale Abdichtung und ein korrosionsverhindernder Schmierstoff sind in solchen Fällen besonders wichtig.
Das alles ist einsichtig, aber wofür ist bei der Auswahl der Schmierfette zum Beispiel ein hoher Tropfpunkt oder eine hohe Haftfähigkeit ausschlaggebend? Bei industriellen Anwendungen – glaubt der Laie – macht es nichts, wenn da mal ein wenig Fett aus einem Motor oder Lager tropft, weil es dort sowieso nicht ganz sauber ist. Dem ist aber nicht so.
Wälzlager für präzise arbeitende Krane
So ist es zum Beispiel bei einer großen Teleplattformanlage zur Wartung, Überholung und Lackierung von Flugzeugen so, dass der gesamte Rumpf an einem Kran aufgehängt und behutsam transportiert werden kann. Diese Krane können, dank leistungsfähiger Wälzlager, jede Position des Flugzeuges exakt und sanft anfahren.
Das Wartungspersonal bewegt sich auf den geräumigen Plattformen mit umlaufendem Kollisionsschutz zur Vermeidung von Beschädigungen am Flugzeug. Bei der Lackierung darf es dort natürlich kein fetttropfendes Lager geben. Deshalb sind bei Kranen durchaus Schmierfette ein entscheidender Faktor.
Aus diesem Grunde sind bei LFD in diesem Bereich wegen der eher starken Belastungsanforderungen sogenannte Heavy-Duty-Schmierfette oder Extreme-Pressure-(EP-) Fette im Einsatz, bei Kranen in der Regel MoS2-Schmierfette. Sie bieten guten Korrosionsschutz, sind hochtemperaturbeständig, haben ein gutes Druckaufnahmevermögen, sind weich und geschmeidig, wasser- und seewasserbeständig, sehr gut walkstabil, vermindern die Reibung (aufgrund des sehr feinen, hochreinen MoS2), bieten einen hohen Tropfpunkt und sind außerordentlich haftfähig. In der Regel sind Krane heutzutage – wegen des minimierten Wartungsaufwandes – mit lebensdauergeschmierten Radblöcken im Einsatz.
Auswahl ist abhängig von Last, Sicherheit und Lebensdauer
Weil bei Kranen die Lasten sehr hoch und die Drehzahlen eher gering sind, wird in die genutzten Lager zusätzlich eine leicht erhöhte Fettmenge eingebracht. Um den Fettaustritt gezielt zu verhindern, bringt LFD dort ausschließlich wartungsfreie Rillenkugellager mit 2RS-Gummidichtung zum Einsatz.
Krananlagen unterliegen unterschiedlichsten Belastungsanforderungen, die sich aus der Nutzung im jeweiligen Anwendungsgebiet ergeben. Die Auswahl der Wälzlager in den Radblöcken richtet sich also nach der maximal auftretenden Last unter Berücksichtigung der erforderlichen Sicherheiten und zu erwartenden Lebensdauern.
Dipl.-Ing. Michael Neuhaus ist technischer Leiter der LFD Gruppe in 44319 Dortmund.
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