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Bohrer/Wendeschneidplatten

Walter zeigt Innovation im Doppelpack

| Redakteur: Peter Königsreuther

Walter präsentiert auf der AMB 2014 gleich zwei Neuerungen: Aus dem Vollhartmetall-Bohrbereich markiert der DC 170, der ersten Vertreter der neuen Familie, einen Meilenstein in der Walter-Bohrerentwicklung, wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Mirko Merlo am ersten AMB-Tag sagte. Mit einer anderen Entwicklung, dem M4000, einem Wendeplattensystem für das Fräsen, soll Höchstleistung im wahrsten Sinne des Wortes universell werden, wie Merlo erklärte.

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Die quadratisch ausgelegten Wendeschneidplatten M4000 können viele verschiedene Fräsanwendungen abdecken.
Die quadratisch ausgelegten Wendeschneidplatten M4000 können viele verschiedene Fräsanwendungen abdecken.
(Bild: Walter)

Das Besondere am DC170 ist seine spezielle achtfache Rillenstruktur im Hartmetallbereich der Spitze – sichtbare Qualität, wie es weiter heißt. Diese erfüllen laut Dr. Peter Müller, Leiter Forschung und Entwicklung im Bereich Bohren, gleich mehrere Aufgaben.

Rillenstruktur im Bohrer führt Kühlschmiermittel besser ab

Sie fungieren zum einen als Unterstützung für den Kühleffekt: Der DC170 ist innengekühlt und das austretende Kühlschmiermittel wird über die Rillenstruktur am Umfang der den höchsten Zerspanungsbelastungen ausgesetzten Bohrerspitze gleichmäßiger verteilt als bei üblichen Geometrien. Zum anderen dienen die acht Rillen als Verschleißmarkierung, wie Müller ausführte. In diesem Zusammenhang erleichtern sie das hochwertige Nachschleifen, weil sie als Hilfsmarkierungen genutzt werden können. Ein DC170 könne maximal 3 Mal überarbeitet werden. Spätestens dann, wenn nur noch zwei Rillen sichtbar sind, habe er jedoch seinen Lebenskzyklus beendet.

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Nicht zuletzt ist in der Spitze auch der Hartmetallgehalt direkt hinter der Schneidecke, eine der bruchempfindlichsten Stellen an jedem Bohrer, maximiert worden. Auf diese Weiser erhöht sich die Standzeit des neuen Produkts um 50 % – selbst dann, wenn der Vorschub im Vergleich zu herkömmlichen Werkzeugen um etwa 30 % erhöht wird. Ein ruhigerer Lauf eliminiert zusätzlich die Gefahr von Schwingungen und erhöht so die Bearbeitungsqualität erheblich, wie Müller betonte.

Die perfekte Welle bei Wendeschneidplatten

Universelle Höchstleistung soll der M4000 bieten. Dabei handelt es sich um quadratisch ausgelegte Wendeschneidplatten, die in drei unterschiedlichen Fräsertypen zum Einsatz kommen können, wie Jürgen Daub, Vizepräsident und verantwortlich für Forschung und Entwicklung, sagte. Mit dieser Auswahl könne der Anwender viele Fräsanwendungen abdecken, wie etwa das Plan-, Eck- oder Fasenfräsen an allen üblichen Stahl- oder Gusswerkstoffen, nichtrostenden Stählen und schwer zerspanbaren Materialien. Der Hochleistungsschneidstoff Tigertec Silver sorgt für die nötige Standzeit, die im Vergleich zu speziell auf gewisse Aufgaben hingetrimmte Werkzeuge, um etwa 130 % höher ist, bei halbierten Schneidstoffkosten.

Die Freiflächen der vier Schneidkanten einer Wendeplatte sind außerdem mit einem Wellenprofil ausgestattet, um die Geometrie deutlicher kenntlich zu machen, wie Daub erklärte:„Je mehr Wellensichtbar sind, umso positiver ist die Geometrie.“ Die Systemwendeplatten haben alle eine positive Grundform mit einem Freiwinkel von 15°, was sich so auswirke, dass beim Fräsen deutlich weniger Leistung für gleiche Ergebnisse nötig sei. So erhöht sich die Wirtschaftlichkeit und der Energieverbrauch sinkt, wie Daub sagte.

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