Werkzeugaufbereitung Warum sich für Sie die Wiederaufbereitung lohnt!

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Die Wiederaufbereitung von Werkzeugen ist eine wirtschaftliche Alternative zur Neuanschaffung. Dazu haben wir mit Carsten Lehmann gesprochen, Managing Director Vertrieb, Produktmanagement und Entwicklung im Mapal Kompetenzzentrum für PKD-Werkzeuge.

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Ein Powermill-PKD-Fräseinsatz im Neuzustand und mit verschiedenen Verschleißstadien. Speziell ausgebildete Mitarbeiter im Kompetenzzentrum PKD-Werkzeuge beurteilen Art und Stärke des Verschleißes und legen dann den notwendigen Reparaturaufwand fest.
Ein Powermill-PKD-Fräseinsatz im Neuzustand und mit verschiedenen Verschleißstadien. Speziell ausgebildete Mitarbeiter im Kompetenzzentrum PKD-Werkzeuge beurteilen Art und Stärke des Verschleißes und legen dann den notwendigen Reparaturaufwand fest.
(Bild: Mapal)

Herr Lehmann, seit wann bietet Mapal die Option der Wiederaufbereitung an und warum?

Unsere Werkzeugsysteme mit auf Schneidenträger aufgelöteten PKD-Schneiden bieten die optimalen Voraussetzungen dafür, mehrfach genutzt zu werden. Es war daher von Beginn an logisch, verschlissene Werkzeuge wiederaufzubereiten und so den Kunden einen wiederholbaren Nutzen zu bieten. Konsequenterweise können alle PKD-Werkzeuge von Mapal aufbereitet werden – mit Ausnahme der PKD-Standardfräseinsätze ECO und ECO Blue, die ganz dezidiert für die Einfachnutzung konzipiert sind.

Welche Herausforderungen stellt der Prozess?

Art und Komplexität der Wiederaufbereitung hängen sehr individuell vom Zustand des angelieferten Werkzeugs ab. So reichen die Arbeiten vom einfachen Nachschliff über eine Teilbestückung mit neuen Schneiden und eine Komplettbestückung bis hin zur Wiederaufbereitung beziehungsweise Änderung von beschädigten Grundkörpern. Unabhängig vom tatsächlichen Aufwand ist immer eine schnelle Reaktionszeit zu gewährleisten.

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Bis zu welchem Abnutzungsgrad ist die Wiederaufbereitung überhaupt möglich?

Da eine Wiederaufbereitung mehrere Stufen umfasst, ist die Lebensdauer von PKD-Werkzeugen theoretisch sehr lang. Abhängig von Einsatzfall und dem entsprechend definierten Schneidenüberstand schleifen wir die abgenutzten Schneiden nach beziehungsweise erodieren oder lasern sie. In diesem Fall ist (noch) keine Neubestückung der Schneiden notwendig. Ein solcher Nachschliff ist bis zu fünf Mal möglich. Ist ein Nachschliff nicht möglich, gibt es wie erwähnt die Möglichkeit, die PKD-Schneiden neu zu bestücken. Insofern der Werkzeuggrundkörper mechanisch in einwandfreiem Zustand ist, kann dieser Vorgang theoretisch nahezu unbegrenzt oft wiederholt werden. PKD-Werkzeuge lassen sich also bis zu einem Werkzeugbruch beziehungsweise einer sicherheitsrelevanten Beschädigung des Grundkörpers immer wieder aufbereiten.

Welche Vorteile ergeben sich dadurch für den Kunden?

Vor allen Dingen Kostenvorteile. Je nach Aufbereitungsgrad fallen circa 20 % der Kosten eines Neuwerkzeugs für das Nachschleifen an und etwa 65 bis 70 % für eine Komplettaufbereitung. Es lohnt sich finanziell also definitiv, eine Wiederaufbereitung durchführen zu lassen. Dazu kommt ein zeitlicher Vorteil durch die kürzere Wiederbeschaffungszeit im Vergleich zu der Produktionszeit eines Neuwerkzeugs. Dabei muss der Kunde keinerlei Abstriche in der Qualität machen. Bei einer kompletten Neubestückung der PKD-Schneiden erhält der Kunde das Werkzeug in einem geometrischen Neuzustand zurück.

Ist ein wiederaufbereiteter Fräser vergleichbar mit einer Neuanschaffung?

Ja. Das Werkzeug ist auch optisch nahezu mit einem Neuwerkzeug zu vergleichen, sofern es in Herstellerqualität wiederaufbereitet wurde.

Wie kann man sich den Prozess der Wiederaufbereitung vorstellen?

Die Werkzeuge kommen in unseren Wareneingang. Dort führen eigens ausgebildete technische Mitarbeiter eine ausführliche Befundung durch. Sie legen die notwendige Reparaturart fest, also Nachschliff, Teil- oder Komplettbestückung beziehungsweise gegebenenfalls Instandsetzung des Grundkörpers. Dabei stehen übrigens die Preise der verschiedenen Standardreparaturumfänge bereits fest. Sie werden bei der Preisfindung der Neuwerkzeuge direkt mit generiert und gespeichert und können nach der Reparaturfestlegung direkt in den Auftrag übernommen und an den Kunden bestätigt werden. Nach der Freigabe durch den Kunden durchlaufen die Werkzeuge den Reparaturvorgang. Dafür haben wir eine eigene Produktionslinie, in der dieselben Fertigungsmittel und -methoden zur Anwendung kommen wie bei Neuwerkzeugen. Fertigungsbegleitend erfolgt die Qualitätsprüfung, wobei wir auch dort großen Wert darauf legen, mit den exakt gleichen Prüfprozessen und -methoden zu arbeiten wie im Bereich Neuwerkzeuge. Bevor das Werkzeug wieder zum Kunden geht, erfolgt eine finale Endkontrolle mit Protokollierung aller funktionsrelevanten Maße.

Bieten Sie die Aufbereitung auch für Fremdwerkzeuge und für Märkte außerhalb Deutschlands an?

Ja, beides. Um Fremdwerkzeuge aufzubereiten, benötigen wir lediglich Angaben zum Einsatzfall, den Bauteiltoleranzen und zu den hauptsächlichen Werkzeugabmessungen. Den Wiederaufbereitungsservice stellen wir weltweit zur Verfügung. Mehr als zehn Mapal-Produktionsstandorte auf der Welt sind dafür mit identischer Maschinenausstattung und Produktions- und Qualitätssicherungsprozessen ausgestattet.

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