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Nachgehakt WAS IST EIGENTLICH MIT …?

Redakteur: Udo Schnell

... dem Projekt Aktive Feldbeobachtung (AFB) von Bosch. Dabei ersetzt Bosch funktionsfähige Autoteile zu Testzwecken, der Autobesitzer erhält ein kostenloses neues Ersatzteil und die Untersuchungsergebnisse fließen in die Produktentwicklung ein. Wir sprachen mit dem verantwortlichen Projektleiter Klaus Sekot über das Projekt.

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Klaus Sekot: „Wir sprechen inzwischen nicht mehr von einem Projekt, sondern von einem festen Bestandteil im Entwicklungsprozess.“
Klaus Sekot: „Wir sprechen inzwischen nicht mehr von einem Projekt, sondern von einem festen Bestandteil im Entwicklungsprozess.“
(Bild: Bosch)

Wie ist das Projekt entstanden – in der Entwicklung oder im Service?

Die Idee kam aus der Entwicklung. Typischerweise sehen wir unsere Erzeugnisse nach dem Verlassen unserer Werke nicht mehr. Auffälligkeiten bekommen wir erst dann mit, wenn einen höhere Zahl ausfällt und uns der Fahrzeughersteller darauf hinweist. Darauf wollen wir aber nicht warten.

Können Sie uns die aktive Feldbeobachtung an einem konkreten Beispiel erläutern?

Beispiele gibt es vor allem überall dort, wo neue Technologien in den Markt eingeführt werden. Unsere frühen SCR-Systeme zur Abgasnachbehandlung gehören dazu. Anfangs hatte Bosch wenig Erfahrung mit Adblue, dessen Verhalten und Zusammenwirken mit unseren Komponenten und an der Kundenschnittstelle. Hier haben wir kurz nach der Markteinführung eine umfangreiche AFB-Kampagne über mehrere OEMs gestartet und dabei viele Auffälligkeiten gefunden, die wir so nicht erwartet haben. Zum Teil waren es nur Kleinigkeiten, aber es waren wichtige Erkenntnisse für die Optimierung der nachfolgenden Generationen.

Ist Bosch mit dem Projekt zufrieden – wird es unverändert weiterlaufen?

Wir sprechen inzwischen nicht mehr von einem Projekt, sondern von einem festen Bestandteil im Entwicklungsprozess. Ich glaube, es gibt keinen bei Bosch, der von dem Ansatz nicht überzeugt ist. Wir prüfen derzeit den Ausbau des Programms, beispielsweise um noch früher an solche Teile zu kommen.

Auch einige Fahrzeughersteller sind von der Idee überzeugt: Können Sie uns sagen, wie diese Fahrzeughersteller das Programm nutzen und ob sie zufrieden damit sind?

Im Grunde nutzen die Fahrzeughersteller das Programm ähnlich wie wir. Viele Anfragen beziehen sich auf ältere Teile aus acht Jahre alten Fahrzeugen mit zum Teil 200.000 km. Diese Fahrzeuge kommen nicht unbedingt zum Vertragshändler, sondern zu freien Werkstätten wie die des Bosch Car Service.

MM

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