H2-Hopp oder H2-Flop?

Fraunhofer-Forscher zum Stand in Sachen Wasserstoff

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Die einen sagen: Geht nicht! Die Japaner machen`s aber vor ...

In vielen Bereichen gibt es einen breiten Konsens zwischen den ausgewerteten Quellen, heißt es weiter. Doch einige Punkte werten die Autoren als umstritten. Dazu zählt das Brennstoffzellenauto. Einige Analysen schreiben ihm ein hohes Potenzial für den Klimaschutz zu, andere halten seinen Nutzen für begrenzt oder nachrangig gegenüber anderen Technologien. Das betrifft insbesondere batteriebetriebene Autos, die den Autoren zufolge deutlich effizienter sind. (Anmerkung: Aber bis der Strom in der Batterie ist, muss er doch auch öfter umgewandelt werden und auch bei der Stromabgabe gibt es Verluste. Und wie sieht es mit einer Ökobilanz beim Produkt Batterie aus? Wie lange hält eine Batterie ihre Effizienz aufrecht, bis sie getauscht werden muss? Einige Experten halten auch das schon seit Jahren für relativ ungeklärt. Wasserstoff wird immerhin in der Brennstoffzelle direkt schonend verbrannt und sorgt direkt für Strom. Man hat also ein E-Auto ohne schwere Batterie, nebst garstigen Inhaltsstoffen, die irgendwann jemand entsorgen muss! Bei Wasserstoff kommt hinten Wasser raus, sonst nichts! Und warum können es die Japaner mit dem Toyota Mirai, der sogar als Serienfahrzeug zu haben ist? Wohl deshalb, weil man dort nicht stur auf den grünen Wasserstoff setzt)

Grüner Wasserstoff wird noch lange recht teuer sein

Hier kommt es bei Wasserstoff in besonderer Weise auf die Herkunft an. Derzeit wird Wasserstoff dem Bericht zufolge weltweit nahezu vollständig aus fossilen Quellen hergestellt – vor allem aus Erdgas und Kohle. Damit er aber relevant zum Klimaschutz beitrage, müsste der Anteil der Produktion aus klimafreundlichen Quellen massiv steigen. Nachhaltiger Wasserstoff wird den Autoren zufolge voraussichtlich erst in den 2030er-Jahren in größeren Mengen verfügbar sein – immerhin vielleicht in nicht mal zehn Jahren! Diese Frage hänge aber direkt mit der nach der Umweltfreundlichkeit zusammen. Derzeit, heißt es weiter, ist insbesondere grüner Wasserstoff deutlich teurer als der fossile. Als günstigste Alternative sehen die Autoren deshalb grauen Wasserstoff, dessen Preis sie zwischen einem zwei Dollar pro Kilogramm ansetzen. Grüner Wasserstoff kostet derzeit rund sieben bis 19 Dollar pro Kilogramm. Die Autore glauben auch, dass grüner Wasserstoff noch 2030 mindestens doppelt so teuer ist wie grauer.

Milliarden lieber für Rüstung als für Wasserstoff-Infrastruktur

Zunächst müssen mal die Herstellungskosten sinken, damit Wasserstoff sich lohnt. Dann braucht man viel Strom und die passende Infrastruktur. Um den Wasserstoffbedarf in Deutschland vollständig aus regenerativen Energien herzustellen, seien bis 2030 etwa 160 Terawattstunden zusätzliche an grünem Strom nötig. Zum Vergleich: 2024 wurden in Deutschland rund 250 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Die Autoren gehen aber davon aus, dass Deutschland auch langfristig Wasserstoff aus Ländern importieren muss, wo bessere Bedingungen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien herrschen. Dann braucht es eine passende Infrastruktur, zugeschnitten auf die Nutzung: Leitungen für industrielle Anwendungen über große Distanzen. Kleinere können per Lkw überbrückt werden. Der Aufbau eines Leitungsnetzes wird der Analyse zufolge aber Milliarden kosten – die gibt man ja aber lieber – und ohne große Diskussionen – für die Aufrüstung aus!

Wo wird wieviel Wasserstoff gewonnen?

Die weltweite Produktion von Wasserstoff aller Herstellungsarten erreicht dem Bericht zuvolge rund 100 Millionen Tonnen (pro Monat, pro Jahr???). Größter Hersteller ist wieder einmal China, wobei das Gas dort vor allem mit Kohle produziert wird. Die EU will bis 2030 immerhin 10 Millionen Tonnen grünen Wasserstoff produzieren (pro Monat, pro Jahr, in vier Jahren?). Aus Deutschland soll etwa ein Viertel kommen. Das reiche allerdings nicht, um den Bedarf zu decken, obwohl man seitens der Industrie sowohl in Deutschland als auch in Europa eigentlich eine starke Startposition halte – etwa was die Elektrolysetechnik betrifft. Frühere Analysen zeigten, dass europäische Unternehmen zeitweise rund 60 Prozent der weltweiten Kapazität in Sachen Elektrolyse sowie etwa 40 Prozent der relevanten Patente hielten. Und auch Deutsche Unternehmen waren sehr aktiv, heißt es. Doch aktuelle Entwicklungen deuten auf eine Verschiebung hin: Denn vor allem China hat seine Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut und nimmt inzwischen eine zentrale Rolle in der globalen Elektrolyseurfertigung ein – Chance mal wieder verpasst!

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