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Energiespeicher

Weltgrößte Wasserstoff-Elektrolyseanlage in PEM-Technik entsteht in Mainz

| Redakteur: Stéphane Itasse

Einen Prototypen für die Wasserstoff-Elektrolyseanlage hat Siemens bereits vorgestellt.
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Einen Prototypen für die Wasserstoff-Elektrolyseanlage hat Siemens bereits vorgestellt. (Bild: Siemens)

Der in Mainz-Hechtsheim geplante 6-MW-Energiepark kann ab Frühjahr 2014 gebaut werden. Darauf haben sich Siemens, die Linde Group, die Hochschule Rhein-Main und die Stadtwerke Mainz bei einem gemeinsamen Termin in Mainz verständigt und entsprechende Vereinbarungen getroffen. Damit gibt es jetzt endgültig grünes Licht für das Forschungsvorhaben, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziell gefördert wird, wie Siemens mitteilt.

Der Energiepark Mainz soll nach der Inbetriebnahme 2015 für das Gelingen der Energiewende einen wichtigen Beitrag leisten: In dem Pilotprojekt w eine speziell entwickelte Elektrolyseanlage künftig größere Mengen Wasserstoff unter anderem mithilfe von umweltfreundlich erzeugtem Strom aus Windenergie herstellen, wie es heißt. Dieser Wasserstoff könne gelagert, in Tankwagen gefüllt oder direkt ins Erdgasnetz eingespeist und zur Wärme- oder Stromerzeugung genutzt werden. Strom aus erneuerbaren Energien könne auf diese Weise speicherbar gemacht werden.

Energie aus Windkraft und Photovoltaik kann als Wasserstoff gespeichert werden

Hintergrund des Mainzer Projekts sei die steigende Nutzung regenerativer Stromerzeugung in Deutschland. Insbesondere Photovoltaik- und Windkraftanlagen lieferten immer häufiger Strom zu Zeiten, in denen dieser nicht direkt verbraucht werden kann. „Zusätzliche Speichermöglichkeiten sind unverzichtbar, um die Energiewende weiter voranzubringen“, sagen die Stadtwerke-Vorstände Dr. Werner Sticksel und Detlev Höhne zu dem Grund für das Vorhaben.

Kernstück der Forschungsanlage ist laut Mitteilung eine Elektrolysehalle mit einem von Siemens entwickelten Wasserstoff-Elektrolysesystem. Hier laufe die Zerlegung des Wassers in Wasserstoff und Sauerstoff ab. Das Prinzip der Elektrolyse ist seit Jahrzehnten bewährt und erprobt. Das besondere an der Mainzer Anlage: „Sie wird bis zu 6 MW Strom aufnehmen können, und damit die weltweit größte Elektrolyse in moderner PEM-Technologie sein. Die Anlage in Mainz hat damit eine für Engpässe im Stromnetz relevante Leistungsklasse“, erläutert Gaëlle Hotellier, die das Geschäftssegment Hydrogen Solutions bei Siemens leitet. Anlagen dieser Größenordnung könnten künftig an vielen Windkraftstandorten eingesetzt werden.

Wasserstoff bietet als Energieträger viele Einsatzmöglichkeiten

Für den Energiepark Mainz soll bereits im kommenden Frühjahr der Spatenstich auf dem dafür vorgesehenen Gelände erfolgen. Die Realisierung umfasst Investitionen von etwa 17 Mio. Euro und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Förderinitiative Energiespeicher unterstützt. Der Energiepark Mainz ist eines der deutschen Leuchtturmprojekte zur Energiespeicherung auf Basis der Wasserstoffelektrolyse, wie es heißt.

„Wasserstoff ist ein hoch interessanter Energieträger, denn er lässt sich sehr gut speichern und in vielfältiger Weise einsetzen“, erläutert Dr. Harald Ranke, bei Linde für den Bereich Clean Energy Technology verantwortlich. Das Gas kann unter anderem per Tankwagen zu Wasserstofftankstellen geliefert und so als Kraftstoff für Brennstoffzellenfahrzeuge verwendet werden. Der Wasserstoff aus Hechtsheim soll außerdem in das Erdgasnetz eingespeist werden, wo er für Gasheizungen oder Gas- und Blockheizkraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung zur Verfügung steht.

Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt werden im Rahmen mindestens einer Doktorarbeit verwertet und bewertet, wie Siemens berichtet. „Auf dieses spannende Projekt freue ich mich schon sehr“, sagt Prof. Birgit Scheppat von der Hochschule Rhein-Main, „Dieses Projekt erlaubt es, die Umwandlung von Windenergie zu Wasserstoff in einem großtechnischen Maßstab zu erproben und zu testen, welche Betriebsführungskonzepte sinnvoll sind. Ziel ist eine ökonomisch und ökologisch optimale Nutzung von Energie aus volatilen Quellen.“

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