Finanzen Weniger Großinsolvenzen im Maschinenbau als 2019

Redakteur: Melanie Krauß

Gute Nachrichten: die Großinsolvenzen im klassischen Maschinenbau bleiben weiterhin aus. Hoffnung verspricht zudem das neue Sanierungsgesetz.

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Bei den Maschinenbauern gibt es 2020 sogar weniger Großinsolvenzen als im Vorjahr.
Bei den Maschinenbauern gibt es 2020 sogar weniger Großinsolvenzen als im Vorjahr.
(Bild: ©slasnyi - stock.adobe.com)

In diesem Jahr haben 23 Maschinenbauer mit einem Umsatz größer 10 Mio. Euro einen Insolvenzantrag gestellt – davon zwei im vergangenen November. „Die Branche zeigt sich resistent gegen die Coronafolgen und wird selbst das Vorjahresjahresergebnis von 2019 nicht mehr erreichen“, erklärt Falkensteg Partner Wolfram Lenzen. „Damals waren es 29 Unternehmen.“

Über alle Branchen hinweg sehen die Zahlen dagegen dramatisch aus. 251 Großunternehmen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten. Das entspricht einem Anstieg zum Gesamtvorjahr von 37 %. Dass die Insolvenzwelle dennoch ausgeblieben ist, dürfte den Falkensteg-Experten zufolge an den staatlichen Hilfskrediten und der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht, die für überschuldete Unternehmen noch bis Jahresende greift, liegen. Zusätzlich hat die Kurzarbeit die Zahlen weiter gedrückt.

Besonders betroffen von der Kurzarbeit waren Unternehmen aus dem Maschinenbau und Fahrzeugbau. In diesen beiden Branchen waren zuletzt im Mai zwischen 300.000 und 680.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Süddeutschland ist wegen der hohen Abhängigkeit vom Maschinenbau sowie der Automobil- und Zulieferindustrie am stärksten betroffen.

Warten aufs neue Sanierungsgesetz

Sanierungsexperte Wolfram Lenzen gibt noch keine Entwarnung für das kommende Jahr. Ob die Maschinen- und Anlagenbauer schadlos durch die Krise gekommen sind oder weiter in die Pleite rutschen, werde sich erst in rund zwölf Monaten zeigen. Dann könnte jedoch auch der neue Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen, kurz Starug, die angeschlagenen Unternehmen aus der Krise führen.

„Das Gesetz richtet sich an Unternehmen in Schieflage, die ein gesundes Geschäftsmodell vorweisen, aber beispielsweise hohe Finanzverbindlichkeiten angesammelt haben“, weiß Lenzen. Das Unternehmen darf nur drohend zahlungsunfähig sein. Kernelement des Starug ist der Restrukturierungsplan, mit dem diese Finanzverbindlichkeiten abgeschnitten werden können. Der Plan gibt Antworten auf die Fragen: Welche Maßnahmen sind für die erfolgreiche Restrukturierung notwendig? Wie können diese Maßnahmen umgesetzt werden? Wie bleibt das Unternehmen während des Verfahrens wirtschaftlich stabil?

Die Bundesregierung drängt im Gesetzgebungsverfahren zur Eile und will das Starug bis zum 1. Januar umgesetzt haben. Schließlich soll das neue Sanierungsgesetz die Insolvenz infolge der Coronakrise vermeiden. Einige Politiker und Verbände warnen dagegen. Für sie sei das Gesetz mit heißer Nadel gestrickt und werfe noch viele Fragen auf. Insbesondere die Beendigung von laufenden Verträgen durch den Schuldner gehe zu weit. Bisher ist das nur in einem Insolvenzverfahren möglich. Bis Juli 2021 muss das Gesetz nach EU-Vorgaben jedoch in Kraft treten.

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