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Standort Mexiko Werkzeugmaschinenbauer finden in Mexiko ein neues Eldorado

Autor: Stéphane Itasse

Die deutschen Werkzeugmaschinenhersteller haben einen neuen Liebling: Kein Markt der Welt konnte ihnen im vergangenen Jahr ein so starkes Wachstum bescheren wie Mexiko. Dahinter stecken zahlreiche Industrieprojekte.

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Die Milliardeninvestitionen von Autoherstellern aus aller Welt beleben auch die Werkzeugmaschinen-nachfrage in Mexiko.
Die Milliardeninvestitionen von Autoherstellern aus aller Welt beleben auch die Werkzeugmaschinen-nachfrage in Mexiko.
(Bild: Kia Motors/Manu Escareño)

Mexiko steht derzeit auf Platz 7 der weltweit größten Automobilproduzenten mit einem Ausstoß von mehr als 3,6 Mio. Fahrzeugen 2015, wie der VDW mitteilt. Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo hat sogar das Ziel ausgegeben, die Produktion bis 2020 auf 5 Mio. Einheiten zu steigern und damit auf den fünften Platz der Welt vorzurücken (siehe MM 36/2016). Vor allem die Zulieferer wollen laut VDW weiter massiv investieren, ebenso wie der Flugzeugbau. Entsprechend hoch sei der Bedarf an Werkzeugmaschinen.

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Mit einem Exportanstieg um 70 % im Jahr 2015 positionierte sich das Land nunmehr als viertgrößter Markt für deutsche Werkzeugmaschinen. „In Mexiko sind die Aussichten für deutsche Anbieter ausgesprochen gut. Die industrielle Entwicklung, insbesondere im Bereich Automobilbau und Aviation, weist nicht nur in der Vergangenheit kontinuierliche Wachstumsraten auf. Durch Investitionen großer internationaler Konzerne, etwa aus dem Automobilsektor, entstehen neue Bedarfe an hochleistungsfähigen Maschinen“, sagt denn auch VDW-Geschäftsführer Dr. Wilfried Schäfer.

BMW, Audi und Daimler bauen Fabriken in Mexiko

Erst im Juni hat BMW mit dem Bau eines neuen Werkes in San Luis Potosí begonnen. Ab 2019 sollen dort 3er-Limousinen gebaut werden, die jährliche Produktionskapazität liegt bei bis zu 150.000 Einheiten. Etwa 1 Mrd. US-Dollar investiert die BMW Group nach eigenen Angaben in das Werk. Für den Standort San Luis Potosí waren Kriterien wie das Zulieferernetz, die qualifizierten Arbeitskräfte vor Ort sowie die technische und soziale Infrastruktur entscheidend.

Das Werk wird die Produktionsbereiche Karosseriebau, Lackiererei und Montage umfassen. Ab dem ersten vollen Produktionsjahr soll es der weltweit ressourceneffizienteste Produktionsstandort der BMW Group sein. Bereits Ende März hatte Audi angekündigt, am Standort San José Chiapa noch im laufenden Jahr die Produktion des Q5 zu beginnen. Auf der 460 ha großen Fläche inklusive Just-in-Sequence-Park entsteht laut Unternehmensmitteilung die modernste Produktionsstätte der Audi-Welt. Der Autohersteller investiere mehr als 1 Mrd. Euro in Einrichtungen und Infrastruktur des neuen Standortes.

Autohersteller setzen in Mexiko auf duale Ausbildung nach deutschem Modell

Audi México hat bereits im vergangenen Jahr gut 2500 Mitarbeiter für die Automobilproduktion eingestellt, bis Ende 2016 sollen insgesamt rund 4200 Menschen in San José Chiapa beschäftigt sein. Dazu kommen 320 Auszubildende in fünf Berufen wie Kfz-Mechatroniker und Karosseriebaumechaniker. Künftig seien 80 Ausbildungsstellen pro Jahr geplant. Das duale Ausbildungssystem basiert auf dem deutschen Modell; der Kooperationspartner ist die Universidad Tecnológica de Puebla (UTP).

Für das neue Audi-Werk ist eine jährliche Fertigungskapazität von 150.000 Audi-Q5-Modellen geplant. Rund 180 Lieferanten hat Audi für den Audi Q5 ausgewählt. Zum Produktionsstart bezieht Audi México mehr als 65 % aus lokaler Wertschöpfung, mittelfristig soll der Lokalisierungsgrad ausgebaut werden.

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