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Maschinenbauer brauchen abgesicherte Systeme und Prozesse

Wettbewerbsvorteile durch Teleservice in Echtzeit

| Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Reinhold Schäfer

Für die Maschinen- und Anlagenbauer wird es immer wichtiger, die Produktionsprozesse ihrer Kunden immer im Blick zu haben. „Praktisch bedeutet dies die Analyse in Echtzeit“, stellte René Sickler von Dematic Services auf dem jüngsten Anwenderforum Teleservice des VDMA in Frankfurt fest.
Für die Maschinen- und Anlagenbauer wird es immer wichtiger, die Produktionsprozesse ihrer Kunden immer im Blick zu haben. „Praktisch bedeutet dies die Analyse in Echtzeit“, stellte René Sickler von Dematic Services auf dem jüngsten Anwenderforum Teleservice des VDMA in Frankfurt fest. (Bild: Schamari)

Für die Maschinen- und Anlagenbauer wird es immer wichtiger, die Produktionsprozesse ihrer Kunden jederzeit im Blick zu haben. So können sie dem Anwender bei Fragen zur Anlage oder zur Wartung und Instandhaltung viel schneller helfen.

Praktisch bedeutet dies die Analyse in Echtzeit“, stellte René Sickler von Dematic Services auf dem jüngsten Anwenderforum Teleservice des VDMA in Frankfurt fest. In der Vergangenheit sei Teleservice dagegen oft reaktiv gewesen: In einem Störfall habe der Kunde die zuständige Hotline angerufen und so den Kundendienst zum Eingreifen veranlasst. Dieser habe sich auf das Schätzen und Raten verlegen müssen, weil ihm keine präzisen Informationen zum Zustand der Anlage vorlagen. Es seien Problemlösungen auf dieser unzureichenden Basis gesucht und dem Kunden per Telefon mit ungewissem Erfolg übermittelt worden.

Wartung 4.0 senkt Kosten

Predictive Maintenance

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21.06.17 - Die vorausschauende Wartung soll den Unternehmen helfen, mit ihren Maschinen mehr Effizienz und eine höhere Produktivität zu erzielen. Studien zeigen einen Rückgang der Wartungskosten bis 30 % und bis 70 % weniger ungeplante Stillstände. Und das Beste: Mittlerweile haben sich die Hersteller von Zulieferteilen darauf eingestellt und bieten schon die dazu notwendigen Produkte an. lesen

Dagegen bedeute die Echtzeitanalyse einen enormen Vorteil, denn die Kundendiensttechniker wüssten auf diese Weise genau, was in der Maschine oder Anlage geschehe. Dementsprechend könnten Lösungen schneller herbeigeführt werden. Zudem erlaube die Maschinenüberwachung in Echtzeit ein vorausschauendes Handeln. Die gewonnenen Daten ließen sich nicht nur zur Beseitigung von Störfällen nutzen. Schließlich könne man eine Datenverbindung zur Anlage beibehalten, auch wenn nicht gerade ein akutes Problem zu bewältigen sei. Die daraus resultierende Reduktion von Maschinenstillständen bedeute einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für die Kunden.

Maschine und Service als Paketlösung

Wie nützlich ein Remote Service für einen Hersteller von Verpackungsmaschinen ist, erläuterte Heino Fecht von Focke Packaging Solutions: „Unsere Verpackungsanlagen vertreiben wir weltweit und dementsprechend müssen wir den Service vorhalten.“ Was von den Kunden erwartet werde, sei eine kostengünstige Wartung und Diagnose. Deshalb habe man einen Servicesicherungsbereich eingerichtet, der etwa 100 Verpackungslinien und -maschinen bei Kunden in vielen Ländern umfasse. Zu diesen seien Standleitungen eingerichtet worden, über die eine kontinuierliche Kontrolle der Maschinen erfolge. Dies bedeute eine erhebliche Einsparung an Flugkosten und Zeitaufwand für die An- und Abreise von Kundendiensttechnikern. Damit der Remote Service angesichts hochkomplexer Maschinen auch pro­blemlos funktioniere, werde er bereits beim Aufbau einer Anlage integriert. Hierzu würden beim Anlauf der Produktion die häufigsten Fehlerquellen analysiert und eine effektive Beseitigung der Störungen mittels Remote Service erarbeitet.

An solch innovativen Serviceprodukten für individualisierte, verfügbarkeitsorientierte Geschäftsmodelle besteht im Bereich der Investitionsgüter ein großer Bedarf. Christoph Herder von der Technischen Universität Kaiserslautern, die neue Servicemodelle erforscht, zeigte sich davon überzeugt, dass Maschinen und Service in einem Paket geliefert werden müssen: „Wir sehen den Erfolg darin, dass ganzheitliche Lösungen individuellen Kunden angeboten werden.“ Im Rahmen eines verfügbarkeitsorientierten Remote Service garantiere der Anbieter die Einsatzfähigkeit einer Anlage bis zu einem gewissen Prozentsatz – üblicherweise 98 %. Vergütet werde hier die Verfügbarkeit ebenso wie die Verantwortung dafür, dass sie hergestellt wird. Die höchste Ausbaustufe des Remote Service sei ergebnisorientiert. Der Service­anbieter habe hierbei die volle Verantwortung für das Produktionsergebnis und werde entsprechend vergütet. Diese Form des Kundendienstes habe besondere Bedeutung für Werkzeugmaschinen. Ziel all dieser Geschäftsmodelle sei es, Verfügbarkeit anzubieten und dafür auch Geld zu verlangen.

Die Digitalisierung und neue Technologien sind in den Maschinen unabdingbar, damit die neuen Geschäftsmodelle für den Remote Service zustande kommen können. Rolf Kettemer von Deckel Maho Pfronten betonte: „Man braucht die Sensorik, damit der Service die Maschinen besser verstehen kann.“ Zusätzlich bedürfe es einer Cloud-Lösung, damit sich die Daten aus den Maschinen speichern und vom Kundendienst aus der Ferne verarbeiten ließen. Für einen Maschinenbauer sei es von größtem Interesse, wie sich seine Produkte nicht nur im Servicefall, sondern auch beim Auftauchen von Problemen im Produktionsprozess verhalten. Hier bestehe sogar ein weitaus höherer Informationsbedarf, woraus sich die Notwendigkeit ergebe, die Kunden von der Sinnhaftigkeit des Datensammelns zu überzeugen. Schließlich erfolge hier kein Datendiebstahl, sondern man wolle lediglich den Support für den Kunden optimieren. Man müsse dazu das Misstrauen überwinden, das Begriffen wie Cloud, Big Data, ERP oder Digitalisierung noch immer von einigen Maschinennutzern entgegengebracht werde. Gründliche Aufklärung sei notwendig, um die Unsicherheit mit guten Argumenten auszuräumen.

Sichere IT-Plattform ist notwendig

Sicherer Remote Service ist vordringlich gefragt, denn nur er kann als Basis von Industrie-4.0-Szenarien dienen. Horst Lange von HMS Industrial Networks verdeutlichte: „Im Wesentlichen möchte man ja erreichen, dass man am Ende eine sichere IT-Plattform hat.“ Hierfür gebe es unterschiedliche Konzepte: Für Cloud-basierte Systeme bildeten eigengesteuerte Speichersysteme eine Alternative. Man müsse abwägen, welches der richtige Weg für die individuellen Serviceprozesse sei.

Das Ergebnis hinsichtlich Datenabsicherung sollte jedoch letztlich das Gleiche sein. Es gehe darum, die in einer Maschine entstehenden Daten sicher von einem Protokoll in ein anderes zu übersetzen, damit sie verarbeitet werden könnten. Denn kaum eine Komponente in einer Produktionsanlage benutze die gleichen Standards. In der Produktionsumgebung hätten die Maschinen verschiedene Steuerungen, es existierten ERP- und EMS-Systeme und die Kommunikation erfolge über eine interne Vernetzung. Am Ende müsse die Anlage aber auch mit einem externen Netz verbunden sein, damit eine Beeinflussung durch einen Remote Service möglich werde. Hier seien Router einzusetzen, die eine absolute Datensicherheit gewährleisten.

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