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Jenaer Lasertagung Wie der Laser seine Anwender zu Höchstleistungen treibt

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde

Die Jenaer Lasertagung ist zu einem festen Termin für die Branche geworden. Bereits zum neunten Mal fand sie im November als Gemeinschaftsveranstaltung der Ernst-Abbe-Hochschule und der Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH (ifw) in Jena statt.

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Anglasprozess bei der Realisierung einer Glas-Metall-Verbindung.
Anglasprozess bei der Realisierung einer Glas-Metall-Verbindung.
(Bild: ifw)

Etwa 200 Anwender, Laser- und Systemhersteller sowie Wissenschaftler setzten sich mit den Möglichkeiten auseinander, die der Laser für die industrielle Fertigung bietet. Themenschwerpunkte waren in diesem Jahr der aktuelle Entwicklungsstand der Laserstrahlungsquellen, die Komponenten- und Systementwicklung, neue Verfahrensentwicklungen in der Lasermaterialbearbeitung sowie konkrete Anwendungen der Lasertechnologie im Unternehmen.

Lasermaterialbearbeitung von Kupferwerkstoffen

Ein Thema war die Lasermaterialbearbeitung von Kupferwerkstoffen. Dr. Waldemar Sokolowski von der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH unterstrich gleich zu Beginn seiner Ausführungen, dass Kupfer wegen der hohen Wärmeleitfähigkeit und der geringen Absorption nur bedingt schweißgeeignet ist. Trotzdem werde der Werkstoff immer häufiger mit dem Laser geschweißt, beispielsweise in der Elektronikindustrie – sicher auch deshalb, weil an wirtschaftlichen Fügeverfahren für Kupfer in der Industrie ein großer Bedarf besteht.

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Mit modernen, leistungsfähigen Scheibenlasern könnten gute Ergebnisse erreicht werden. Als Beispiel nannte Sokolowski den Trudisk 16002, mit dem es möglich ist, in hochleitendes Kupfer eine Schweißnaht mit 3 mm Einschweißtiefe einzubringen und dabei einen Vorschub von 8 m/min. zu realisieren. Entscheidend dafür sei jedoch neben der Wahl der richtigen Strahlquelle auch die Definition der optimalen Prozessparameter.

Fortschritte hinsichtlich der Freiheitsgrade realisieren

Moderne Laser-Materialbearbeitungsprozesse stellen auch an die Steuerungs- und Bewegungssysteme hohe Anforderungen. Thomas Kimme, Geschäftsführer der Laservorm GmbH aus Altmittweida schilderte, welche optomechatronischen Lösungen zur Erhöhung der Dynamik bei Lasermaschinen beitragen können.

Das Unternehmen ist seit 20 Jahren im Bereich Laser erfolgreich unterwegs – als Lohnfertiger, in der Technologieberatung und vor allem auch als Lasermaschinenbauer. Und so kennt Kimme auch die Stellschrauben für eine Dynamikerhöhung: die bewegten Massen klein halten, die Verzögerungszeiten minimieren und genau beherrschen, die Synchronisation aller Komponenten der Lasermaschine sicherstellen und das dynamische Verhalten der Elemente berücksichtigen. Er schilderte an einigen Beispielen, wie durch eine genau definierte Integration von lasertechnischen, optischen, mechanischen und steuerungstechnischen Komponenten ein deutlicher Fortschritt hinsichtlich der technologischen Freiheitsgrade erreicht werden kann.

Doch Kimme weiß auch, welchen Herausforderungen sich sein Unternehmen stellen muss, um am Markt erfolgreich zu agieren. „Manchmal fühle ich mich etwas getrieben von den Entwicklungen im Laserbereich“, sagte er. Darauf müsse man als Maschinenbauer schließlich mit der entsprechenden Anlagentechnik reagieren.

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