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Wie durch Roboter neue Arbeitsplätze entstehen

Autor / Redakteur: Linus Gemmeke / Andrea Gillhuber

Kollaborative Roboter übernehmen immer mehr Routinetätigkeiten und entwickeln sich in vielen Bereichen zu unverzichtbaren Assistenten. Die Kollaboration von Mensch und Maschine führt zu einem fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt. Auch die Anforderungen und Stellenprofile verändern sich.

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Roboter werden in Zukunft immer mehr für Standardaufgaben eingesetzt werden, damit Fachkräfte andere Aufgaben übernehmen können.
Roboter werden in Zukunft immer mehr für Standardaufgaben eingesetzt werden, damit Fachkräfte andere Aufgaben übernehmen können.
(Bild: ©kinwun - stock.adobe.com)

Sie montieren und bearbeiten Werkstücke, steuern Maschinen und übernehmen komplette Arbeitsabläufe: Roboter sind aus der modernen Fertigung nicht mehr wegzudenken – vor allem in Deutschland. Mit einem Anteil von 41 % am europäischen Bestand an Industrierobotern war der Exportweltmeister bereits 2016 das am stärksten automatisierte Land in Europa. Weltweit liegt Deutschland in Sachen Automatisierung auf Platz 3.

Roboter bieten klare Vorteile: Sie brauchen keine Pause und keinen Feierabend. Sie arbeiten zuverlässig und effizient, benötigen dabei häufig nicht einmal Licht und sparen so Energie. Neben den herkömmlichen Industrierobotern, die starr für bestimmte Arbeitsschritte am Fließband programmiert sind, stellt aber vor allem die neue Robotergeneration eine Revolution für die Arbeitswelt dar: kollaborierende Roboter, so genannte Cobots, die mit Sensoren ausgestattet sind und auf den Menschen reagieren können – um ihn zu unterstützen, ihm zu assistieren, Hand in Hand mit ihm zu arbeiten. Diese intelligenten Helfer können Abläufe etwa in der Produktion komplett steuern, während die Mitarbeiter die Arbeitsschritte am Bildschirm überwachen und koordinieren.

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Roboter werden intelligenter und kostengünstiger

Dank ihrer kollaborativen Fähigkeiten sind Cobots nicht nur in der Fertigung, sondern auch in vielen anderen Bereichen einsetzbar. Ob im Bauwesen, ob als Servicekraft oder als Pflegeroboter: Es gibt kaum noch eine Branche, in der die künstlichen Kollegen den Menschen nicht zur Hand gehen. Je nach Einsatzgebiet sind es entweder humanoide Roboter, die der menschlichen Gestalt nachempfunden sind – etwa der T-HR3 von Toyota, der in der Automobilherstellung oder auf der Baustelle selbst komplexe Handgriffe ausführen kann. Andere Robotersysteme muten eher wie Maschinen an, wieder andere sind für den mobilen Einsatz konzipiert und entsprechend leicht und klein.

Allen gemeinsam ist, dass sie immer intelligenter werden. Und aufgrund des starken Wettbewerbs und der Fortschritte in der Forschung auch kostengünstiger: Während sich ihr Einsatz bis vor Kurzem vorrangig auf Großunternehmen beschränkt hat, können sich mittlerweile auch kleinere Betriebe die Anschaffung leisten.

Industrie 4.0: Die Arbeitswelt verändert sich

Digitalisierung, Vernetzung, Internet der Dinge, Roboter – in der sogenannten vierten industriellen Revolution werden immer mehr manuelle Tätigkeiten obsolet. Gleichzeitig schafft die Automatisierung aber wieder neue Stellen – etwa für die Entwicklung und Programmierung sowie für die Kontrolle und Wartung von Robotersystemen. Außerdem steigt mittlerweile der Bedarf an Arbeitskräften, die das erledigen, was ein Roboter nicht kann.

Und schließlich sind Mitarbeiter gefragt, die in der Lage sind, Cobots für bestimmte Einsatzgebiete anzuleiten und zu bedienen. In den nächsten 15 bis 20 Jahren könnten auf diese Weise weltweit 390 Mio. bis 590 Mio. neue Jobs geschaffen werden, so die Berechnungen des McKinsey Global Institute (MGI). Das wären deutlich mehr als insgesamt wegfallen sollen.

Ob durch Prozessoptimierung in der Industrie oder eine bessere Versorgung von Patienten – Experten sind sich einig, dass die Kooperation von Mensch und Maschine enormes Potenzial bietet. Roboter nehmen den Fachkräften keine Arbeit weg, sondern entlasten sie. Sie tragen zu mehr Sicherheit und Effizienz bei, was letztlich zu mehr Produktivität und Wachstum führen wird. Dabei werden sich bestimmte Berufsbilder von Grund auf verändern und damit auch die Anforderungen an künftige Mitarbeiter.

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