Wie durch Roboter neue Arbeitsplätze entstehen

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Neue Anforderungen und Stellenprofile durch Roboter

Denn dadurch, dass Roboter immer mehr einfache Aufgaben übernehmen, werden die Tätigkeiten für den Menschen anspruchsvoller. Egal, ob es um das Steuern von Robotern, das Überwachen von Systemen oder um die Qualitätssicherung geht: Nicht nur die Anforderungen an technisches Verständnis und IT-Kenntnisse steigen. Die Mitarbeiter müssen künftig auch in der Lage sein, komplette Geschäftsprozesse zu überblicken.

In der Wissensgesellschaft gewinnen Denk- und Koordinationsarbeiten weiter an Bedeutung. Arbeit wird zunehmend als Problemlösung verstanden, starre Positionsbeschreibungen lösen sich auf. Softskills wie Teamfähigkeit und kommunikative Kompetenz sowie Selbstbestimmtheit und Eigeninitiative werden dabei immer wichtiger. Der Mitarbeiter von morgen muss sein Wissen mit anderen teilen, Beziehungen aufbauen und pflegen, flexibel auf neue Situationen reagieren können und Lernbereitschaft zeigen. Diese Fähigkeiten und Eigenschaften sind daher aus Stellenprofilen künftig nicht mehr wegzudenken.

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Roboter revolutionieren Medizin und Pflege

Da sich solche Skills nur bedingt in Studium und Ausbildung vermitteln lassen, werden die Unternehmen nicht umhinkommen, ihre Mitarbeiter für die neue Arbeitswelt in Eigenregie zu qualifizieren. Um die besten Fachkräfte für sich zu gewinnen, hilft auch ein innovatives Umfeld. Organisationen, die bereits Roboter und andere neue Technologien einsetzen, sind da gut aufgestellt.

Substanzielle Veränderungen der Arbeitswelt erwarten Experten vor allem im Gesundheitswesen. Ob im OP-Saal, auf der Krankenstation oder bei der Rehabilitation – Roboter und intelligente Systeme übernehmen immer mehr Tätigkeiten, die bislang von Menschen ausgeführt wurden. Das entlastet nicht nur das Personal, es bringt auch handfeste Verbesserungen. So hilft der Roboterarm von Kawasaki Heavy Industries beim Röntgen und reduziert so die Strahlenbelastung der Mitarbeiter.

Während der Chirurg mithilfe von Augmented Reality detaillierte Einblicke ins Gewebe gewinnt, üben Studenten das Operieren risikolos mit VR-Brille. Roboter transportieren Blutkonserven und Wäsche, schütteln Reagenzgläser, füllen Proben ab und stellen Tablettenschachteln zusammen. In Japan haben sich sogar Kommunikationsroboter in Pflegeheimen etabliert. Die Interaktion erfolgt meist über ein Display, mittlerweile lernen die modernen Betreuer aber auch zunehmend Gesten und Sprache, um Patienten Gesellschaft zu leisten.

Enormes Potenzial durch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen

In Zukunft werden Roboter aber noch viel mehr können. Dank zunehmender Vernetzung und der Kommunikation in Echtzeit werden sie mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning (ML) ausgestattet sein und können sich geforderte Fähigkeiten selbst aneignen. So wie Roboter „David“, der am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt den feinmotorisch anspruchsvollen Umgang mit Dübel und Bohrmaschine trainiert.

Auch in der Medizin setzt man große Hoffnungen auf intelligente Systeme, die Muster in großen Datenmengen identifizieren und sich auf deren Basis weiterentwickeln. Schon heute sind Lösungen im Einsatz, die bei der Tumorerkennung eine mehr als 90-prozentige Trefferquote erzielen. Oder Algorithmen, die anhand von Gewebebildern die Überlebensrate von Krebspatienten vorhersagen. Ob schnellere Diagnosen, genauere Prognosen oder die bessere Versorgung der Patienten: Die neuen Technologien können und sollen den Arzt nicht ersetzen. Angesichts des drohenden Pflegenotstands und des Ärztemangels in ländlichen Regionen liefern sie jedoch Lösungen, die gerade im Gesundheitswesen von elementarer Bedeutung sind.

Technischer Fortschritt war schon immer ein Thema, das Hoffnungen und Ängste gleichermaßen schürte und sich am Ende als positiv erwiesen hat. Neu ist allerdings, dass nahezu alle Arbeitsbereiche von den Veränderungen der Arbeitswelt betroffen sind. Auch das rasante Tempo, mit dem sich diese Veränderungen vollziehen, ist bemerkenswert. Umso mehr gilt: Wer sich für den Wandel der Arbeitswelt wappnen will, muss sich auf ihn einlassen und ihn als Chance begreifen. Das gilt auch für den HR-Bereich: Um die besten Fachkräfte zu gewinnen, ist es unerlässlich, die neuen Entwicklungen der Mensch-Maschine-Kollaboration in die Personalentwicklung einzubeziehen.

* Dr. Linus Gemmeke ist Partner der Rochus Mummert Executive Consultants GmbH in 40474 Düsseldorf, Tel. (02 11) 17 39 94-0, info@rochusmummert.com, www.rochusmummert.com

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