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Wenn alle Maschinen einer Abluftanlage stehen, wird jetzt vom Pro-Vis-Leitrechner ein Impuls an einen Aktor gesandt, der dann die entsprechende Lüfteranlage ausschaltet. In das Energiemanagement über Pro-Vis wurde dann auch der frequenzgeregelte Kompressor einbezogen, der ebenfalls ausgeschaltet wird, wenn keine der fünf Abluftanlagen mehr aktiv ist, also alle Maschinen stehen.
Energiemanagement schaltet Kompressoren und Wärmetauscher automatisch ab
Denn ein Druckluftsystem hat aufgrund von Leckagen immer einen gewissen Grundverbrauch, den der Kompressor in der Nacht oder am Wochenende nachfüllen würde. Durch die Frequenzregelung arbeitet der Kompressor auch während des Betriebes bereits energieoptimiert.
Als nächster Schritt ist geplant, mit den Wärmetauschern in den Werkhallen weitere Gebläseanlagen in das Pro-Vis-Energiemanagement einzubeziehen. Eingesetzt werden diese drehzahlgeregelten Rotationswärmetauscher, in die auch die Abluft von zwei Filteranlagen eingeblasen wird, zur gesteuerten Wärmerückgewinnung der Abluft.
Die Wärmetauscher sorgen während der Betriebszeiten für den notwendigen Frischluftanteil in den Werkhallen. Nachts und am Wochenende geht dieser Abtransport von Wärme aber unnötig zu Lasten der Heizkosten, sodass sie in den Zeiten auch über das Pro-Vis-Energiemanagement abgeschaltet werden sollen.
Energiemanagement spart jährlich bis zu 5000 Euro Kosten ein
Bei der überschlägigen Ermittlung der Einsparungen rechnet das Unternehmen zu den direkten Stromkosten auch die verminderten Wartungskosten und den geringeren Verschleiß beziehungsweise die längeren Laufzeiten der Lüfteranlagen und des Kompressors. Diese Einsparungen sind relativ genau zu bestimmen.
Schwieriger wird die Bilanzierung bei den Heizkosten. Der Abtransport warmer Luft aus der Werkhalle wird zwar reduziert, wenn die Lüfteranlagen nicht laufen. Durch die Stillstandszeiten des Kompressors ist allerdings auch die bei dessen Betrieb entstehende Abwärme, die für Sozialräume und ein angrenzendes Wohnhaus genutzt wird, geringer. Abgesehen davon, dass ein Kompressor bei Betriebsstillstand aber nicht als Heizung missbraucht werden sollte, wird unterm Strich auch bei den Heizkosten gespart.
Insgesamt rechnet das Unternehmen damit, durch alle Maßnahmen und Effekte des Pro-Vis-Energiemanagements 4000 bis 5000 Euro jährlich zu sparen. Dass der Präzisionsdrehteile-Hersteller die Ressourcen generell fest im Blick hat, zeigt auch eine weitere Umweltinvestition: Seit einem Jahr sind auf den Dächern der neuen Werkshallen zwei Photovoltaikanlagen zu je 30 kW Leistung installiert, die in den Zeiten mit weniger Eigenverbrauch zusätzlich positiv zu Buche schlagen. Mehr über Energieeffizienz in der Industrie
* Dr. Reinhold Walz ist Geschäftsführer der Gewatec Systemlösungen GmbH in 78564 Wehingen, Eduard Rüsing ist Fachjournalist in 76227 Karlsruhe
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