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Deburring Expo

Wie globale Megatrends das Entgraten voranbringen

| Autor/ Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Politische Forderungen, wie Emissionsminderung oder Klimaschutz, wirken tief bis in die industrielle Produktion hinein. Dies hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf die Anforderungen an die Gratfreiheit, Sauberkeit und das Oberflächenfinish von Bauteilen. Wie sie sich bewältigen lassen, ist auf der Messe Deburring Expo 2019 zu sehen.

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Um höhere Anforderungen an die Entgrat- und Oberflächenqualität zu erfüllen, ist ein systematisches Technik-Monitoring entscheidend.
Um höhere Anforderungen an die Entgrat- und Oberflächenqualität zu erfüllen, ist ein systematisches Technik-Monitoring entscheidend.
(Bild: Benseler Entgratungen)
  • Neue Fahrzeugkonzepte in der Automobilindustrie bringen neue Anforderungen an gratfreie Bauteile mit sich.
  • Anbieter zeigen Werkzeuge für das Entgraten sich kreuzender Bohrungen oder von Hinterschneidungen.
  • Die Bedeutung des Entgratens von Blechen nimmt ebenfalls zu.
  • Neue Medizinprodukteverordnung ab 2020 bringt Anforderungen an das Entgraten mit sich.

Ob neue Fertigungsverfahren, veränderte Füge- und Beschichtungsprozesse beziehungsweise Werkstoffe, der Wandel in der Automobilindustrie, kürzere Produktlebenszyklen und kleinere Losgrößen bis zur Stückzahl 1, regulatorische Veränderungen, wie die neue Medizinprodukteverordnung (MDR – Medical Device Regulation), die digitale Transformation sowie nicht zuletzt strengere Energieeffizienz- und Klimaschutzziele: Fertigungsunternehmen werden in zahlreichen Branchen mit neuen oder veränderten Anforderungen konfrontiert. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, Fertigungsschritte wie das Entgraten, Reinigen und die Herstellung von Präzisionsoberflächen nehmen dabei eine qualitätsentscheidende Rolle ein. Damit steigt ihre Bedeutung als Qualitätsfaktoren, wie das Unternehmen Fairxperts als Organisator der Messe Deburring Expo vom 8. bis 10. Oktober in Karlsruhe mitteilt.

Deutlich wird dies beispielsweise an den Entwicklungen in der Automobilindustrie. Bei Elektrofahrzeugen beschäftigen sich die Hersteller mit verschiedenen Konzepten: Hybridfahrzeuge, reine Elektrofahrzeuge mit Batterien oder mit Brennstoffzellen und auch optimierte Verbrennungsmotoren, die beispielsweise mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden. Bei jeder dieser Varianten ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Oberflächengüte. Wege für emissionsärmere und sparsamere Ottomotoren, ob für den Einsatz in Hybridmodellen oder als alleiniger Antrieb, sind unter anderem das weitere Hubraum-Downsizing, Hochaufladung, selbstzündende Benziner, effektivere Steuerungssysteme sowie effiziente und intelligente Getriebe.

Neue Anwendungen erfordern bessere Oberflächenqualität

Verbunden damit sind höhere Ansprüche an die Oberfläche der Bauteile. So macht beispielsweise der höhere Leistungsgrad bei den Turboladern für die Hochaufladung eine präzisere Fertigung, absolute Gratfreiheit sowie Oberflächen mit minimalem Reibungswiderstand notwendig – und das in einem Ausmaß, wie es bisher nur im Motorsport gefordert wurde. Durch den Trend zu höherwertigen Werkstoffen wie geschmiedetem Edelstahl statt Stahl für Einspritz-Verteilerschienen steigen die Anforderungen an die Entgratung ebenfalls, besonders an den Bohrungsverschneidungen.

Für Aufgaben dieser Art, insbesondere in der automatisierten Fertigung, zeigt Dr. Beier-Entgrattechnik auf der Messe in Halle 1, Stand 106, seine HSD-Entgratwerkzeuge. Der Vorteil liegt im Entgraten sämtlicher Querbohrungen bei dem Werkzeugeinsatz in der Hauptbohrung. HSD-Entgratwerkzeuge können bei Stufenbohrungen oder Bohrungen in verschiedenen Lagen kombiniert werden. Mehrere Verschneidungen werden so mit einem Werkzeug in einem Schritt entgratet. Solche HSD-Werkzeuge werden bei der Wellenfertigung im Dauerbetrieb eingesetzt. Es können Querbohrungen mit einem Durchmesser von bis zu 1 mm und darüber entgratet werden. Kommen mehrere Schneiden in einer Ebene zum Einsatz, kann schneller entgratet werden. Die einfach auswechselbaren Schneiden erreichen sehr hohe Standzeiten und werden optional beschichtet.

Entgraten einer Bohrung bleibt herausfordernd

Für das prozesssichere Entgraten von Bohrungen im Durchmesserbereich von 0,80 bis 16 mm hat auch GMO-Tools (Halle 1, Stand 124) einen Entgrater entwickelt. Der Aufbau des Werkzeugs ermöglicht eine stufenlose Anpassung an den jeweiligen Bohrungsdurchmesser mit nur wenigen Handgriffen. Er kann für die Entgratung gewölbter Kanten ebenso eingesetzt werden wie für die Außen- und Innenentgratung. Durch die Qualität der Hartmetallschneiden werden sowohl eine hohe Standzeit als auch ein konstant präzises Entgratergebnis erzielt.

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Deburring Expo widmet sich Entgrattechnik und mehr Mit welchen Verfahren lassen sich die höheren Anforderungen an die Entgratqualität und Oberflächengüte prozesssicher und wirtschaftlich erfüllen? Welche neuen Technologien stehen für die Fertigungsschritte Entgraten, Reinigen und Oberflächenfinish zur Verfügung? Was ist bei der Auswahl des optimal geeigneten Verfahrens zu beachten? Wie lassen sich Entgrat- und Oberflächenfinish-Prozesse automatisieren und verketten? Antworten auf diese und viele weitere Fragen bietet die Deburring Expo vom 8. bis 10. Oktober 2019 auf dem Messegelände Karlsruhe. Das Ausstellungsportfolio umfasst Anlagen, Systeme und Werkzeuge für das Bandschleifen, Bürsten, Strömungsschleifen (Druckfließläppen), Gleitschleifen, Strahlen mit festen und flüssigen Medien, Strahlspanen, magnetabrasive Feinentgraten, Ultraschallentgraten, chemische Badentgraten, elektrochemische Entgraten (ECM), Elektronenstrahlentgraten, thermisch-chemische Entgraten (TEM), mechanische Entgraten, Polierläppen, Polierhonen, elektrolytische Polieren, Plasmapolieren, Laserpolieren, Tauch- und Bürstpolieren, Systeme für die industrielle Bauteilreinigung, Mess-, Prüf- und Analysesysteme für die Qualitätskontrolle sowie Fachliteratur.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.deburring-expo.de

Die Kempf GmbH (Halle 1, Stand 106 und 216/315) zeigt auf der Messe ein breites Spektrum an Entgratwerkzeugen. So ist das HSD-Werkzeug in der Lage, sich kreuzende Bohrungen und Kanten schnell und prozesssicher zu bearbeiten. Die Burr-Off-, Burraway- und GMO-Werkzeuge sind wirtschaftlich, um Vorder- und Rückseiten von Bohrungen zu entgraten. Das Highlight bei der Entgratbearbeitung von 3D-gekrümmten Kanten ist das Xebec-Entgratsystem Back-Burr Cutter and Path, das laut Hersteller als bisher einziges Werkzeug auf dem Markt während der Bearbeitung den Fräserschnittpunkt versetzen kann und mit dem nie da gewesene Standzeiten erreicht werden. Für Grate, die schwer zu erreichen sind, bietet Lessmann (Halle 1, Stand 102) Innenbürsten an. Sie eignen sich, um Bohrungen, Querbohrungen oder O-Ring-Einstiche in komplexen Werkstücken zu entgraten. Die Ausführung der Bürsten richtet sich nach dem Material des Werkstücks und der Größe des Grates. Je nach gewünschtem Bürstergebnis kommen als Besatzmaterial Drähte oder Schleifnylon zum Einsatz.

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