Werkzeug-Service Wiederaufbereitung macht Zerspanung nachhaltiger

Redakteur: Alina Hailer

Sandvik-Coromant bietet einen Werkzeugaufbereitungs-Service an. Der verleihe der Zerspanungswelt mehr Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Bis zu vier Aufbereitungszyklen können klappen.

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Weil viele Vollhartmetall-Werkzeuge aus nichterneuerbaren Rohstoffen, wie Wolfram, bestehen, setzt sich Sandvik-Coromant mit einem speziellen Service für eine mehrmalige Aufbereitung im Sinne der Nachhaltigkeit ein.
Weil viele Vollhartmetall-Werkzeuge aus nichterneuerbaren Rohstoffen, wie Wolfram, bestehen, setzt sich Sandvik-Coromant mit einem speziellen Service für eine mehrmalige Aufbereitung im Sinne der Nachhaltigkeit ein.
(Bild: Sandvik-Coromant)

Zerspanungsprozesse wie Bohren, Fräsen oder Drehen verschleißen die eingesetzten Werkzeuge bekanntlich, mit der Zeit. Eine Werkzeugaufbereitung kann verhindern, dass ein Werkzeug entsorgt werden muss. Sie stellt letztendlich eine günstige Alternative zur Neuanschaffung dar und spart Materialressourcen. Was hat man sich darunter konkret vorzustellen?

Nun, beim Wort „aufbereitet“ vermutet man eventuell eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der so behandelten Werkzeuge, im Vergleich zu Neuprodukten. Dabei liefern verlässlich aufbereitete Werkzeuge aber genau die gleichen konstanten Bearbeitungsergebnisse, wie neue Werkzeuge, betonen die Schweden. Nichtsdestotrotz gebe es immer noch einige Missverständnisse, hinsichtlich aufbereiteter Werkzeuge, mit denen man jetzt einmal mehr aufräumen möchte.

Die Werkzeugaufbereitung ist eine Art Verjüngungskur

Im Gegensatz zu einer Reparatur, bei der man nur die defekten Teile ersetze, würden bei der Aufbereitung, wie Sandvik-Coromant sie versteht, alle Produktfacetten verjüngt. Deshalb befinden sich aufbereitete Werkzeuge in dem gleichen Zustand wie ein fabrikneues Produkt.

Die Aufbereitung von Zerspanungswerkzeugen unterscheidet sich jedoch von der Aufbereitung anderer Produkte, weil der Werkzeugverschleiß je nach Anwendung variiert, merkt das Unternehmen an. In der Automobil- oder Luftfahrtindustrie beispielsweise treten aufgrund häufiger Nutzung in der Regel mehr Beschädigungen auf. Auch Werkzeuge, die in der Öl- und Gasindustrie ihre Zerspanungsaufgabe wahrnehmen werden unter rauen Umgebungen eingesetzt, wodurch sich ihre Lebensdauer vergleichsweise verringert.

Bei Vollhartmetallwerkzeugen stelle sich aber nicht die Frage ob, sondern wann, die Aufbereitung geschehen müsse. Dies sollte bereits in der Konstruktionsphase berücksichtigt werden, empfiehlt Sandvik-Coromant. Die Speicherung der CAD-Daten stellt hierbei sicher, dass den aufzubereitenden Werkzeuge wieder die ursprünglichen Geometrien und -beschichtungen gegeben werden können. Bei Sonderwerkzeugen ist das sogar zwingend notwendig, weil sonst die vom Anwender speziell gewünschten Werkzeugspezifikationen dahin sind.

So reichen Wolfram und andere Elemente länger

Was die besagte Nachhaltigkeit betrifft, so ist zu bedenken, dass Vollhartmetall-Werkzeuge aus einer Reihe nicht erneuerbarer Rohstoffe, wie Kobalt und Wolfram, bestehen. Die Ressourcen von letzterem werden voraussichtlich in 100 Jahren erschöpft sein. Demzufolge müssen diese Werkzeuge für einen nachhaltigen Umgang mit begrenzten Ressourcen möglichst lange im Einsatz sein. Dabei hilft die Werkzeugaufbereitung im Stil von Sandvik-Coromant auch, wird betont. Fast alle Vollhartmetallwerkzeuge von Sandvik sind für die Aufbereitung geeignet, heißt es weiter. Man müsse diese lediglich in einer Aufbereitungsbox von Sandvik an das entsprechende Werkzeugzentrum schicken. In den spezialisierten Zentren in Europa, Asien und Amerika würden sowohl die Werkzeuggeometrie als auch die Werkzeugbeschichtung gemäß der ursprünglichen Spezifikationen dann wieder hergestellt.

Ein neuer Coro-Drill-Bohrer macht die Nachhaltigkeit schon leichter

Auch wenn bereits das einmalige Aufbereiten die Langlebigkeit der Werkzeuge deutlich verbessert, sollten Werkzeuge idealerweise mehrmals aufbereitet und eingesetzt werden können, meinen die Schweden. Werkzeughersteller sollten deshalb stets bestrebt sein, Werkzeuge herzustellen, die ohne Qualitätseinbußen mehrere Aufbereitungszyklen durchlaufen können, so der Ratschlag.

Sandvik hat dazu zum Beispiel den neuen Vollhartmetall-Bohrer Coro-Drill-860 mit sogenannter GM-Geometrie entwickelt. Sein verbessertes Werkzeugdesign sorge im Vergleich zu den Vorgängern der Coro-Drill-Serie von vorneherein für eine höhere Werkzeugstandzeit. Laut Sandvik ist das Bohrwerkzeug schon für bis zu drei Aufbereitungen geeignet.

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