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Antriebe sind für extreme Bedingungen ausgelegt
Während des Betriebs werden Bauteile der Bahntechnik permanent enormen Belastungen ausgesetzt. Höchste Rüttelfestigkeit, maximale Korrosionsbeständigkeit und eine hohe Schutzart müssen dafür sorgen, dass Funktionalität und Sicherheit dauerhaft nicht auf der Strecke bleiben. Selbst unscheinbare Komponenten wie die Antriebe für die Einstiegs- und Türsysteme sind daher für extreme Bedingungen ausgelegt: Temperaturen von -40 bis 70 °C müssen sie ebenso standhalten wie Spritz- und Schwallwasser oder Vereisungen im Winter – und das über 1,2 bis 2,4 Mio. Bewegungszyklen hinweg. Gerade im Einstiegsbereich spielt die Sicherheit der Passagiere eine besondere Rolle: Eine schnell reagierende, zuverlässige Mechanik muss zum Beispiel im Fall von Fehlbedienungen verhindern, dass Fahrgäste zwischen den Türen eingeklemmt werden.
Für den Kunden Gebr. Bode GmbH & Co. KG in Kassel hat ebm-papst Zeitlauf ein Trittautomationssystem realisiert, das in der Matterhorn-Gotthard-Bahn zum Einsatz kommt. Die Die Trittautomation von Gebr. Bode ist eine standardnahe Lösung, die vom Baukastensystem der ebm-papst-Zeitlauf-Antriebstechnologien mit dem Eta Crown 63.3 mit DC-Motor und Encoder profitiert (Bild 1). Sie verbindet ausgereifte und erprobte Systemtechnik mit Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Winkelgetriebe hält den starken Klimaschwankungen stand
Eine besondere Herausforderung bei der Realisierung bestand darin, eine Lösung zu finden, die ohne Kompromisse in der Funktionalität auf sehr begrenztem Bauraum integriert werden kann und mit den starken Klimaschwankungen zwischen Talbahnhof und der 3000 m hohen Gronergrat-Bergstation zurechtkommt. Es galt außerdem, trotz der räumlichen Einschränkungen, möglichst große Drehmomente zu erzielen, um die vergrößerten Trittbretter bewegen zu können. ebm-papst Zeitlauf entschied sich für den Einsatz eines besonders kompakten und effizienten Winkelgetriebes der Baureihe Eta Crown Plus 63.3, das von einem laufruhigen DC-Motor angetrieben wird.
Dank hoher Untersetzung (i = 120:1) auf engem Bauraum lassen sich mit Eta Crown Plus hohe Wirkungsgrade über 85 % erzielen. Die Winkelgetriebe nutzen die Kronenradtechnik, die durch Wälzreibung deutlich weniger Energie verbraucht als etwa Schneckenradgetriebe mit Gleitreibung. Die aus Stahl gefertigten Zahnräder gewährleisten selbst unter starker Beanspruchung eine Lebensdauer von vielen Tausend Betriebsstunden. Ziel war, ein möglichst platzsparendes, aber auch sehr leistungsfähiges und robustes Getriebe bereitzustellen. Mit der Kronenradtechnnik ließen sich diese Vorstellungen am besten verwirklichen.
Schnelle Umsetzung individueller Kundenanforderungen
Der Antrieb von ebm-papst Zeitlauf ist auf die Herausforderungen des täglichen Betriebs auf den Schienen der Matterhorn-Gotthard-Bahn gut vorbereitet: Vandalismussicher in den knappen Bauraum integriert, lässt sich der Tritt dank fehlender Selbsthemmung des Kronenradgetriebes notfalls auch von Hand einklappen (Bild 2). Da die Trittautomation auf vorhandene Systemlösungen aufsetzt, kann sie je nach Bedarf besonders kostengünstig und schnell auch in Kleinserien und unterschiedlichen, kundenspezifischen Varianten realisiert werden.
* Thomas Horz ist Geschäftsführer der ebm-papst Zeitlauf GmbH & Co KG in 91207 Lauf an der Pegnitz
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